Das Neueste aus der Szene
Klosterhalfen in Rekordform, Kimetto nicht

| Jörg Wenig I Foto: imago
Da hatte Alain Blondel mal wieder ein gutes Händchen: Der Sportchef des Karlsruher Hallenmeetings stattete Konstanze Klosterhalfen mit der Startnummer

Da hatte Alain Blondel mal wieder ein gutes Händchen: Der Sportchef des Karlsruher Hallenmeetings stattete Konstanze Klosterhalfen (Foto) mit der Startnummer "408" aus. Die Leverkusenerin bedankte sich am Samstag über 1.500 Meter mit 4:08,38 Minuten - neuer U20-Hallen-Europarekord! Dahinter lief auch Hindernis-Ass Gesa Felicitas Krause eine neue Bestzeit. Weit entfernt von seiner Bestform präsentierte sich hingegen Marathon-Weltrekordler Dennis Kimetto in Spanien.

Konstanze Klosterhalfen sorgt nach ihrem überraschenden Cross-EM-Sieg bei den Juniorinnen vor knapp zwei Monaten jetzt auch in der Hallensaison für beachtliche Leistungen. Die erst 18-Jährige im Trikot des TSV Bayer 04 steigerte sich am Samstag beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Karlsruhe über 1.500 m auf 4:08,38 Minuten. Damit brach Konstanze Klosterhalfen ihren eigenen Junioren-Europarekord in der Halle, den sie in der Woche zuvor in Erfurt mit 4:09,79 aufgestellt hatte. „Ich bin beinahe sprachlos und weiß gar nicht, was ich sagen soll. Im Training haben wir nichts Großartiges umgestellt. Ich mache eine Einheit mehr in der Woche, aber das war es eigentlich schon. Vor dem Start hier war ich sehr nervös und hatte Respekt vor den anderen Läuferinnen“, erklärte Konstanze Klosterhalfen. Ein Video vom Rekordrennen findest du hier!

Die deutsche Nachwuchshoffnung unterbot jeweils auch die Norm für die Hallen-Weltmeisterschaften, die im März in Portland (USA) stattfinden. Im Rennen von Karlsruhe musste sie lediglich der Äthiopierin Axumawit Embaye (4:08,22) den Vortritt lassen und belegte Rang zwei. Hinter der drittplatzierten Irin Ciara Mageean (4:08,66) wurde die 3.000-m-Hindernisläuferin Gesa-Felicitas Krause (Eintracht Frankfurt) mit einer persönlichen Bestzeit von 4:08,91 Vierte.

Von der Warteliste in die Rekordlisten

„Vor dem Rennen war ich schon ziemlich nervös. Das war ja mein erstes internationales Rennen bei den Frauen und ich hätte nie gedacht, dass ich in so einem Feld Zweite werden kann. Durch das Gerangel musste ich teilweise auf Bahn zwei und drei ausweichen. Aber die Bestzeit und der Ausgang des Rennens machen mich jetzt super glücklich“, freute sich Konstanze Klosterhalfen. Und auch Trainer Sebastian Weiß zeigte sich natürlich zufrieden mit seinem Schützling: „Toll, dass Konstanze nach ihrem Rekord noch eins draufsetzen konnte. Wir mussten das Training in der letzten Woche recht flexibel gestalten, denn es stand lange nicht fest, ob sie in Karlsruhe noch einen Startplatz bekommt. Aber wie man sieht, hat alles super geklappt!“

Hochklassig besetzt war in Karlsruhe das 3.000-m-Rennen der Männer, obwohl sich dies nicht in den gelaufenen Zeiten widerspiegelte. Der Kenianer Augustine Choge gewann in 7:43,22 Minuten vor Yomif Kejelcha (Äthiopien/7:43,45) und seinem Landsmann Bethwel Birgen (7:43,49). Der amtierende Hallen-Weltmeister Caleb Ndiku (Kenia) wurde Vierter mit 7:44,09. Platz acht belegte Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg) mit 7:51,04. Deutlich schneller war das 3.000-m-Hallenrennen in Düsseldorf drei Tage zuvor. Auch hier hatte Augustine Choge die Nase vorne. Er war nach 7:39,23 Minuten vor Caleb Ndiku (7:39,82) und Yenew Alamirew (Äthiopien/7:40,24) im Ziel.

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Weltrekordler Kimetto enttäuscht

Während in Teilen Europas zurzeit noch die Hallen-Saison im Vordergrund steht, folgen in Kürze die ersten hochklassigen Straßenrennen über die Halbmarathondistanz. Am kommenden Sonntag steht bereits der Barcelona-Halbmarathon auf dem Programm. In Japan hat dagegen der Straßenlauf gerade im Winter Hochsaison.

Am Sonntag fand in Marugame eines der hochklassigsten japanischen Halbmarathonrennen statt. Die beste Leistung gab es dabei bei den Frauen: Die aus Kenia stammende und für den Bahrain startende Eunice Kirwa gewann in 68:06 Minuten. Damit stellte die 31-Jährige nicht nur eine persönliche Bestzeit auf sondern erzielte auch einen Landesrekord für Bahrain. Zwei weitere Läuferinnen blieben unter 70 Minuten: Diane Nukuri (Burundi) wurde Zweite mit 69:23, Eloise Wellings (Australien) lief auf Rang drei in 69:29.Das Rennen der Männer gewann Goitom Kifle (Eritrea) in 60:49 mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Dominic Nyairo (Kenia). Als Dritter folgte der Japaner Keijiro Mogi mit 60:54.

Weit weg von seiner Top-Form präsentierte sich hingegen Dennis Kimetto. Der Marathon Weltrekordler (2:02:57 h) aus Kenia belegte am Sonntag beim Halbmarathon in Granollers (Spanien) in schwachen 64:52 Minuten nur Rang sieben. Der Sieg ging in 61:01 Minuten an seinen Landsmann Alex Oloitiptip. Bei seinem Marathon-Weltrekord 2014 in Berlin hatte Kimetto die beiden Streckenhälften in 61:45 und 61:12 Minuten zurückgelegt. Der Kenianer bereitet sich momentan auf den London-Marathon im April vor. So war ohnehin keine Top-Zeit zu erwarten. Doch seine 64:52 Minuten (bei Kilometer 10 hatte er schon rund anderthalb Minuten Vorsprung auf die Spitze) lassen daran zweifeln, dass der Weltrekordler beim London-Marathon eine gute Rolle spielen kann.