Sportliche Kanaren-Insel
Beim Tenerife Bluetrail und das ganze Jahr über: Teneriffa ist Europas Outdoor-Fitnessstudio im Atlantik
Teneriffa bietet mehr als Sonne und Badeurlaub. Ob beim Trailrunning, Mountainbiken oder Wandern: Die Kanaren-Insel mit dem höchsten Berg Spaniens ist Paradies für Aktiv-Urlauber.
Wer an Teneriffa denkt, hat oft Sonne, Strand und Pauschalurlaub vor Augen. Doch die größte der Kanarischen Inseln ist weit mehr als ein Badeziel – sie ist ein gigantisches Fitnessstudio unter freiem Himmel. Zwischen Vulkanlandschaften, Steilküsten und Lorbeerwäldern bietet die Insel ideale Bedingungen für Reisende, die Sport und Naturerlebnis verbinden wollen.
In Perfektion gelingt das beim Teneriffa Bluetrail, der seit 2024 zur UTMB-Serie gehört und dieses Jahr vom 19. bis 21. März stattfindet. UTMB steht für Ultratrail du Mont Blanc, für das Mekka des Trailrunnings im französischen Chamonix, wo sich jedes Jahr im Spätsommer die Szene zum mythischen Lauf rund um den höchsten Berg der Alpen trifft.
Mit der Marke werden Standards für Trailrunning-Wettbewerbe gesetzt und – für die meisten noch wichtiger – nur bei Rennen der UTMB-Serie lassen sich jene Punkte sammeln, die man benötigt, um in Chamonix an den Start gehen zu dürfen. Und das tun die Läuferinnen und Läufer, die im März wieder in Puerto de la Cruz die letzten Meter dem Ziel entgegenlaufen werden.
Laufen in einer weltweit einzigartigen Umgebung
Nur sehr wenige Rennen ermöglichen es, direkt am Meer zu starten und von dort aus zwischen Felsnadeln und Vulkankegeln weiterzulaufen, die steilen Felsformationen der Lavafelder zu erklimmen, um dann die gesamte Insel aus der Nähe des Teide-Gipfels aus zu bewundern. Wer nicht gerade um den Sieg beim Teneriffa Bluetrail mitläuft, sollte hier unbedingt eine Pause einlegen, denn die Aussicht ist wirklich beeindruckend.
Anschließend geht es durch Kiefernwälder über wunderschöne Pfade wieder hinab Richtung Nordküste. Bist du schon mal durch einen Lorbeerwald gelaufen. Auch das ist auf Teneriffa inklusive.
Entlang der Strecke kann man zudem das sogenannte „Wolkenmeer“ bestaunen – ein spektakuläres Naturphänomen, das durch die Passatwinde entsteht und vom Gipfel des Teide aus den Eindruck vermittelt, man blicke auf einen watteweichen Ozean aus Wolken.
Über 24 Stunden auf den schönsten Trails auf Teneriffa unterwegs
Bei aller Schönheit bleibt es für die allermeisten ein anstrengendes Unterfangen. Doch spätestens, wenn man verstaubt, verschwitzt und mit Stöcken in den Händen die letzten Meter des Rennens über 24, 47, 72 oder gar 110 Kilometer absolviert hat, sind alle Strapazen vergessen.
Manche sind kurz vor dem Ziel sogar länger als 24 Stunden unterwegs. So erging es im vergangenen Jahr Max Willcocks. Es war schon nach Mitternacht, als der Brite den blauen Zielbogen durchlief. Erschöpft, aber glücklich. Gut 27 Stunden zuvor war er an der gleichen Stelle in einen Bus gestiegen, der ihn vom Hotel im Norden der Insel ganz in den Süden zum Start des Rennens über 110 Kilometer in Los Americanos gebracht hatte.
Hier ist freitagabends deutlich mehr los als in Puerto de la Cruz. Der Süden Teneriffas ist lebendig und er bietet ein florierendes Nachtleben mit vielen Möglichkeiten zum Ausgehen. Hier pulsiert das Leben.
Ein herrliches Kontrastprogramm – aber genauso ist Teneriffa. Hier die Urlauber, die das Nachtleben genießen und dort Trailrunner, die zu den Südhängen des Teides aufbrechen, um bei Sonnenaufgang knapp unterhalb des 3715 Meter hohen Vulkankegels den höchsten Punkt des Rennens zu erreichen.
