Der Wochen(end)-Rückblick
Neue Sphären: Frederik Ruppert mit Europa-Rekord und erstmals unter 8 Minuten
Im vergangenen Jahr hatte Frederik Ruppert bereit in Rabat (Marokko) mit einem deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis überzeugt. Jetzt blieb er an selber Stelle als erster Europäer unter 8 Minuten.
Als Frederik Ruppert im vergangenen Jahr beim Diamond League-Meeting im marokkanischen Rabat einen deutsche Hindernisrekord gelaufen war, hatten sich alle die Augen gerieben. In 8:01,49 Minuten hatte er nicht nur seine eigene Bestzeit um unglaubliche 13,59 Sekunden gesteigert, sondern auch den seit 1999 bestehenden deutschen Rekord um sage und schreibe 7,99 Sekunden!
Den hatte bis dahin Damian Kallabis, der Hindernis-Europameister von 1998, gehalten, aufgestellt 1999 in Zürich mit 8:09,48 Minuten. Frederik Ruppert gelang mit diesem Rennen vor einem Jahr der Vorstoß in eine neue Dimension. Und das ist ihm nun wieder gelungen.
Mit starker Schlussrunde zum Rekord
Selber Ort, selbes Meeting. Gleich von Beginn an wurde ein forsches Tempo für unter 8 Minuten angeschlagen. Nachdem Frederik Ruppert sich zunächst etwas zurückhielt, lief er dann wieder an die führenden Läufer um den Lokalmatador und Doppel-Olympiasieger Soufiane El Bakkali heran. Der Marokkaner war im Vorjahr der einzige gewesen, der Frederik Ruppert bei seinem Sturmlauf in Schach halten konnte.
Und so war es auch dieses Jahr. In der Schlussrunde lief Frederik Ruppert noch auf den zweiten Platz hinter El Bakkali, der vor heimischem Publikum in 7:57,25 Minuten gewann. Dahinter stürmte Frederik Ruppert in 7:57,80 Minuten ins Ziel. Damit unterbot er nicht nur seinen ein Jahr alten deutschen Rekord.
Frederik Ruppert im Interview nach dem Rennen
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Weltweit waren nur elf schneller
Auch der Europarekord war fällig. Den hatte seit 2013 mit 8:00,09 Minuten der Franzose Mahiedine Mekhissi-Benabbad gehalten. Frederik Ruppert war nun der erste Europäer, dem eine Zeit unter 8 Minuten gelang. Nur elf Athleten waren weltweit je schneller, den Weltrekord hält seit drei Jahren der Äthiopier Lamecha Girma mit 7:52,11 Minuten.
In einem Video der Sportschau gibt es die Highlights des Meetings und des Rekord-Rennens.
Keinen Trainingstag verpasst, das Ziel vor Augen
„Nach meiner Zeit von 8:01 hier im letzten Jahr war der Europarekord definitiv mein Ziel. Es ist unglaublich, der erste Europäer zu sein, der die Acht-Minuten-Marke unterbietet. Den ganzen Winter über habe ich mit genau diesem Ziel vor Augen trainiert und keinen einzigen Trainingstag ausgelassen. Deshalb fühlt es sich großartig an, wenn sich all die harte Arbeit am Ende auszahlt“, wurde er auf der Internetseite der Diamond League zitiert.
Gute Rennen auch in Dresden und Karlsruhe
Die Norm für die Europameisterschaften vom 10. bis 16. August unterbot er damit natürlich locker. Dort wird er nun zu den Favoriten gehören. Und auch ein weiterer Hindernisläufer bewies am Wochenende seine gute Form: Beim „Goldenen Oval“ in Dresden lief Karl Bebendorf beim Heimspiel die 2000 Meter Hindernis in 5:18,29 Minuten.
Damit blieb er deutlich unter seiner Deutschen Bestzeit (5:20,03 min) aus dem Vorjahr. Beim gleichen Meeting verfehlte die Frankfurterin Smilla Kolbe über 800 Meter eine Zeit unter 2 Minuten nur knapp: Mit 2:00,02 Minuten gewann sie vor Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler; 2:00,67 min).
Und auch bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe zeigte deutsche Athletinnen und Athleten gute Leistungen. Über 800 Meter lief Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) in 1:45,44 Minuten auf Platz drei, während Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier) die 1500 Meter in 4:11,79 Minuten vor Lera Miller (VfL Löningen; 4:11,92 min) gewann.