Osaka-Marathon: Anja Scherl sucht Erfahrungen

| Text: Jörg Wenig | Foto: photorun.net

Vergangenen November hat sich Anja Scherl beim Valencia-Marathon in 2:28:54 Stunden für die Europameisterschaften im August in Berlin qualifiziert. Am Sonntag läuft sie in Osaka schon ihren nächsten Marathon. Damit setzt sie eine deutsche Tradition fort: Der Osaka-Marathon ist eng verbunden mit dem Namen Katrin Dörre-Heinig. Die heutige Marathon-Bundestrainerin gewann gleich viermal, so oft wie keine andere Läuferin, in Osaka: 1984, 1991, 1996 und 1997. Mit Anja Scherl (LG Telis Finanz Regensburg) startet am Sonntag erstmals seit vielen Jahren wieder eine deutsche Topläuferin in Osaka. Doch zu den Favoritinnen ist sie nicht zu zählen. Es geht ihr in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln.

Überraschend hatte sich Anja Scherl entschlossen, bereits wieder in Osaka einen Marathon zu laufen. Nachdem sie sich 2016 in Hamburg zunächst auf 2:27:50 Stunden verbessert hatte und dann bei Olympia in Rio als mit Abstand beste deutsche Läuferin Rang 44 belegt hatte, war sie erst wieder im vergangenen November über die 42,195 km gestartet. In Valencia meldete sich Anja Scherl mit einem überzeugenden fünften Platz in 2:28:54 Stunden zurück und unterbot damit die Norm für die Europameisterschaften, die im August in Berlin stattfinden. 

Gut zwei Monate später geht die 31-Jährige nun in Osaka an den Start. „Mir ist natürlich bewusst, dass der Abstand zum Valencia-Marathon sehr knapp ist und leider hat mich zwischendurch auch noch eine Erkältung erwischt. Trotzdem freue ich mich sehr auf das Rennen, da es eine ganz besondere Erfahrung ist, in einem top-besetzten Frauen-Marathon zu starten. Das ist sicherlich eine wichtige Erfahrung für weitere internationale Einsätze“, sagte Anja Scherl. Sie könnte die Nominierungs-Voraussetzungen für die EM endgültig erfüllen, wenn sie am Sonntag eine Zeit von zumindest 2:32:00 Stunden erreichen würde. Doch angesichts der Voraussetzungen steht die Zeit bei diesem Rennen für sie nicht im Vordergrund. Im Frühjahr bleibt ihr immer noch die alternative Qualifikationsmöglichkeit mit einem Leistungsnachweis bei einem Halbmarathonrennen.

Als Favoritin bei dem reinen Frauen-Eliterennen geht die Japanerin Yuka Ando an den Start. Sie kann für den dritten Heimsieg in Serie sorgen: Vergangenes Jahr gewann sie ihr Marathon-Debüt in Nagoya mit einer hochklassigen Zeit von 2:21:36 Stunden. Ihre stärksten Gegnerinnen kommen aus dem eigenen Land und aus Afrika: Mari Ozaki (Bestzeit: 2:23:50) und Reia Iwade (2:24:38) sowie Eunice Jeptoo (2:26:13) und die Äthiopierin Fayesa Robi (2:27:04).

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