Konstanze Klosterhalfen läuft zwei Rekorde in einem Rennen

| Text: Jörg Wenig | Foto: Imago

Eine Woche vor ihrem ersten Hallen-Start 2019 in Deutschland hält die Siegesserie von Konstanze Klosterhalfen in den USA an: In New York gewann sie am Wochenende bei den traditionsreichen Millrose Games das Meilenrennen mit der deutschen Hallen-Rekordzeit von 4:19,98 Minuten. Auch an der 1.500-Meter-Marke war sie in 4:02,70 Minuten schneller als der 34 Jahre alte deutsche Rekord von Brigitte Kraus (4:03,64 min).

Die 21-jährige Läuferin vom TSV Bayer 04 Leverkusen, die im vergangenen Herbst zum Training nach Portland in den US-Bundesstaat Oregon übergesiedelt ist, wurde mit diesem Ergebnis sogar zur fünftschnellsten Meilen-Läuferin aller Zeiten. Zwar wird die Distanz international in der Halle nur selten gelaufen, doch das schmälert nicht die Leistung von Klosterhalfen, die sich am kommenden Wochenende bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig erstmals seit ihrem Wechsel in die USA den deutschen Fans präsentieren wird.

Die bisherige Meilen-Rekordhalterin Vera Michallek war 1988 in Sindelfingen 4:28,29 Minuten gelaufen. Ihre Nachfolgerin war somit nun gleich um gute acht Sekunden schneller. Den Weltrekord über die Meile hält die Äthiopierin Genzebe Dibaba mit 4:13,31. Europarekordlerin ist die Rumänin Doina Melinte, die 1990 eine Zeit von 4:17,14 erreichte.

Auch die 1.500-Meter-Zeit dürfte als Rekord anerkannt werden

Höchstwahrscheinlich wird Konstanze Klosterhalfen auch zur deutschen 1.500-m-Rekordlerin. Denn in New York wurden die Zwischenzeiten an dieser Stelle offiziell gestoppt. Die 21-Jährige passierte den Punkt in 4:02,70 Minuten und blieb damit fast eine Sekunde unter dem noch älteren deutschen Rekord: 1985 war Brigitte Kraus in Piräus 4:03,64 gelaufen.

Konstanze Klosterhalfen siegte in New York bei ihrem doppelten Rekordrennen mit deutlichem Vorsprung vor den US-Amerikanerinnen Colleen Quigley (4:22,86) und Kate Grace (4:24,27). Es war für die Rheinländerin Sieg Nummer vier bei ebenso vielen Rennen in der US-Hallensaison. Zunächst hatte Konstanze Klosterhalfen in Seattle über 1.000 m und die Meile gewonnen, dann in Boston über 5.000 m und nun in New York.

Yomif Kejelcha verpasst Meilen-Weltrekord knapp

Um die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde verpasste Yomif Kejelcha im Meilenrennen der Männer in New York den Weltrekord. Die Bestmarke hält seit 1997 der Marokkaner Hicham El Guerrouj mit 3:48,45 Minuten. Der Äthiopier Kejelcha war bei den Millrose Games nach 3:48,46 im Ziel. Er kündigte danach einen neuen Weltrekordversuch noch in dieser Saison an. Zweiter wurde der Kenianer Edward Cheserek mit 3:53,29 knapp vor Clayton Murphy (USA/3:53,30).

Den avisierten 1.000-m-Weltrekord deutlich verpasst hat Genzebe Dibaba beim Leichtathletik-Meeting im Lievin. Die äthiopische Ausnahmeläuferin gewann das Rennen in Frankreich in 2:37,40 Minuten vor Winnie Nanyondo (Uganda/2:37,80) und Rababe Arafi (Marokko/2:38,21). Der 20 Jahre alte Weltrekord von Maria Mutola (Mosambik) steht allerdings bei 2:30,94.

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