Proteinbombe Buchweizen: Hype ums alte Korn

| Text: Marcus Schall | Foto: iStock

Buchweizen, ein in anderen Regionen der Welt seit jeher beliebtes Grundnahrungsmittel, erlangt in Zeiten der allgemeinen „Glutenhysterie“ auch bei uns aktuell wieder große Popularität. Besser, gesünder, nahrhafter als andere Getreidesorten, so eine der zentralen Aussagen. Grund genug etwas genauer hinzuschauen.

Bei Buchweizen handelt es sich um ein sogenanntes „Pseudo-Getreide“. Botanisch betrachtet gehört Buchweizen nicht, wie die üblichen Getreidesorten, zur Familie der Süßgräser, sondern um ein Knöterichgewächs. Daher ist Buchweizen frei von Gluten und Lektinen und somit besonders gut bekömmlich. Gerade letzteres macht ihn interessant für intensiv trainierende Athletinnen und Athleten. Ursprünglich stammt der Buchweizen aus Zentralasien. Im 16. und 17. Jahrhundert war er südlich und nördlich der Alpen ein wichtiger Teil der Ernährung, heute wird Buchweizen vor allem in Osteuropa als Grundnahrungsmittel verwendet.

Was steckt drin?
Buchweizen liefert einen relativ hohen Eiweißanteil und alle essentiellen Aminosäuren, also vollwertiges Protein. Besonders hervorzuheben ist hier der hohe Gehalt an Lysin. Weiterhin komplexe Kohlenhydrate die vor allem zur Energieversorgung während Ausdaueraktivitäten wichtig sind. Bezüglich der Mineralstoffe punktet Buchweizen vor allem mit höheren Mengen Kalium und Magnesium, weiterhin mit Vitaminen der B-Gruppe und Vitamin E. Nennenswert wäre auch noch der Gehalt an den gesundheitsfördernden Flavonoiden Rutin und Quercetin die zu einer verbesserten Durchblutung beitragen können. Der Ballaststoffanteil hingegen ist beim Buchweizen relativ gering. Ein weiterer Beweis dafür, dass ein guter Ernährungsplan immer auch eine gewisse Abwechslung beinhalten sollte.

Wie zu verwenden?
Geschmacklich ist Buchweizen teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Wer die kleinen Körner mag kann daraus allerdings vielfältige Gerichte zubereiten. Geschrotet oder geröstet eignen sie sich als Zutat für Müslis, Salate, Desserts oder Bowls. Gekocht kann Buchweizen als Zutat für Suppen, Eintöpfe, Salate, Aufläufe oder als Beilage verwenden werden. In unserem Gericht verarbeiten wir mit „Bulgur aus Buchweizen“ von Erdmann Hauser eine interessante und aufgrund des Herstellungsverfahrens besonders nährstoffreiche Alternative zu herkömmlichen (Weizen-) Bulgur oder Couscous.

Aufgrund der fehlenden Klebeeiweiße (Gluten) eignet sich Buchweizen nur bedingt zum Backen. Daher empfiehlt es sich diesen mit anderen Getreidesorten zu kombinieren.

Tipp: Buchweizen-Bulgur in Knochenbrühe gekocht schmeckt besonders lecker und weist einen nochmals deutlich verbessertes Nährstoffprofil auf.

Leckere Rezepte mit Buchweizen von unserem Ernährungsexperten Marcus Schall findest du hier.

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