Spaniens höchster Berg fasziniert nicht nur Läufer:innen
Der Teide thront im Zentrum der Insel. Er ist der höchste Berg Spaniens. Eingebettet ist er in den Teide-Nationalpark, eine spektakuläre Vulkanlandschaft aus Lavafeldern, Kratern und bizarren Felsformationen.
Für Trailrunner, Wanderer und ambitionierte Bergsportler ist das Hochplateau eine Herausforderung mit Trainingsbonus: Die Höhenlage zwischen 2000 und 2500 Metern macht jedes Workout intensiver.
Nicht ohne Grund nutzen Profi-Teams und Ausdauerathleten die Region regelmäßig für Höhentrainingslager. Wer hier läuft oder wandert, trainiert Lunge und Beine gleichermaßen – und wird mit Ausblicken belohnt, die eher an eine Mondlandschaft als an einen klassischen Badeort erinnern.
Beim Teneriffa Bluetrail müssen die Extremläufer auf den 110 Kilometern allerdings lange auf Ausblicke warten. Sie laufen in die Nacht hinein. Und das mit gutem Grund: Der Südteil Teneriffas ist weniger grün und eher trocken.
Während die immer von Nordosten wehenden Passatwinde die Feuchtigkeit des Atlantiks an die Nordhänge des Teide-Massivs treiben, wo sie aufsteigt, mit den kühleren Temperaturen kondensiert und als Nebel oder dauernder Nieselregen am Boden ankommt, ist es im Süden deutlich wärmer. Hier scheint fast immer die Sonne. Weil das beim langen Lauf bergauf durch schattenlose Landschaften beim Laufen extrem anstrengend ist, wird der erste Teil der 110-Kilometer-Distanz nachts absolviert.
„Wie auf einem anderen Planeten“
Um die einzigartige Vulkanlandschaft am Teide zu erleben, muss man beim Teneriffa Bluetrail allerdings keine 110 Kilometer laufen. Mit den 73 Kilometern gibt es eine weitere Strecke, die durch den Nationalpark mit seiner Mondlandschaft in großer Höhe führt. „Ich hatte das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu laufen“, sagte Janneke Wilhelmina, die 2025 die zweitlängste Distanz beim Bluetrail finishte.
Die Niederländerin lebt in Südafrika, arbeitet als Model und ging auf Teneriffa ihre Leidenschaft für die ultralangen Trails nach. Sie schwärmte von den unterschiedlichen Landschaften, die man beim Bluetrail durchquert. Mondlandschaften in großer Höhe, der immer feuchte Wald an den Nordhängen des Teides, die subtropische Vegetation mit Bananenplantagen und Weinbergen kurz oberhalb der felsigen Küste – diese Vielfalt lässt sich so wohl nur auf Teneriffa erleben.
Ideale Bedingungen für viele sportliche Aktivitäten
Hier finden auch Mountainbiker anspruchsvolle Anstiege und rasante Abfahrten, während Wanderer auf schmalen Pfaden durch nebelverhangene Wälder steigen. Die Höhenmeter summieren sich schnell – ideales Terrain für funktionelles Ausdauertraining mit ständig wechselnden Untergründen. Wer seine Trittsicherheit und Kondition testen möchte, ist hier richtig.
Im Westen der Insel wartet mit dem Teno-Gebirge ein weiteres Naturjuwel. Schroffe Felsen, tiefe Schluchten und spektakuläre Küstenlinien prägen die Region. Besonders bekannt ist die Wanderung durch die Masca-Schlucht. Absolut empfehlenswert! Allerdings muss man sich rechtzeitig anmelden (www.caminobarrancodemasca.com), um die Schlucht zu durchwandern.
Der Weg führt über steinige Passagen und durch enge Felsspalten hinunter zum Atlantik – ein natürliches Intervalltraining mit Koordinationsanspruch. Trittsicherheit und eine gute Grundfitness sind hier gefragt, doch die Kombination aus Adrenalin und Meerblick macht die Anstrengung lohnenswert.
Ein Paradies für Surfer aus aller Welt
Auch Wassersportler kommen auf ihre Kosten. An der windreichen Südostküste, etwa rund um El Médano, herrschen perfekte Bedingungen für Kitesurfer und Windsurfer. Viele reisen gleich vom Windsurf World Cup auf Sylt an, um anschließend im August in El Médano am Windsurf Grand Slam (https://pwaworldcuptenerife.com/) teilzunehmen.
