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Lisa Hahner: „Ich bin fit für eine neue Bestzeit"

| Redaktion laufen.de | Foto: Frankfurt-Marathon
Nach zwei Verletzungen meldet sich Lisa Hahner beim Frankfurt-Marathon zurück. Im Interview spricht die 25-Jährige über ihre Form und die Olympia-Norm.

Nach zwei schweren Verletzungen meldet sich Lisa Hahner am Sonntag beim Frankfurt-Marathon auf der großen Laufbühne zurück. Im Interview spricht die 25-Jährige über ihre Form, die Olympia-Norm und wie sie mit Rückschlägen umgeht.

Lisa, was macht dich zuversichtlich, dass du am Sonntag in Frankfurt nach zwei Jahren wieder einen Marathon durchstehst?
Lisa Hahner: Weil es einfach läuft. Ich bin seit vielen Wochen gesund und beschwerdefrei und kann exakt nach Plan trainieren. Die Kurve ist steil nach oben gegangen.

Wie darf man sich nach deinem im März erlittenen Ermüdungsbruch im Wadenbein die ersten Laufschritte vorstellen?
Lisa Hahner: Der Wiedereinstieg nach der Verletzung war hart. Das Laufen war zunächst nicht mehr so, wie ich es kannte. Weil es ja leider nicht meine erste Verletzung war, wusste ich aber, dass ich über diesen Punkt hinüberkommen werde. Mit viel Geduld und Beharrlichkeit. In den vergangenen Wochen habe ich umso mehr das Gefühl genossen, dass es von Trainingseinheit zu Trainingseinheit besser läuft.

Welche Erinnerungen verbindest du mit deinem letzten erfolgreichen Marathonrennen in Frankfurt 2013. Vor zwei Jahren hast du in der Festhalle deine Bestzeit von 2:30:13 Stunden aufgestellt?
Lisa Hahner: Sehr viele schöne Bilder. Ich denke in diesen Tagen sehr häufig an das damalige Rennen zurück. Die Stimmung im Ziel war grandios. Ich liebe den Einlauf in die Festhalle, auch die Atmosphäre am Streckenrand war super. Ich wollte in diesem Jahr unbedingt zurück nach Frankfurt.
 
Ist es realistisch, nun schon die Olympianorm für Rio 2016 von 2:28:30 Stunden in Angriff zu nehmen?
Lisa Hahner: Ich werde in Frankfurt so schnell laufen wie ich kann. Ob die Zeit es in den Augen des DLV wert sein wird, dass ich in Rio starte, werde nicht ich entscheiden. Meine Ziel ist es, schnell zu laufen und mich um ein oder zwei Minuten im Vergleich zu 2013 zu verbessern. Das scheint mir sehr gut möglich.

„Für mich ist es das Größte, nach 42,195 Kilometern über die Ziellinie zu laufen!“

Fühlt es sich gerade wie ein Neustart deiner Karriere an nach zwei verletzungsbedingt quasi verlorenen Jahren?
Lisa Hahner: Nein, das wäre zu hoch gegriffen. Es sieht auf den ersten Blick doof aus, dass ich zwei Jahre keinen Marathon mehr bewältigt habe. Aber ich habe im Frühjahr 2014 und auch in diesem Frühjahr jeweils eine fast komplette Marathonvorbereitung absolviert, ehe die Verletzungen kamen. Es fühlt sich nicht so an, als ob ich ganz draußen gewesen bin.

Kannst du deine Unbekümmertheit und Freude am Laufen aufrechterhalten mit dieser Vorgeschichte mit zwei schweren Verletzungen?
Lisa Hahner: Ich glaub schon. Ich freue ich mich gerade deshalb so megamäßig auf Frankfurt, weil es für mich das Größte ist, nach 42,195 Kilometern über eine Ziellinie zu laufen.
 
Wie darf man sich die Zusammenarbeit zwischen dir und deiner Zwillingsschwester Anna mit dem berühmten Marathontrainer Renato Canova vorstellen, der mehr als 100 Topathleten auf der ganzen Welt betreut?
Lisa Hahner: Er schreibt uns unsere Trainingspläne und wir stehen im ständigen  E-Mail- und Telefonkontakt. Wir nennen ihn Maestro, wenn wir über ihn sprechen. Er kennt das Marathongeschäft vermutlich wie kein Zweiter. Er weiß auf jede Frage eine lange Antwort (lacht).
 
Wie sehr hast du mit Anna bei ihrem Rennen Ende September in Berlin mitgefiebert?
Lisa Hahner: Anna war in Berlin extrem fit, ich hatte ihr eine richtig krasse Zeit zugetraut. Schade, dass es - in Anführungsstrichen – nur eine 2:30:19 wurde. Ein Marathon bleibt ein Marathon – da kann alles passieren.
 
Welche Rolle wird Anna in deinem Lauf am Sonntag spielen?
Lisa Hahner: Ich fände es cool, wenn Anna auf dem Fahrrad in Frankfurt unterwegs wäre und mir die Getränkeflaschen reicht.