Hannover-Marathon: Alle Infos zu den Starts von Gabius, "Mocki" und Co.

| Martin Neumann I Foto: SCC Events/Camera 4

Beim HAJ Hannover Marathon treffen am Sonntag in einem Rekord-Teilnehmerfeld im Halbmarathon Sabrina Mockenhaupt und Anja Scherl im Halbmarathon-Duell auf einander. Im Marathon wird der Auftritt des deutschen Rekordlers Arne Gabius mit Spannung erwartet.

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Schon mit dem Ende der Online-Anmeldung ist der Melderekord für den HAJ Hannover Marathon am kommenden Wochenende gebrochen – ein Novum in der 27-jährigen Geschichte des Laufevents. Bis Dienstagabend um 23:59 Uhr hatten sich 21.349 Aktive für die unterschiedlichen Distanzen angemeldet; der bisherige Rekord, aufgestellt im Vorjahr, lag bei 21.130. „Das ist wirklich ein großartiger Erfolg und Vertrauensbeweis und macht uns superstolz“, zeigte sich Veranstalterin Stefanie Eichel begeistert: „Da haben wir in den letzten Jahren wohl einiges richtig gemacht.“ 

Das größte Starterfeld wird am Sonntag über die Halbmarathon-Distanz auf die Strecke gehen, für die 8.664 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits ihre Meldungen abgegeben haben. Darunter 700 Läufer starten im Rahmen der deutschen Halbmarathon-Meisterschaften, die in dem Rennen ausgetragen werden. Für einige Top-Läufer ist das Rennen der Frühjahrs-Höhepunkt, für andere Durchgangsstation für den Marathon.

Zehn Jahre nach ihrem ersten DM-Start kehrt Anja Scherl (LG Telis Finanz Regensburg) am Sonntag nach Hannover zurück. Bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften (Start: 11:15 Uhr) im Rahmen des HAJ Hannover Marathons (ab 9:30 Uhr live im NDR) zählt die Olympiateilnehmerin trotz der Nachwirkungen eines heftigen Infekts zu den Favoritinnen. 2007 war das noch anders: Bei der U23-DM in Hannover belegte sie damals im Trikot der DJK Weiden über 1.500 Meter in 4:46,67 Minuten Rang acht. Das Rennen vor zehn Jahren gewann übrigens die für die TSG Heilbronn startende Denise Krebs (4:26,39 min).

Mittlerweile ist Denise Krebs seit vielen Jahren für den TV Wattenscheid 01 unterwegs und der langen Mittelstrecke treu geblieben, für Anja Scherl wurden die Strecken hingegen immer länger – bis hin zum Marathon. Nach ihrem Traum-Jahr 2016 mit Steigerungen auf 71:17 Minuten im Halbmarathon und 2:27:50 Stunden im Marathon hatte die Softwareentwicklerin gesundheitliche Probleme und musste daher ihren Start beim Berliner Halbmarathon (2. April) absagen. Einen „Tempodauerlauf-Test“ eine Woche zuvor über 10.000 Meter hatte sie in 34:42,22 Minuten absolviert.

Das sind "Mockis" DM-Favoriten

In den Bereich ihrer Bestzeit wird Anja Scherl am Sonntag mit großer Sicherheit nicht laufen können. Doch es könnte trotz Trainingsrückstand durchaus zum Titel reichen. Größte Konkurrentin dürfte Sabrina Mockenhaupt werden. Die 36-Jährige vom LT Haspa Marathon Hamburg steht zwar noch nicht auf der bisher 699 Läufer umfassenden DM-Startliste, eine Nachmeldung ist aber noch möglich. Insgesamt ist die Rekordzahl von 21.349 Läuferinnen und Läufer für den HAJ Hannover-Marathon gemeldet. 8.664 wollen beim Halbmarathon dabei sein.

Am 2. April lief „Mocki“ beim Berliner Halbmarathon (Foto) mit 72:11 Minuten auf Rang acht und verbesserte den Hamburger Landesrekord um 62 Sekunden. „Berlin war für mich ein großer Schritt zurück“, sagte Sabrina Mockenhaupt nach dem Rennen. Im Vorjahr hatte eine Fußverletzung einen Strich durch ihren möglichen vierten Olympia-Start gemacht. Allerdings muss die Titelverteidigerin erst einmal die harten 21,1 Kilometer vom vergangenen Sonntag verdauen. Außerdem hatte sie in Berlin mit 2:19-Stunden-Marathonläufer Paul Schmidt einen erfahrenen Tempomacher an ihrer Seite. In Hannover heißt es im Meisterschaftsrennen hingegen Frau gegen Frau. Nichtsdestotrotz ist ihre Zielstellung klar: „Ich möchte Deutsche Meisterin werden“, sagte sie gegenüber den Veranstaltern.

