Wahrhaft nahrhaft: Energie-Kicks mit Hafer

| Text: Marcus Schall | Foto: iStock/kuvona

Hafer ist nicht ohne Grund eine der beliebtesten Getreidesorten. Glutenarm, deutlich nährstoffreicher als andere Getreidesorten und überaus bekömmlich. Hinzu kommt: Hafer schmeckt vorzüglich und sättigt aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe nachhaltig.

Neben seinem exzellenten Geschmack und der guten Verträglichkeit überzeugt Hafer vor allem durch seinen hohen Nährwert. Zunächst einmal enthält das Getreide relativ viel Eiweiß und einen hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten. Zusammen mit dem ebenfalls hohen Ballaststoffanteil sorgen diese für einen konstanten Blutzuckerspiegel und eine langfristige Energiebereitstellung. Hafer ist somit eine ideale Energiequelle für sportliche Aktivitäten. Hinzu kommt: Die enthaltenen Ballaststoffe liegen in einer besonders günstigen Kombination vor, bestehen sie doch ziemlich genau zur Hälfe aus löslichen und unlöslichen Anteilen. Während die löslichen Ballaststoffe vor allem die Blutfettwerte und den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen, sorgen die unlöslichen Anteile für eine geregelte Darmtätigkeit und ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Ein echtes „Dream Team“ also.

Doch auch in Bezug auf die Mikronährstoffdichte punktet Hafer auf ganzer Linie. Besonders hervorzuheben ist der Anteil an B-Vitaminen, allen voran Vitamin B1. Kein anderes Getreide enthält so viel B1 wie Hafer. Der Anteil an Mineralstoffen ist ebenfalls ausgewiesen hoch. Für intensiv trainierende Sportler ist vor allem der hohe Gehalt an Zink (immunstärkend), Eisen (Blutbildung) und Magnesium (Energiestoffwechsel, ATP-Synthese) hervorzuheben. Von diesen liefert Hafer mehr als jedes andere Getreide und als viele andere Lebensmittel. Wer den Hafer jetzt noch smart kombiniert, beispielsweise mit aktivierten Mandeln, nährstoffreichen Saaten und Kernen oder Früchten, z.B. Orangen zur besseren Verwertung des enthaltenen Eisens, erhält eine fast unschlagbare Sportler-Mahlzeit.

Auf die Verarbeitung kommt es an

Ein Aspekt ist dabei allerdings zu beachten. Die Verarbeitung hat einen entscheidenden Einfluss auf den Nährstoffgehalt. Bei kaum einem anderen Lebensmittel trifft dies mehr zu als bei den geliebten und allgemein als gesund erachteten Haferflocken. Während der industriellen Herstellung wird der Hafer entspelzt, gedämpft, gedarrt und dann kurz mit feuchter Wärme behandelt.

Bei dieser Art der Herstellung gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren, allen voran hitzeempfindliche Vitamine wie beispielsweise Vitamin B1 und wertvolle Enzyme. Hinzu kommt ein anderer Aspekt: Einmal abgefüllt stehen die Flocken mehrere Monate verpackt im Regal, dabei trocknen die Nährstoffe nach und nach aus.

Bei der Zubereitung von Hafer gilt also: Je frischer, desto besser – und nahrhafter! Richtig gute Haferflocken macht man daher am besten mit einer Flockenquetsche. Weiterhin ist auch bei Hafer Bio erste und zugleich beste Wahl. Konventionelle Haferprodukte sind leider oftmals mit Pestiziden belastet, dies haben unter anderem Untersuchungen von Öko Test ergeben.

Lecker Rezepte für deinen Energie-Kick von Ernährungsexperte Marcus Schall findest du hier.

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