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Mo Farah startet mit Niederlage ins Olympiajahr

| Jörg Wenig I Foto: imago
Mit einer Niederlage hat Doppel-Olympiasieger Mo Farah das olympische Jahr begonnen: In Edinburgh musste er sich Garrett Heath (USA) geschlagen geben.

Mit einer überraschenden Niederlage hat der britische Doppel-Olympiasieger und -Weltmeister Mo Farah das olympische Jahr begonnen: In Edinburgh musste er sich am Samstag beim traditionellen Crossrennen dem US-Amerikaner Garrett Heath (links im roten Trikot) geschlagen geben, der im Holyrood Park bereits zum dritten Mal in Folge triumphierte. Drei Tage zuvor hatte der Äthiopier Imane Merga, der 2011 Cross-Weltmeister war, den italienischen Campaccio für sich entschieden. Die beiden Crossrennen in Edinburgh und San Giorgio su Legnano gehören zu den hochkarätigsten Querfeldeinläufen des Jahres.

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Auf einem sehr matschigen Untergrund musste sich Mo Farah in seinem ersten Crossrennen seit 2011 - damals hatte er in Edinburgh gewonnen - im Endspurt Garrett Heath geschlagen geben. Über die 8-km-Distanz war der US-amerikanische Mittelstrecken- und 5.000-m-Läufer nach 25:29 Minuten mit zwei Sekunden Vorsprung vor Farah im Ziel. Scott Fauble (USA/25:38) belegte in Abwesenheit von afrikanischer Konkurrenz Rang drei. „Natürlich will ich immer gewinnen. Aber es ist besser jetzt ein Rennen zu verlieren als später im Jahr“, sagte Mo Farah, der bei Olympia in Rio im August seine Titel über 5.000 und 10.000 m wiederholen will.

Auf den beiden Einführungsrunden sorgten Farahs Team-Kollegen für eine flotte Fahrt, während sich der zweimalige Olympiasieger etwas weiter hinten im Feld einsortiert hatte. Mit zunehmender Renndauer rückte „Mo“ immer weiter vor und kämpfte um den Sieg. Doch es war erneut US-Boy Heath - mit einer 5.000-Meter-Bestzeit von 13:16 Minuten nicht gerade die erste Garnitur in der Welt, aber schon in der Vergangenheit immer wieder für eine Überraschung gut - der in der entscheidenden Phase das Tempo anzog und in 25:29 Minuten zum seinem dritten Sieg stürmte. Die Team-Wertung ging mit 36 Punkten an die Briten, die USA (47) belegten Platz zwei, die Europa-Auswahl wurde mit 112 Zählern Dritte.

Angriff auf den Hallen-Weltrekord?

Für Mo Farah war das Rennen in Edinburgh der Auftakt zu einer kurzen Wintersaison. Höchstens zwei Hallenrennen sollen in den kommenden Wochen folgen. Die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, dass Farah am 20. Februar in Glasgow den Hallen-Weltrekord über 3.000 Meter angreifen will. Den hält seit 18 Jahren der Kenianer Daniel Komen mit 7:24,90 Minuten. Farahs Bestzeit steht bei 7:33,1 Minuten - aufgestellt als Durchgangszeit bei seiner Weltbestzeit über zwei Meilen (3.218 m) vergangenes Jahr in Birmingham.

Danach startet der Brite in die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele Mitte August in Rio. Dort kann der 32-Jährige Einmaliges schaffen: das vierte Langstrecken-Double in Folge nach den WM-Siegen 2013 und 2015 über 5.000 und 10.000 m und dem Doppel-Olympiasieg 2012. Im 6-km-Rennen der Frauen gab es in Edinburgh einen britischen Erfolg. Hier setzte sich die Cross-EM-Zweite Kate Avery in 21:05 Minuten vor der Irin Fionnuala McCormack (21:09) und Gemma Steel (Großbritannien/21:31) durch.

Im Nachwuchs-Rennen der Juniorinnen war der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) durch Sarah Kistner (MTV Kronberg) vertreten. Die Team-Europameisterin von Hyères zeigte über vier Kilometer ein hervorragendes Rennen für die Europa-Auswahl. Nach einem etwas ruhigeren Anfang agierte die zweifache Berglauf-Europameisterin taktisch klug und lief immer weiter gen Spitze.

Ganz vorne ließ die Britin Bobby Clay mit 14:09 Minuten nichts anbrennen. Ihre Landsfrau Harriet Knowles-Jones (14:11 min) machte das „Double“ für den starken Nachwuchs von der Insel perfekt. Die Dänin Anne Emilie Moller lief in 14:12 Minuten auf den Bronze-Rang. Als starke Vierte (14:23 min) beendete Sarah Kistner ihren Cross-Einsatz und konnte dabei noch die am Ende stark aufkommende US-Amerikanerin Katie Rainsberger (14:29 min) in Schach halten.

Eine Spurtentscheidung hatte es am Mittwoch beim Campaccio-Cross in Nord-Italien gegeben. Über die 10-km-Distanz siegte Imane Merga in 28:50 knapp vor seinem zeitgleichen Landsmann Yasin Haji. Dritter wurde der kenianische 3.000-m-Hindernis-Spezialist Jairus Birech mit 28:54. Über die 6-km-Distanz setzte sich die junge Kenianerin Alice Aprot Nawowuna gegen erfahrenere Konkurrenz durch. Die gerade erst 22-Jährige gewann in der Streckenrekordzeit von 18:56 vor Ruth Jebet (Bahrain/19:01) und Linet Masai (Kenia/19:02).