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Hallen-DM: Youngster-Duo und Double-Sieger glänzen

| Martin Neumann, Harald Koken I Foto: imago

Leichtathletik-Festspiele in der Arena Leipzig: Vor ausverkauftem Haus haben am Wochenende bei den Deutschen Hallenmeisterschaften die Läufer geglänzt. Speziell die Teenager Konstanze Klosterhalfen (Foto; links) und Alina Reh (Foto; rechts) sowie Double-Sieger Florian Orth begeisterten die Fans.

Vor zwei Jahren holte Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) in der Arena Leipzig das begehrte Lauf-Double über 1.500 und 3.000 Meter. 2016 machte ihm Florian Orth das Kunststück an selber Stelle nach. Nach dem Erfolg am Samstag über die längere Strecke setzte sich der Regensburger am Sonntag auch über 1.500 Meter durch.

Der angehende Zahnarzt ließ sich auf kein Spurtrennen ein und zog nach 700 Metern das Tempo extrem an und rettete einen kleinen Vorsprung ins Ziel. Nach 3:51,20 Minuten wurde Florian Orth von seiner Lebensgefährtin Maren Kock im Ziel in den Arm genommen. Die hatte wenige Minuten zuvor den 1.500-Meter-Titel bei den Frauen gewonnen.

Orths Mut wird belohnt

Der Regensburger hatte alles auf eine Karte gesetzt und wurde für seinen Mut belohnt. Zwar stürmten die Konkurrenten noch einmal heran, abfangen konnten sie ihn aber nicht mehr. „Es war knapp. Aber es sind ja auch nur 1.500 Meter und keiner mehr“, lachte Florian Orth. Der 26-Jährige hatte den Überraschungsmoment genutzt und die nötigen Meter zwischen sich und die Konkurrenz gelegt.

Am Samstag hatte sich Florian Orth mit einem gesteigerten Tempolauf den 3.000-Meter-Titel gesichert. Seine Taktik: frühzeitig aufs Tempo drücken, um dem EM-Finalisten über 1.500 Meter, Timo Benitz (8:08,32 min), im Spurt keine Chance zu lassen. „Wir haben ziemlich langsam angefangen und dann wurde es immer schneller“, bilanzierte Florian Orth. Nach sieben Runden setzte er sich an die Spitze und in der letzten Runde konnte auch der neue Vize-Meister nicht mehr folgen. Die Bronzemedaille holte sich der Hallen-EM-Teilnehmer Clemens Bleistein (LG Stadtwerke München; 8:09,10 min).

Bei den Frauen sorgten zwei Youngsters in Leipzig auf den Laufstrecken für die Ausrufezeichen: Konstanze Klosterhalfen verbesserte über 3.000 Meter den Hallen-Europarekord der U20. Die 19-Jährige vom TSV Bayer 04 Leverkusen steigerte die zwei Jahre alte Bestleistung der Polin Sofia Ennaoui (9:06,27 min) um fast zehn Sekunden auf 8:56,36 Minuten. Alina Reh (SSV Ulm 1846), die Zweite wurde, verlor ihren im Vorjahr aufgestellten Deutschen U20-Hallenrekord, blieb aber ebenfalls fast sechs Sekunden unter der alten kontinentalen Rekordmarke.

Unterstützt vom enthusiastisch mitgehenden Publikum stürmte Konstanze Klosterhalfen wie entfesselt los. 67 Sekunden für 400 Meter, 2:20 Minuten für die doppelte Distanz, 2:57 Minuten nach dem ersten und 5:57 Minuten nach dem zweiten Drittel - die Eckdaten eines so nicht erwarteten Solos. „Wir wollten zunächst gucken, was das Feld macht. Aber dann bin ich einfach losgelaufen“, erklärte die nun zweifache Kontinental-Rekordlerin, die bei der Ehrenrunde Tränen in den Augen hatte. „Die Saison ist einfach super gelaufen. Das hätte ich nie gedacht, vor allem mit diesen Zeiten und dass ich bei den Deutschen Meisterschaften vorne weg laufen kann“, sagte der Schützling von Sebastian Weiß.

Alina Reh mit Silber happy

Alina Reh (SSV Ulm 1846) lief dahinter quasi ihr eigenes Rennen und machte keine Anstalten, der wie in Siebenmeilenstiefeln davon eilenden Siegerin Paroli zu bieten. Zunächst relativ verhalten anlaufend, beschleunigte die zweifache nationale Jugend-Leichtathletin des Jahres auf dem Schlusskilometer, um schließlich mit der neuen persönlichen Bestzeit von 9:00,58 Minuten Silber zu holen. „Mit dieser Zeit hätte ich nie gerechnet. Klar wäre ich dann doch gerne unter neun Minuten gelaufen“, so die Schwäbin. „Es ist so wichtig für mich und meinen Trainer, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und es im Sommer noch etwas schneller gehen kann.“

Die länger verletzte Hindernisläuferin Jana Sussmann (Lauf Team Haspa Marathon Hamburg) setzte ebenfalls mit einer flotten Schlussphase ein Achtungszeichen. 9:11,07 Minuten - so schnell war die Drittplatzierte unter dem Hallendach noch nie.

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