London: Falscher Marathon-Finisher muss ins Gefängnis

| Text: Jörg Wenig | Foto: Imago

Ein vermeintlicher Finisher des London-Marathons wurde jetzt wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Der obdachlose Mann hatte an der Strecke kurz vor dem Ziel in der Nähe des Buckingham Palast eine Startnummer gefunden und war mit dieser die letzten paar hundert Meter der 42,195 km langen Strecke gelaufen. Dies berichten verschiedene britische Medien.

Im Ziel feierte er seinen „Erfolg“ und ließ sich mit der Startnummer und der Medaille fotografieren. Freunde des Läufers, der die Nummer verloren hatte, sahen dies zufällig und erkannten die Nummer. Der echte Marathonläufer war einer der zahlreichen Athleten, die mit ihren Marathonrennen Spenden für wohltätige Zwecke sammeln. Bei den ungewöhnlich hohen Temperaturen in diesem Jahr hatte er rund 300 Meter vor dem Ziel sein T-Shirt ausgezogen. Dabei verlor er seine Startnummer.

Wie die Verteidigerin des obdachlosen Mannes erklärte, sei es sein Traum gewesen, einmal beim London-Marathon laufen zu können. Er habe die Startnummer auf dem Boden gefunden und sich gedacht, das sei seine Chance - dass er etwas Verbotenes tat, sei ihm nicht richtig bewusst gewesen. Aufgrund zusätzlicher kleinerer Diebstähle wurde der Mann zu einer 16-wöchigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Die Verantwortlichen des Virgin Money London-Marathons erklärten vor Gericht, sie fürchten aufgrund eines solchen Vorfalls, dass das Ansehen ihrer Veranstaltung Schaden nimmt. Das Rennen ist einer der bedeutendsten Marathonläufe der Welt. Für 2019 registrierten die Veranstalter die Rekordzahl von über 400.000 Bewerber auf eine Startnummer. Die Startplätze werden über eine Lotterie zugelost. Charity-Läufer des London-Marathons sammelten 2017 über 70 Millionen Euro für wohltätige Zwecke.

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