Mit fast 170 Kilo beim Frankfurt-Marathon

| Text: Christian Ermert | Fotos: Isaak Papadopoulos

Frank Stuhlmann ist Feuerwehrmann. Er wiegt 147 Kilo. Beim Mainova Frankfurt Marathon hat er dazu noch seine fast 20 Kilogramm schwere Ausrüstung angelegt und ist ein gut sechs Kilometer langes Teilstück als Mitglied einer Feuerwehrstaffel gelaufen. Eine Riesenleistung für den 46-Jährigen, der ein Jahr zuvor noch über 180 Kilo schwer war.

Im Video: Frank Stuhlmann in voller Montur beim Frankfurt-Marathon

Harte Arbeit auf der Laufstrecke

Mainova Frankfurt Marathon. Irgendwo zwischen Kilometer 13 und 19. Die schnellen Läufer sind schon seit über einer Stunde durch. Auf der Straße quält sich ein Mann in schwerer Feuerwehrmontur. An der Sauerstoffflasche hat er eine blaue Flagge befestigt. „Helfen Sie helfen“ steht darauf. Eine Aufforderung, die Deutsche Krebshilfe zu unterstützen.

Der Feuerwehrmann leidet. Er schnauft. Er schwitzt. Immer wieder muss er Gehpausen einlegen. Seine Kollegen, die auch als Staffel die 42,195 Kilometer absolvieren wollen, feuern ihn an, ziehen auch schon mal an seiner Uniform, um ihn zum Weiterlaufen zu animieren. Schließlich hat er es geschafft. 6,2 Kilometer liegen hinter ihm. Das zweite Teilstück der Marathon-Staffel. Er übergibt die blaue Flagge und den Zeitmess-Chip dem nächsten Feuerwehrläufer, lehnt sich an ein Absperrgitter und pustet erstmal durch. Er ist fertig, aber glücklich.

20 Kilo wiegt die Feuerwehrmontur mit Atemschutz-Gerät. Und der Mann, der sie trägt, bringt ohne sie schon 147 Kilo auf die Waage. Frank Stuhlmann hat in Frankfurt sein erstes Jahr als Läufer beendet. Knapp 18 Monate vorher hat er sich schon mal so ähnlich gefühlt wie beim Frankfurt-Marathon. Nur dass ihn damals weder Feuerwehr- und Laufkollegen noch Zuschauer am Streckenrand anfeuerten. Es wartete auch kein gänsehautträchtiger Zieleinlauf mit Cheerleadern, fetziger Musik, Discolichtern und einem roten Teppich in der Frankfurter Festhalle auf ihn.

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Es macht Klick: Die Kilos müssen runter!

Damals wog er noch mal 32 Kilo mehr. Saß mit 180 Kilo in Franken irgendwo in der Nähe seines Wohnortes Lichtenfels auf dem Fahrrad. Auf dem Rad versuchte er einen seiner ganz schnellen Feuerwehrkollegen einzuholen, der gerade dabei war, mit neun anderen Feuerwehrmännern als Staffel laufend ganz Deutschland von Flensburg bis auf die Zugspitze zu durchqueren – in voller Montur versteht sich.

„Ich habe Wasser geholt und wollte wieder ganz nach vorn fahren“, erinnert sich Frank Stuhlmann an den Moment, als ihm klar wurde, dass er in seinem Leben etwas ändern muss, „das war für mich eine Tortur. Ich habe danach fast eine halbe Stunde gebraucht, bis ich wieder normal geatmet habe. Da habe ich gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann.“ Das war im Mai 2016. Es hat Klick gemacht. Aber bis er mit dem Laufen begann, hat es noch über drei Monate gedauert. „Ich musste überlegen, was genau ich machen will, um abzunehmen. Ich hoffe, dass mein Plan jetzt nachhaltig ist.“ Gesund abnehmen. Mit Laufen. Ohne Diäten.

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Frank Stuhlmann war dank der Generali Deutschland mit seiner Staffel in Frankfurt am Start. Der Versicherungskonzern unterstützt seit 2017 den Laufsport in Deutschland mit einer nationalen Initiative für mehr Bewegung im Alltag. Im Rahmen dieses Engagements vergibt er unter anderem Startplätze bei den großen Marathons in München, Berlin, Frankfurt und Köln.

