London: Eliud Kipchoge gewinnt in 2:02:37, Brigid Kosgei in 2:18:20

| Text: Jörg Wenig | Foto: imago images/i images

Titelverteidiger Eliud Kipchoge und seine kenianische Landsfrau Brigid Kosgei haben den London-Marathon mit absoluten Weltklassezeiten gewonnen. Die Siegerehrung übernahm Prinz Harry. Die Veranstalter rechnen mit einem Finisherrekord von mehr als 42.000 Läufer, die das Ziel am Buckingham Palace erreichten.

Weltrekordler Eliud Kipchoge, der in Berlin im vergangenen Jahr die globale Bestmarke auf 2:01:39 Stunden gesteigert hatte, siegte in 2:02:37 Stunden und erzielte damit - abgesehen von einem irregulären Rennen in Monza - die zweitschnellste je gelaufene Zeit, einen Streckenrekord und eine Jahresweltbestzeit. Der 34-jährige kenianische Olympiasieger hat nunmehr zwölf seiner 13 Marathonrennen gewonnen und seine Vormachtstellung einmal mehr eindrucksvoll bewiesen.

Zum zweitschnellsten Marathonläufer aller Zeiten wurde in London Mosinet Geremew. Der Äthiopier lief in 2:02:55 als Zweiter ins Ziel. Rang drei belegte sein Landsmann Mule Wasihun in 2:03:16. Er wurde damit zum achtschnellsten Marathonläufer aller Zeiten. Als Vierter kam Shura Kitata (Äthiopien) nach 2:05:01 ins Ziel. Mo Farah (Großbritannien) hatte keine Chance, am Ende ganz vorne dabei zu sein und wurde Fünfter in 2:05:39. Er verpasste zwar seinen Europarekord von 2:05:11, lief aber trotzdem eine hochklassige Zeit.

Mit der Weltklasse-Siegzeit von 2:18:20 Stunden erzielte Brigid Kosgei in London die neuntschnellste je gelaufene Zeit. In der Jahresweltbestenliste belegt die 25-Jährige damit trotz der absoluten Topzeit jedoch nur Platz drei, denn in Dubai waren im Januar Ruth Chepngetich (Kenia) und Worknesh Degefa (Äthiopien) mit 2:17:08 beziehungsweise 2:17:41 noch deutlich schneller.

Hinter Brigid Kosgei belegte ihre Landsfrau Vivian Cheruiyot mit deutlichem Abstand Platz zwei. Die Vorjahressiegerin lief mit 2:20:14 Stunden jedoch trotzdem noch eine sehr schnelle Zeit. Als Dritte folgte Roza Dereje (Äthiopien) in 2:20:51 mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Gladys Cherono (Kenia). Kenias Afrika-Rekordhalterin Mary Keitany musste sich mit Platz fünf in 2:20:58 zufrieden geben .

Die Londoner Veranstalter rechneten mit einem Finisher-Rekord bei der 39. Auflage des Rennens. Denn über 43.000 Läufer hatten in den Tagen vor dem Marathon-Spektakel ihre Startnummer abgeholt. Das waren deutlich mehr als je zuvor. Erwartet wurde, dass über 42.000 Läufer das Ziel am Buckingham Palast erreichen werden. Der bisherige Londoner Finisher-Rekord steht bei 40.273 Läufern aus dem vergangenen Jahr.

Ein einmaliger Rekord wird auch beim „Charity-Running“ in London erwartet. Seit Beginn des Rennens sammelten die Teilnehmer des Rennens Spenden in Höhe von 955 Millionen Pfund (rund 1,1, Milliarden Euro). Die Veranstalter konnten davon ausgehen, dass am Sonntag die Milliarden-Pfund-Grenze überschritten wurde. Keine andere Veranstaltung weltweit generiert derartig hohe Spendensummen wie der London-Marathon, wo das Laufen für den guten Zweck von Beginn an ein fester Bestandteil der Veranstaltungskonzeptes war.

Verdacht auf Blutdoping: Halbmarathon-Weltrekordler Abraham Kiptum suspendiert

Knapp zwei Tage vor dem Rennen war Halbmarathon-Weltrekordler Abraham Kiptum suspendiert worden. Hintergrund ist, dass es bei dem Kenianer offenbar Unregelmäßigkeiten in seinem Biologischen Athletenpass gegeben hat. Dies kann auf Blutdoping hindeuten.

Gerüchte über ein mögliches Dopingvergehen des 29-jährigen Langstreckenläufers hatte es bereits seit einigen Wochen gegeben. Nun suspendierte die vom internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) eingerichtete, aber unabhängig arbeitende Athletics Integrity Unit (AIU) Abraham Kiptum bevor er in London an den Start gehen konnte. Noch am Mittwoch hatten die Veranstalter den Kenianer im Rahmen einer Pressekonferenz unter anderem mit Eliud Kipchoge und Mo Farah zusammen präsentiert. Wie die Organisatoren mitteilten ist Abraham Kiptum inzwischen aus London abgereist.

Da der Nachweis von Blutdoping über den Biologischen Athletenpass, in dem die Blutdaten verschiedener Proben gesammelt werden, über einen längeren Zeitraum stattfindet, ist durchaus möglich, dass der Halbmarathon-Weltrekord von Abraham Kiptum annulliert wird. Der Kenianer hatte im vergangenen Oktober in Valencia die über zehn Jahre alte Bestzeit von Zersenay Tadese (Eritrea/58:23) um fünf Sekunden auf 58:18 Minuten verbessert. Im Marathon hat Kiptum eine Bestzeit von 2:05:26. Im Dezember war er als Zweiter des Abu Dhabi-Marathons zwar 2:04:16 gelaufen, jedoch war die Strecke um gut 100 Meter zu kurz.

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