Osaka-Marathon
Katharina Steinruck beim Osaka-Marathon mit Olympia im Blick

| Text: Jörg Wenig | Foto: photorun.net

Im Land der diesjährigen Olympischen Spiele will Katharina Steinruck am Sonntag den nächsten Schritt in Richtung Olympia-Ticket machen. Die 30-jährige Langstreckenläuferin startet beim Osaka-Marathon.

Im Land der diesjährigen Olympischen Spiele will Katharina Steinruck am Sonntag den nächsten Schritt in Richtung Olympia-Ticket machen. Die 30-jährige Langstreckenläuferin startet beim Osaka-Marathon.

In dem hochklassigen und traditionsreichen Frauen-Elite-Rennen trifft die 30-jährige Läuferin der LG Eintracht Frankfurt auf sehr starke Konkurrenz. Mit ihrem im vergangenen Oktober beim Mainova Frankfurt-Marathon aufgestellten persönlichen Rekord von 2:27:26 Stunden steht Katharina Steinruck in der nach Bestzeiten sortierten Startliste auf Position 14.

Angeführt wird das Feld von den Äthiopierinnen Haftamnesh Tesfay (Bestzeit: 2:20:13) und Meskerem Assefa, die 2018 in Frankfurt mit 2:20:36 gewonnen hatte. Mimi Belete (Bahrain/2:21:22), Bornes Jepkirui (Kenia/2:21:26) und Kayoko Fukushi (Japan/2:22:17) sind die nächstschnellsten Läuferinnen auf der Startliste. Fukushi hatte den Osaka-Marathon 2016 mit einem Streckenrekord von 2:22:17 gewonnen.

Zu den Tempomacherinnen, die der Veranstalter stellt, zählt Japans neue Halbmarathon-Rekordlerin Hitomi Niiya, die erst am vergangenen Sonntag den Houston-Halbmarathon in 66:38 Minuten gewonnen hatte. Da es sich in Osaka um ein reinen Frauen-Marathon handelt, gibt es keine männlichen Tempomacher.

Katrin Dörre-Heinig, die Mutter und Trainerin von Katharina Steinruck, ist ein bekannter Name im japanischen Marathonlauf. Sie ist nach wie vor die Rekord-Siegerin des Osaka-Marathons: Die heutige Bundestrainerin gewann das Rennen 1984, 1991, 1996 und 1997. Die Strecke des Rennens ist zumindest teilweise noch identisch, so dass Katrin Dörre-Heinig ihrer Tochter sicher auch diesbezüglich einige Tipps geben kann.

Während an der Spitze am Sonntag mit einem sehr schnellen Rennen zu rechnen ist, das durchaus in Zeitbereiche von um 2:20 Stunden führen könnte, wird Katharina Steinruck versuchen, sich einer Gruppe anzuschließen, die ungefähr im Bereich ihrer Bestzeit läuft. „Mein Ziel ist es, in diese Region zu laufen, vielleicht etwas schneller“, sagt Katharina Steinruck, die zuletzt vom 4. bis 16. Januar in Spanien trainiert hat, um vom besseren Wetter zu profitieren. „Ich bin zum Glück auch erkältungsfrei geblieben und gesund in Osaka angekommen.“

Neben Melat Kejeta (Laufteam Kassel/2:23:57) ist Katharina Steinruck die bisher einzige deutsche Läuferin, die die internationale Olympia-Norm von 2:29:30 Stunden unterboten hat. Läuft sie am Sonntag noch schneller als in Frankfurt im vergangenen Oktober, sollte ihr die erste Olympia-Teilnahme ihrer Karriere nicht mehr zu nehmen sein. Da Katharina Steinruck die Norm im vergangenen Jahr erfüllt hat, muss sie bis Ende Juni noch einen Leistungsnachweis bringen. Hier gilt entweder eine Halbmarathonzeit von 1:13:30 Stunden oder eine Marathonzeit von 2:32:00. Beide Zeiten - auch die Halbmarathon-Vorgabe - könnte sie am Sonntag quasi „im Vorbeigehen“ erfüllen.

Maximal drei Läuferinnen können im Marathon, der nicht in Tokio, sondern in Sapporo stattfinden wird, pro Nation an den Start gehen. „Im Frühjahr werden es sicherlich noch einige probieren. Ich hoffe, meine Chancen stehen gut, aber ich habe natürlich keinen Einfluss darauf, was die anderen machen“, sagte Katharina Steinruck, die aber eine Pool-Position im Rennen um die Olympia-Startplätze hat.