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Olympiasiegerin Alptekin: Acht Jahre Sperre, Gold weg

| dpa/mbn I Foto: imago
Nun ist es amtlich: Die Türkin Asli Cakir Alptekin verliert ihren Olympiasieg von London 2012 über 1500 Meter. Das entschied das Sportgericht CAS in Laus

Nun ist es amtlich: Die Türkin Asli Cakir Alptekin verliert ihren Olympiasieg von London 2012 über 1500 Meter. Das entschied das Sportgericht CAS in Lausanne. Überführt wurde sie aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Blutprofil. Damit ist die Türkin die vierte 1500-Meter-Starterin von London, die nachträglich gesperrt wurde.

Die türkische Olympiasiegerin Asli Cakir Alptekin hat wegen Dopings ihre Goldmedaille über 1500 Meter verloren und ist dazu noch bis 2021 für alle Leichtathletik-Wettbewerbe gesperrt worden. Das gab der Internationale Sportgerichtshof CAS am Montag in Lausanne bekannt. Die 30 Jahre alte Alptekin war 2013 mit Hilfe ihres biologischen Blutpasses zum zweiten Mal nach 2004 des Dopings überführt worden. Der türkische Verband wollte seine Starläuferin zunächst nicht sperren, der Leichtathletik-Weltverband IAAF schritt jedoch ein und überwies den Fall an den CAS.

Der Sportgerichtshof entschied nun, dass für den Zeitraum von Juli 2010 bis Oktober 2012 alle Ergebnisse der Türkin gestrichen sowie alle Titel und Preisgelder zurückgegeben werden müssen. Darunter fällt auch ihr Olympiasieg über 1500 Meter, den sie 2012 völlig überraschend in London geholt hatte. Zwischen 2010 und 2012 waren bei Alptekin Unregelmäßigkeiten in ihrem biologischen Pass festgestellt worden. Anfang 2013 klagte sie die IAAF wegen Dopings an, weshalb der CAS nun auch eine achtjährige Sperre von 2013 bis 2021 verhängte. Alptekin hat diesem Strafmaß bereits zugestimmt.

London 2012: Die vierte Dopingsünderin über 1500 Meter

Asli Cakir Alptekin ist schon die vierte 1500-Meter-Läuferin von London, die wegen Dopings nachträglich aus den Ergebnislisten gestrichen worden ist. Zuvor wurden bereits Natallia Kareiva (Weißrussland; Siebte im Finale), Yekaterina Kostetskaya (Russland; Achte im Finale) sowie die im Vorlauf ausgeschiedene Ukrainerin Anzhela Shevchenko gesperrt. Sollte das IOC die Goldmedaille erneut vergeben, würde Alptekins Landsfrau Gamze Bulut nachrücken. Sie war in 4:10,40 Minuten mit 17 Hundertstel Rückstand Zweite geworden. An diesen Erfolg konnte sie allerdings in den Folgejahren nicht mehr anschließen.

Gleichzeitig rückt Corinna Harrer in der Ergebnisliste von London einen Platz nach vorn. Ein schwacher Trost: Die Regensburgerin war mit 4:05,70 Minuten im Halbfinale nur ganz knapp am Olympia-Endauf vorbeigeschrammt. Wie man jetzt weiß, wurde sie von mindestens drei Doping-Betrügerinnen geschlagen. Die Regensburgerin reagierte kurz nach der Veröffentlichung bei laufen.de auf Facebook wie folgt: „Da bleibt nur noch den Kopf zu schütteln... Mindestens drei positiv... Herzlichen Dank auch für die verpasste Endlaufteilnahme meine lieben Betrügerinnen! Ihr zerstört die Kindheitsträume der wahren Gewinner, ihr macht aus dem Sport nur mehr eine Illusion. Aber Gerechtigkeit wird siegen!!!!“

Auch eine zweite deutsche Läuferin rückt nach der Sperre Alptekins in einer alten Ergebnisliste nach vorn: Denise Krebs. Die Wattenscheiderin wird nun bei der Universiade 2011 in Shenzhen (China) auf dem Silberrang geführt. Ursprünglich war Krebs beim Sieg der Türkin Fünfte geworden. Mittlerweile wurden neben Alptekin auch die russischen Mittelstrecklerinnen Yekaterina Ishova und Yelena Arzhakova disqualifiziert.

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