Sollte das Rennen taktisch geprägt sein, könnte das die Chance von Corinna Harrer sein. Die Mittelstrecken-Umsteigerin der LG Telis Finanz Regensburg läuft in Hannover erst ihren zweiten Halbmarathon überhaupt – zum Vergleich: Sabrina Mockenhaupt nimmt seit 2007 die 21,1 Kilometer regelmäßig unter die Füße. Corinna Harrer bringt von der Bahn aber eine enorme Grundschnelligkeit mit. „Ich werde einfach vorn mitlaufen. Mal sehen, was passiert“, wird die Olympia-Starterin von London 2012 auf der Vereinshomepage zitiert. Gemeldet ist zudem Katharina Heinig. Nach dem Start in Berlin kommt für die Frankfurterin die DM aber noch zu früh. Sie nimmt stattdessen den Paderborner Osterlauf am 15. April ins Visier.

Philipp Pfliegers DM-Favoriten

Bei den Männern fehlen einige der schnellsten Deutschen. Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) und Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) gaben dem Berliner Halbmarathon den Vorzug. Arne Gabius (TherapieReha Bottwartal) startet in Hannover über die Marathondistanz (eine Vorschau dazu liest du morgen bei uns). Angeführt wird das DM-Feld von Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid 01). Der Deutsche U23-Rekordler bringt eine Bestzeit von 63:40 Minuten mit, musste sich aber vergangenes Jahr einer komplizierten Achillessehnen-Operation unterziehen, die ihn um den Olympia-Start in Rio brachte.

Zuletzt arbeitete der Wattenscheider in der Höhe von Flagstaff (USA) an seinem Comeback auf großer Bühne. „Es lief dort oben sogar besser, als wir uns erhofft hatten. Auch wenn mir nach der Verletzung natürlich noch einige Wochen Vorbereitung fehlen, konnte ich auf einem sehr hohen Niveau trainieren und hatte insgesamt nur zwei Tage, an denen ich kürzer treten musste. Damit bin ich also ziemlich gut durch die Höhe gekommen“, sagte Hendrik Pfeiffer. Sein Ziel für Hannover: „Ich würde mich freuen, wenn es schon wieder unter 65 Minuten gehen und ich ein Wort um die Medaillen mitsprechen kann.“

Experten haben Tom Gröschel auf der Rechnung

Nach überstandener Knieverletzung könnte Julian Flügel, der das starke Team des ART Düsseldorf anführt, größter Widersacher des Wattenscheiders werden. Der Olympia-Starter (Bestzeit: 64:17 min) befindet sich allerdings mitten in der Vorbereitung auf den Metro Marathon Düsseldorf am 30. April. Am vergangenen Sonntag spulte der 30-Jährige beispielsweise 40 Kilometer in 2:21 Stunden ab. Bei dem ausdauerlastigen Training der vergangenen Wochen könnte ihm in Hannover womöglich die nötige Spritzigkeit fehlen.

Für eine Überraschung kommt am Sonntag Tom Gröschel (TC Fiko Rostock) in Betracht. Der 25-Jährige gewann im vergangenen Herbst den Kölner Halbmarathon in 64:52 Minuten und trainiert zusammen mit Hendrik Pfeiffer in der Gruppe von Tono Kirschbaum. „Mit ihm gemeinsam möchte ich die deutsche Spitze angreifen und es wäre toll, wenn wir es beide aufs Treppchen schaffen würden“, sagte Hendrik Pfeiffer.

Doch egal welcher der drei Top-Favoriten am Sonntag das Rennen macht, es gibt in jedem Fall eine Premiere: Weder Hendrik Pfeiffer noch Julian Flügel oder Tom Gröschel waren bisher Deutscher Halbmarathon-Meister.

Marathon: Deutscher Rekordler Gabius gegen Streckenrekordler aus Südafrika

Im Marathon fokussiert sich das Interesse auf ein Duell: Südafrikas Titelverteidiger und Streckenrekordler Lusapho April trifft auf Deutschlands Marathon-Rekordler Arne Gabius.