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Abnehmen ohne Diät

Zusammen mit dem Laufen begann er, seine Ernährung umzustellen. „Aber auf einem gesunden Weg, ohne verrückte Diäten“, betont der 46-Jährige. Er isst einfach weniger als früher und hat den Anteil an frischen, natürlichen Lebensmitteln aus der Region deutlich erhöht. Kalorien zählt er nicht. „Am wichtigsten ist aber, dass ich süße Getränke wie Cola und Limonade ganz gestrichen und durch Mineralwasser ersetzt habe.“

Mittlerweile läuft er drei- bis viermal pro Woche zwischen drei und acht Kilometern. Unterstützt wird er von einem Arzt, regelmäßig geht er zur Physiotherapie. Alle zwei Wochen läuft er auch mal in voller Feuerwehr-Montur. Schließlich ist es Bestandteil seines Projekts, als laufender Feuerwehrmann Aufmerksamkeit zu erzeugen und so Spenden für die Deutsche Krebshilfe zu sammeln. „Im Kampf gegen den inneren Schweinehund hilft es, sich Ziele zu setzen und die auch öffentlich zu machen. Das motiviert mich, auch dann laufen zu gehen, wenn ich abends müde von der Arbeit nach Hause komme und das Wetter schlecht ist.“

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Mit den Feuerwehr-Kumpels auf der Strecke

In der Feuerwehr-Montur wird‘s heiß. Sehr heiß. Und ans Laufen in voller Feuerwehr-Montur muss man sich gewöhnen. Die Ausrüstung ist ja gemacht, um die Hitze eines Feuers abzuwehren – umgekehrt kann auch die körperliche Hitze, die beim Laufen entsteht, nicht raus. Das hat Frank Stuhlmann in Frankfurt gespürt. Es war sein erster großer Lauf-Event. „Ein erstes Läuferjahr kann man ja gar nicht besser abschließen“, sagt er.

In Frankfurt traf er in der Staffel auch einige Kollegen wieder, die 2016 auf ihrem Weg von Flensburg zur Zugspitze bei Frank Stuhlmann zu Hause vorbeikamen. Holger Hüfner zum Beispiel von der Frankfurter Berufsfeuerwehr. Topfit und drahtig. Er gehörte zu den zehn Kollegen, die auf ihrer Deutschland-Tour auch Spenden für die Krebshilfe sammelten und Frank Stuhlmann zum Laufen inspirierten. „Als ich Frank damals auf dem Rad gesehen habe, war mein erster Gedanke: Respekt. Er hat echt gekämpft“, erinnert sich Holger Hüfner. Und sein Respekt ist noch größer geworden, seit er weiß, dass das Schwergewicht mit dem Laufen begonnen und schon über 30 Kilo abgenommen hat.

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Frank Stuhlmann will noch fitter werden - auch, um das Laufen mehr zu genießen

Aber wie kam es eigentlich dazu, dass ein ehemaliger Ausdauersportler – Frank Stuhlmann war in jungen Jahren Radrennfahrer – so übergewichtig wird? Seine Erklärung ist schonungslos offen: „Ich habe begonnen, als Lokführer zu arbeiten. Mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. Ich kam gar nicht mehr zum Sport, aß nur noch ungesund, weil man nachts um zwei oder drei keine gesunden Sachen bekommt. Irgendwann habe ich dann gar nicht mehr auf mein Gewicht geschaut. Das ist ein ganz schlimmer Punkt – weil man gleichgültig wird und immer noch mehr zunimmt.“

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr fühlte er sich nicht mehr so richtig wohl. „Ein Feuerwehrmann muss fit sein, um der Bevölkerung helfen zu können. Das war ich mit gut 180 Kilogramm einfach nicht mehr, auch wenn ich in gewissen Funktionen im Einsatz unterstützen konnte.“ Auto fahren und Pumpen bedienen – mehr ging kaum. Das soll sich bald ändern. Frank Stuhlmann peilt die 100-Kilo-Marke an und will wieder ein richtig fitter Feuerwehrmann werden. Und dann muss er sich beim Laufen auch in voller Montur sicher nicht mehr ganz so arg quälen wie in Frankfurt.

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