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Kein Frühjahrsmarathon: Philipp Pflieger verzichtet auf Olympia-Chance

| Redaktion laufen.de I Foto: imago
Philipp Pflieger wird im Frühjahr keinen Marathon laufen. Damit dürfte der olympische Marathon 2016 ohne ihn stattfinden.

Philipp Pflieger wird im Frühjahr keinen Marathon laufen. Athlet und Trainer geben seiner langfristigen Weiterentwicklung Vorrang. Damit dürfte der olympische Marathon 2016 in Rio ohne den Regensburger stattfinden. Er hatte Ende Septemner in Berlin die Olympia-Norm um 35 Sekunden verpasst und muss nun auf eine „Härtefallregelung“ hoffen.

Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) hat bei seinem ersten vollständig zu Ende gelaufenen Marathon im September in Berlin mit 2:12:50 Stunden eine überraschend starke Einstiegsleistung gezeigt. Nachdem die Zeit nur 35 Sekunden über der vom DOSB und DLV geforderten Olympianorm lag, aber deutlich unter der internationalen Norm, erwog er zunächst einen weiteren Marathonversuch Ende Februar in Tokio oder Sevilla. Nach den ersten Wochen der neuen Vorbereitung stellte sich jedoch heraus, dass Philipp Pfliegers Körper noch nicht bereit war, wieder unmittelbar und voll anzugreifen.

Der Athlet und sein langjähriger Trainer Kurt Ring haben sich nun nach eigehender Beratung mit dem medizinischen Team dazu entschlossen, auf den Frühjahrsmarathon zu verzichten. „Wer für einen Marathonläufer noch jungem Alter von 28 Jahren mit einer Zeit unter 2:13 Stunden einsteigt, hat vielleicht in einigen Jahren Aussicht auf eine Zeit im Bereich der 2:10 Stunden. Wir möchten daher Philipp Pflieger langfristig über eine weitere Entwicklung der Unterdistanzen aufbauen“, sagt Pfliegers Coach.

Nur Gabius war schneller

Natürlich würde der Regensburger im August 2016 gern erste olympische Erfahrungen in Rio sammeln, um diese dann vier Jahre später in Tokio umsetzen zu können. Allerdings müsste Pflieger vom DOSB per „Härtefallregelung“ nominiert werden, da er die geforderten 2:12:15 Stunden knapp verpasst hatte. Das ist möglich, da bisher nur der deutsche Marathonrekordler Arne Gabius (2:08:33 h) schneller war. Jede Nation darf jeweils drei Starter in den olympischen Marathon schicken.

„Die Saisonvorbereitung 2015 war stimmig und erfolgreich. Eine Wiederholung ist Philipp in der kommenden Saison durchaus zuzutrauen, nicht aber unter der Prämisse erneut im Februar auf Normenjagd gehen zu müssen. Im Sinne einer vernünftigen Vorbereitung auf einen möglichen Start in Rio würde ich diese Kraftprobe als kontraproduktiv betrachten“, sagt Pflieger-Trainer Kurt Ring. Seine Saisonbereitung hat der 28-Jährige gerade zusammen mit anderen Regensburger Läufern in einem Trainingslager im portugiesischen Monte Gordo (7.-20. Dezember) begonnen.