Der für das Elitefeld verantwortliche Christoph Kopp plant für das Männerrennen eine etwas zurückhaltende Herangehensweise. „Wir werden die Tempomacher anweisen, die Halbmarathonmarke in 65:00 Minuten zu passieren. Auch wenn wir die beiden Kenianer mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden im Feld haben, denke ich, dass das Elitefeld gut ausbalanciert ist und sich eine sehr interessante zweite Hälfte entwickeln kann“, sagte Kopp.

Der Streckenrekord von Lusapho April - der Südafrikaner war 2013 in Hannover 2:08:32 gelaufen, was auch nach wie vor seine persönliche Bestzeit ist - ist kein primäres Ziel der Veranstalter. Doch der Hannover-Rekord-Sieger April, der das Rennen am Sonntag zum vierten Mal gewinnen möchte, hat andere Vorstellungen: „Die Wettervorhersage ist gut, und wenn die Tempomacher ihren Job gut machen, dann will ich den Streckenrekord angreifen. Es ist einige Zeit her, dass ich dieses Ergebnis gelaufen bin. Deswegen wird es Zeit, es wieder zu schaffen“, sagte der 34-jährige April, der sich am Sonntag für den WM-Marathon in London qualifizieren möchte. „Ich bin in guter Form, besser als letztes Jahr. Es ist toll wieder zurück in Hannover zu sein, denn das ist hier wie eine zweite Heimat für mich.“

Der deutsche Rekord von Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal) ist nur eine Sekunde langsamer als die Bestzeit von Lusapho April. Im Oktober 2015 lief der 36-Jährige in Frankfurt 2:08:33 und brach den 27 Jahre alten nationalen Rekord von Jörg Peter. Seitdem jedoch kam Arne Gabius nicht mehr ins Ziel eines Marathons. Vor einem Jahr ging er in London vorzeitig aus dem Rennen, dann verhinderte eine Verletzung im Beckenbereich seinen Start bei den Olympischen Spielen. Erst zu Weihnachten konnte Arne Gabius wieder mit dem Lauftraining beginnen. Aufgrund der langen Verletzungspause ist nicht damit zu rechnen, dass er am Sonntag in den Bereich seiner Bestzeit kommen kann. „Ich bin froh, dass ich nach fast einem Jahr wieder zurück bin. Ich fühle mich gut, aber ich kann keine Voraussage machen bezüglich meiner Zeit. Allerdings ist es mein Ziel, einen Podiums-Platz zu erreichen“, sagte Arne Gabius.

Gemessen an ihren Bestzeiten sind die Kenianer Philip Sanga und Nicholas Kamakya  sowie vielleicht auch Allan Kiprono favorisiert. Doch es ist schon eine Weile her, seit die drei ihre persönlichen Rekorde aufstellten. Sanga lief in Frankfurt vor sechs Jahren 2:06:07, Kamakya rannte ebenfalls 2011 2:06:34 in Amsterdam. Und Kiprono erreichte  2:09:38 in Frankfurt 2014. Für eine Überraschung gut ist am Sonntag Sondre Moen. Der Norweger lief bisher 2:12:54 und erreichte einen beachtlichen 19. Platz beim Olympia-Marathon in Rio 2016.

Fate Tola will den Streckenrekord verbessern

Im Gegensatz zu den Männern gibt es bei den Frauen eine klare Favoritin: Die frühere Äthiopierin Fate Tola (LG Braunschweig), die seit dem vergangenen Sommer die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, will den Streckenrekord von 2:27:07 Stunden brechen. Die 29-Jährige, die die deutsche Staatsbürgerschaft im vergangenen Sommer etwas zu spät erhalten hatte, um noch für Olympia nominiert werden zu können, hat eine Bestzeit von 2:25:14 aus dem Jahr 2012. An diese kam sie im Oktober in Frankfurt, wo sie einen starken zweiten Platz belegte, mit 2:25:42 relativ dicht heran.

Die zweifache Wien-Marathon-Siegerin plant nun ein weiteres schnelles Rennen. „Ich möchte die erste Hälfte in 73 Minuten laufen und dann sehen, was möglich ist. Auf jeden Fall ist der Streckenrekord mein Ziel“, sagte Fate Tola. Diese Bestzeit von 2:27:07 hatte die Ukrainerin Olena Burkovska 2013 auf der flachen Strecke in Hannover aufgestellt. „Ich habe bis Ende März in Äthiopien trainiert und bin in guter Form“, sagte Fate Tola, die sicherlich die WM-Qualifikation am Sonntag perfekt machen wird. Dafür würde wohl schon eine Halbmarathon-Durchgangszeit von 73:15 Minuten reichen.

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