Im Test: Salomon Speedcross 5 - eine Traillegende

| Text: Norbert Hensen | Fotos: Hersteller

Kein anderer Trailschuh hat einen Kultstatus erreicht wie der Salomon Speedcross. Jetzt also die lange erwartete fünfte Version dieses Geländeschuhs, der seit jeher für maximalen Grip, Stabilität und eine breite Farbpalette steht. Wie fällt die neueste Version von Salomons legendärem Trailschuh aus? Wir haben ihn getestet. Sogar schon in der Entwicklungsphase.

Wer auf Trails unterwegs ist, möchte keine Kompromisse machen. Ein Trailschuh muss wie angegossen sitzen, mit dem Fuß eine Einheit bilden. Er muss dir das Gefühl geben, dass du jede Situation unter Kontrolle hast. Und die Bedingungen können sich in den Bergen schnell ändern. Matschige Waldwege, Steine, Schotter, Wurzeln, Geröll. Auf wenigen Kilometern ist manchmal alles dabei. Kaum ein Trailschuh kann alles gleich gut – das liegt in der Natur der Sache.

Der Salomon Speedcross kann vieles extrem gut. Ich habe mich in die dritte Version des Speedcross so richtig verliebt. Meine ersten Trails – auch in den Alpen – bin ich darin gelaufen. Der Schuh war recht schmal geschnitten, aber mein liebster Begleiter im Gelände. Dann kam der Speedcross 4 – und wir waren keine besten Freunde mehr. So ist das manchmal.

Umso glücklicher bin ich, dass es zwischen uns nun wird gefunkt hat. Der Salomon Speedcross 5 ist breiter geschnitten als seine Vorgänger, die Zehenbox bietet mehr Platz. Da das Sensifit-Obermaterial – komplett geschweißt - den Fuß aber sensationell fest umschließt, ist die Passform nahezu perfekt. Zumindest für meine Füße.

Die wichtigsten Technologien

Bei jedem Straßenschuh würden wir jetzt zunächst über die Zwischensohle philosophieren. Bei einem reinrassigen Trailschuh interessiert uns vor allem die Außensohle. Die besteht aus dem Material Contagrip, was sich bewährt hat. Die Chevron-Stollen sind größer und etwas aggressiver geworden, mit etwas mehr Zwischenraum zwischen den einzelnen Stollen. Den Unterschied bemerkt man kaum.

Was du aber sofort feststellst. Diese Sohle greift zu. Bei Matsch, Nässe und auf weichen Untergründen – unschlagbar. Auf nassen Steinen gibt dir kein Schuh hundert Prozent Sicherheit – auch der Speedcross 5 nicht. Aber die Sohle kann viel – und bleibt zum Glück das Herzstück dieses Schuhs. Natürlich ist der Schuh mit dem Quicklace Schnürsystem ausgestattet. Ruckzuck sitzt der Schuh am Fuß, egal ob die Handschuhe trägst oder deine Finger steif vor Kälte sind. Die Schnürsenkeltasche kümmert sich darum, dass sich das System nicht im Gestrüpp zu verfängt.

Die Zwischensohle (EnergyCell) wirkt im Fersenbereich wuchtig. Was aber weniger am tatsächlichen Materialeinsatz als vielmehr an der hochgezogenen Konstruktion liegt. Dass du hinten recht breit stehst, verleiht dir Stabilität, die du vor allem beim Bergablaufen gut gebrauchen kannst.

Unser Testfazit

Die Mischung aus der bekannten Aggressivität und einem Schuss mehr Komfort durch den etwas breiteren Aufbau des neuen Speedcross hat uns begeistert. Das Obermaterial wirkt weicher als beim Vorgänger ohne dass es den Fuß weniger gut halten kann. Die Fersenpartie scheint auf den ersten Blick etwas wuchtig und hoch. Da die Ferse aber tief und fest sitzt, ist das eher eine optische Täuschung. Die gesamte Verarbeitung ist sehr hochwertig. Das gilt für die verklebten Nähte und die Sohle ebenso wie für die Innenkonstruktion mit Ortholite Einlegesohle.

Laufgefühl: Der Schuh vermittelt Sicherheit. Das ist mit das beste Gefühl, das einem ein Schuh auf dem Trail geben kann. Er packt zu, bietet erstaunlich viel Dämpfung und sitzt einfach sehr gut am Fuß. Die umlaufend angeordneten gummierten Elemente schützen den Fuß zusätzlich.

Einsatzgebiet: Das grobe Stollen-Profil kennt man eher aus dem in England verbreiteten Fell-Running auf weichen Grasböden. Auf solchen Untergründen fühlt sich der Speedcross super wohl. Da auf dem Trail das Gelände oft wechselt, ist wahrscheinlich die entscheidende Frage: Welcher Untergrund überwiegt. Und wie lange sind die unterschiedlichen Abschnitte über Stein, im Wald oder Schotter. Wenn du mehr weichen als steinigen Untergrund vor dir hast – dann ist der Speedcross 5 eine sehr gute Wahl.

Laufbedingungen: Der Schuh fühlt sich auf fast jedem Terrain wohl. Außer auf Asphalt. Auch lange Schotterwege können andere Schuhe besser. Auf schmalen Singletrails, wenn es dazu noch nass oder matschig ist, da hat er ganz klar seine Stärken. Wir haben den Speedcross 5 leider noch nicht im hochalpinen Bereich testen können, wissen aber, dass sein Vorgänger auch solches Terrain sicher gemeistert hat. Das grobe Geröll ist nicht seine große Stärke. Er ist und bleibt ein Gripmonster.

Gewicht: 330 g (Herren) & 285 g (Damen) | Sprengung: 10 mm

Preis: 129,95 €

Der Salomon Speedcross 5 auf dem Trail

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