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Trauer um Julia Viellehner

| Jörg Wenig I Foto: Norbert Wilhelmi
Julia Viellehner ist tot. Die Siegerin des München-Marathon erlag in einer italienischen Klinik ihren Verletzungen infolge eines Unfalls beim Radtraining.

Julia Viellehner ist tot. Die Profi-Triathletin und Siegerin des München-Marathon 2015 erlag in einem italienischen Krankenhaus ihren schweren Verletzungen infolge eines Unfalls beim Radtraining. Sie wurde nur 31 Jahre alt.

Julia Viellehner wurde aus dem Leben gerissen. Eine Woche nach einem schweren Rad-Unfall starb die Langstreckenläuferin und Triathletin am Montag. Die sympathische Profi-Athletin, die für den TSV Altenmarkt und die Asics Frontrunner startete, wurde 31 Jahre alt. Julia Viellehner stammte aus dem oberbayerischen Winhöring und lebte zuletzt in Waldkraiburg. Ihr Tod ist ein schwerer Verlust für den deutschen Laufsport.

Julia Viellehner galt vor rund zehn Jahren als eine große deutsche Nachwuchs-Hoffnung für den Langstreckenbereich. Bereits 2005 war sie von den German Road Races mit dem Nachwuchs-Förderpreis ausgezeichnet worden. Die junge Läuferin hatte 2004 bei den Crosslauf-Europameisterschaften in Heringsdorf Rang 41 belegt und startete dann im Frühjahr 2005 auch bei den Cross-Weltmeisterschaften, wo sie in dem hochkarätigen Feld den 75. Platz erreichte. Im gleichen Jahr lief sie die schnellste 10-km-Zeit ihrer Karriere mit 33:49 Minuten. Insgesamt fünfmal startete sie für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei internationalen Meisterschaften.

2008 lief sie ihren ersten Halbmarathon und erreichte auf Anhieb 1:14:03 Stunden - eine Zeit, die sie später nicht mehr unterbieten konnte. 2009 gewann Julia Viellehner den Halbmarathon in Köln mit 1:14:36, nachdem sie bei ihrem Marathon-Debüt in Mainz als Zweite 2:41:42 Stunden gelaufen war. Ein Jahr später steigerte sie diese Zeit als Siegerin in München auf 2:40:28 Stunden. 2016 lief sie ihr wohl bestes Rennen über die 42,195 km. Beim Vienna City Marathon wurde sie Elfte mit 2:40:41 Stunden. Der extrem starke Wind verhinderte an jenem Tag eine persönliche Bestzeit von unter 2:40 Stunden.

Doch über die Langstrecken war Julia Viellehner, die oft Verletzungspech hatte, nie der Durchbruch in die absolute deutsche Spitze gelungen. Bessere Möglichkeiten hatte sie im Duathlon und Triathlon, auf den sie sich in den letzten Jahren stark konzentrierte. Im Duathlon (Rad und Lauf) war sie 2013 und 2015 jeweils Zweite bei den Weltmeisterschaften über die Lang-Distanz. Beim Triathlon in Roth (Lang-Distanz) hatte sie 2015 Rang sechs belegt.

Noch am Sonntag vor zwei Wochen war sie bei ihrem ersten Triathlon der neuen Saison in Rimini als Siebente ins Ziel gekommen. An der italienischen Adria-Küste absolvierte Julia Viellehner ein Trainingslager. Acht Tage später verunglückte sie dort während des Rad-Trainings schwer. Ein Lastwagen hatte sie angefahren. Am Montag erlag Julia Viellehner ihren schweren Verletzungen.

Es war nicht der erste Schicksalsschlag für die Familie: 2015 erfüllten sich Vater Hans und Bruder Raphael einen großen Traum und flogen zum Bergsteigen nach Neuseeland. Was sich auf dem Mount Cook, dem höchsten Berg des Landes, ereignete, ist ungewiss. Fest steht nur, dass die beiden verschwanden. Sie gelten bis heute als verschollen.

In derselben Speziaklinik wie Julia Viellehner verlor am Montag ein weiterer Sport-Star das Ringen mit dem Tod. Der frühere MotoGP-Weltmeister Nicky Hayden verstarb ebenfalls an den Folgen eines Radunfalls. Der 35-Jährige war am vergangenen Mittwoch nahe Rimini mit einem Auto kollidiert.