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Laufen in Afrika: Begegnung mit der schwarzen Mamba

| Christian Ermert
Als Läufer kann man wirklich was erleben. Das weiß laufen.de-Chefredakteur Christian Ermert nur zu gut. In Namibia traf er auf die schwarze Mamba.

Jaja, wer eine Reise tut, kann was erzählen. Der Spruch ist mal so richtig abgedroschen. Aber wer verreist und dabei läuft, erlebt wirklich die besten Geschichten. So wie laufen.de-Chefredakteur Christian Ermert, der in Namibia beim Joggen auf die giftigste Schlange Afrikas traf.

Bist du schon mal beim Laufen einer Schlange begegnet? Und ich meine jetzt keine Ringelnatter. Und schon gar nicht die Blindschleiche, die ja gar keine Schlange ist, sondern eine Eidechse ohne Beine. Ich denke an echte, giftige, große Schlangen. Wie die schwarze Mamba. Wer von der gebissen wird, ist tot, wenn er nicht binnen kürzester Zeit mit einem Serum behandelt wird.

Auf dieses Tier kann man in Afrika treffen, aber nur wenige Touristen bekommen es je zu Gesicht. Es sei denn, sie sind Vollblut-Läufer, die jede Gelegenheit nutzen, auch abgelegene Regionen im Laufschritt zu erkunden. So wie meine Freundin und ich in Namibia. Im einsamen Naukluft-Gebirge soll es einen wunderschönen Wanderweg geben. Ungefähr vier Stunden, mit ein paar Kletterpartien.

Als Trailläufer denken wir uns: Wo man wandern kann, kann man auch laufen. Im Reiseführer stand zwar was von vielen Schlangen, die genau da Frösche und Eidechsen jagen, wo der Pfad herführt. Aber die spüren ja die Erschütterungen unserer schnellen Schritte auf den Felsen und werden sich schon verziehen, bevor wir sie erspähen, denke ich noch, als ich auf eine Felsstufe zulaufe, hinter der es knapp zwei Meter abwärts geht.

Was danach kommt, sehe ich erst, als ich die Kante erreiche. Ein kleiner Tümpel. Und am Ufer eine Schlange, mindestens zwei Meter lang und dunkelgrau bis olivgrün gefärbt. Vollbremsung. Meine Freundin läuft auf mich auf. „Du, wir können hier nicht weiter. Da liegt eine …“

Schwarze Mamba. Zum Glück lässt sich der Tümpel auf der anderen Seite umrunden, sodass gut vier Meter zwischen uns und dem Tier liegen. Schnell noch ein Schnappschuss und weiter. Die verwackelte Aufnahme ist bis heute ein Highlight unter den Urlaubsfotos. Und das Wissen, dass wir von dort bis zum nächsten Ranger-Posten noch mal gut zwei Stunden gebraucht haben, sorgt immer noch für leichtes Schaudern. Handy-Netz gab’s natürlich keins. Wäre einer von uns gebissen worden, wäre es das wohl gewesen. Und nicht nur mit dem Laufen.