Die konstanten Passatwinde machen die Insel zu einem der besten Reviere Europas für Board-Sportarten. Surfer, Stand-up-Paddler und Open-Water-Schwimmer nutzen die ganzjährig milden Temperaturen des Atlantiks für ihr Training – selbst im Winter sinken die Wassertemperaturen selten unter 19 Grad.
Ein entscheidender Vorteil Teneriffas ist das Klima. Mit einer Durchschnittstemperatur von 23 Grad bietet die Insel das ganze Jahr über stabile Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten.
Während Mitteleuropa im Winter pausiert, beginnt hier die Hochsaison für Rennradfahrer, Triathleten und Laufgruppen. Rennradfahrer schätzen die verkehrsarmen Bergstraßen mit langen, gleichmäßigen Anstiegen – perfekte Voraussetzungen für Ausdauerblöcke. Von Meereshöhe bis ins Hochgebirge lassen sich auf kurzer Distanz enorme Höhenunterschiede überwinden.
All das kann man beim Teneriffa Bluetrail auch erleben, ohne gleich 110 oder 72 Kilometer zu laufen. Allerdings: Die kürzeren Strecken über 24 und 47 Kilometer sind allerdings auch anspruchsvolle Trails mit tausenden Höhenmetern, für die man zwischen vier und zehn Stunden benötigt.
Teneriffa ist für sportbegeisterte Menschen die ideale Kombination aus Sport- und Naturerlebnis. Wer hier schwitzt, tut es vor einer Kulisse, die jede Anstrengung relativiert – und kehrt nicht nur mit Sonnenbräune, sondern erholt und oft auch leistungsfähiger zurück.
WEITERE REISETIPPS UND EMPFEHLUNGEN
HOTELS & GASTRONOMIE
The Ritz-Carlton Tenerife, Abama
Luxuriöses Resort oberhalb der Küste mit maurischer Architektur, großem Spa und mehreren Gourmetrestaurants. Perfekt für gehobenen Urlaub.
Web: ritzcarlton.com/abama
El Rincón de Juan Carlos
Zwei-Sterne-Michelin-Restaurant mit kreativer kanarischer Küche und modernem Fine Dining. Ideal für kulinarische Highlights.
Web: elrincondejuancarlos.com
Royal Hideaway Corales Resort
Designhotel mit spektakulärem Meerblick und mehrfach ausgezeichneten Restaurants. Besonders beliebt bei Paaren.
Web: barcelo.com
Casa Montaña
Authentisches Restaurant im Inselinneren mit regionaler Küche und Blick auf Weinberge. Perfekt für eine Pause bei Ausflügen.
Web: casamontana.es
La Hierbita
Traditionelle kanarische Küche im historischen Stadthaus. Spezialitäten: Papas arrugadas, Mojo-Saucen und Fischgerichte.
Web: lahierbita.com
EVENTS & AKTIVITÄTEN
Karneval von Santa Cruz de Tenerife
Einer der größten Karnevals der Welt mit Paraden, Kostümen und Konzerten. Hauptzeit: Februar/März.
Teide-Nationalpark
Wanderungen rund um Spaniens höchsten Berg, den Vulkan Pico del Teide (3715 m). Seilbahnfahrten bieten spektakuläre Ausblicke.
Loro Parque
Preisgekrönter Tierpark mit Orca-Shows, Papageien und großem Aquarium – besonders beliebt bei Familien.
Siam Park
Einer der besten Wasserparks Europas mit riesigen Rutschen, Wellenbecken und thailändischer Architektur.
Whale Watching vor der Küste
Bootstouren zwischen Teneriffa und La Gomera ermöglichen Begegnungen mit Grindwalen und Delfinen – eines der besten Gebiete Europas dafür.
STRÄNDE & NATURERLEBNISSE
Playa de las Teresitas
Goldener Sandstrand mit Palmen und ruhigem Wasser – ideal zum Baden.
Playa del Duque
Eleganter Strand mit hellem Sand, Promenade und gehobenen Restaurants.
Playa de Benijo
Dramatischer schwarzer Vulkanstrand mit Felsen im Meer – besonders spektakulär bei Sonnenuntergang.
Anaga Rural Park
UNESCO-Biosphärenreservat mit Lorbeerwäldern, spektakulären Wanderwegen und abgelegenen Bergdörfern.
Los Gigantes Klippen
Bis zu 600 m hohe Steilklippen – beeindruckend bei Bootstouren oder Kajakausflügen entlang der Küste.