Einfach loslegen
Was du für den Einstieg wirklich brauchst

| Text: Bodo Höche | Fotos: Adobe Stock/dusanpetkovic1, Adobe Stock/pololia

Kaum ist der Entschluss endlich gefasst, mit der Lauferei loszulegen, wartet schon die nächste Hürde: Was braucht man eigentlich an Ausrüstung, um laufen gehen zu können? Wir sagen dir, was absolut notwendig ist – und was nicht.

Du wirst bestimmt ein Paar Sportschuhe im Schrank haben. Und das eine oder andere Outfit wird sich wohl auch finden. Also nichts wie los, oder? Gemach, gemach. Mit Schuhen loszulaufen, die nicht fürs Laufen gedacht oder so alt sind, dass die dämpfende Schicht unter dem Fuß sich in ein bretthartes Etwas verwandelt hat, ist keine gute Idee. Bei der Kleidung gilt: Natürlich kannst du in einem Baumwoll-T-Shirt loslaufen. Aber schon nach den ersten Kilometern wirst du feststellen, was für eine feuchte und unkomfortable Angelegenheit das ist. Und was ist mit den anderen Dingen, die viele Mitglieder der Running Community so auf der Haut oder am Körper tragen: Laufunterwäsche, Laufuhren, Trinkgurte, Laufsocken, … ? Wir haben für Dich die wichtigsten Laufutensilien zusammengestellt und sie in drei Gruppen aufgeteilt: „Must Haves“, „Should Haves“ und „Nice to Haves“.

Must Haves - ohne geht es nicht

Laufschuhe
Was du in jedem Fall brauchst, ist ein qualitativ gutes, zu dir – deinem Körper und deinem Laufstil – passendes Paar Laufschuhe. Um herauszufinden, welche Art von Laufschuh für dich geeignet ist, führt kein Weg am Sportfachgeschäft vorbei. So unterstützen dich zum Beispiel die sachkundigen Berater in den über 100 Laufsport-Fachgeschäften der LAUF-PROFIS Sport GmbH bei der Suche nach dem passenden Schuhwerk. Dabei ist eine gut durchgeführte Laufbandanalyse sehr hilfreich. Bei einer solchen Analyse sollten mindestens zwei Kameras zum Einsatz kommen. Die eine filmt dich von hinten und die andere von der Seite, während du auf einem Laufband ein paar Meter abspulst. Ein Computerprogramm wertet anschließend deine Bewegungsabläufe aus und der Fachverkäufer erhält wertvolle Informationen, ob und welche Art von Unterstützung dir dein Laufschuh geben sollte. Unter Berücksichtigung deines Gewichts kann er dann einen Laufschuh heraussuchen, der zu dir passt.

Reflektoren und Leuchbänder
Es ist Winter und für viele dürfte Laufen nur dann möglich sein, wenn es schon dunkel ist. Und dann gilt: Von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, ist ein absolutes Muss. Das kleine Geld, das du in diesen Sicherheitsaspekt investierst, ist gut angelegt.

Should Haves - solltest du dir zulegen

Kleidung
Natürlich kann man sich darüber streiten, ob Laufklamotten nicht eigentlich ein „Must Have“ sind. Wie gesagt: In durchfeuchteten Baumwollklamotten zu laufen, ist kein Spaß. Andererseits dürften die Einheiten von Laufeinsteigern nur selten mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen oder in hohem Tempo absolviert werden. Ins Schwitzen kommst du als Anfänger also erst einmal nur in Maßen. Für die ersten Einheiten tut es dann vielleicht auch der alte Jogginganzug. Wahr ist aber auch: Moderne Laufklamotten erhöhen den Laufkomfort deutlich – und sind damit auch ein ernstzunehmender Spaßfaktor. Sie transportieren den Schweiß von innen nach außen. Die Haut bleibt relativ trocken und so kühlst du auch im Winter nicht aus. Und da gerade Winter ist, und du dich durch die Kälte nicht von deinen ersten Einheiten abhalten lassen solltest, empfehlen wir dir, dir ein paar lange Winter-Lauftights, ein langärmeliges Winter-Laufshirt, eine warme Laufjacke sowie eine Laufmütze, Laufhandschuhe und eventuell ein Bufftuch zuzulegen. Auch Laufunterwäsche gehört unbedingt dazu. Denn wenn du ein durchgeschwitztes Standardunterhemd unter deinen Laufklamotten trägst, hast du dieses feuchte Stück Stoff direkt auf der Haut und der tolle, den Schweiß nach außen transportierende Effekt deines langärmeligen Laufshirts geht verloren. TIPP: Ein Sommer-Lauf-T-Shirt ist ein guter Ersatz für ein Lauf-Unterhemd. Und ohne Unterhemd kann man natürlich auch laufen.

Laufuhr
Eine Pulsuhr gehört mittlerweile zur Standardausrüstung. Und viele dieser Uhren sind neben unterschiedlichsten Zeitmessvarianten mit weiteren, tollen Funktionen wie GPS, Höhenmesser, Schrittzähler und vielem mehr ausgestattet. Die wichtigste Information, die dir eine Laufuhr bietet, ist der Zusammenhang zwischen Tempo und Puls. Ein Anfänger sollte in seinem „Wohlfühltempo“ laufen – und das liegt in der Spanne zwischen 65 und 75 Prozent deines Maximalpulses. Laufuhren helfen dir sogar dabei, diese Pulsbereiche zu ermitteln. Sie sind also ein perfekter Begleiter für dein Lauftraining. Aber der Begriff „Wohlfühltempo“ zeigt auch deutlich, dass du das entsprechende Tempo durchaus auch ohne Laufuhr treffen kannst. Wenn du dich beim Laufen wohlfühlst – dich also anstrengst, aber nicht verausgabst – liegst du richtig. Wenn du einfach erst einmal loslegen willst, kannst du die Anschaffung einer Laufuhr vertagen.

Stirnlampen
Wer im Winter abends oder am frühen Morgen laufen geht, muss gesehen werden – das hatten wir schon. Und solange du auf mehr oder weniger ausgeleuchteten Wegen oder Bürgersteigen unterwegs bist, reicht das auch aus. Wenn du aber im Dunkeln gerne über Wiesen und Felder oder durch den Wald läufst, solltest du über den Kauf einer Stirnlampe nachdenken. Über eine Wurzel zu stolpern oder in einem Schlagloch umzuknicken, kann ärgerliche Folgen haben. Moderne LED-Stirnlampen leuchten den Weg vor dir hervorragend aus.

Nice to Haves - hilfreich, aber es geht auch ohne

Sonnenbrille
Eine Sport-Sonnenbrille ist eine durchaus sinnvolle Anschaffung, aber keine Frage: Es geht auch ohne. Besonders hilfreich sind selbsttönende Sonnenbrillen. Sie passen sich den jeweiligen Lichtverhältnissen an – schützen dich also, wenn dir die Sonne ins Gesicht scheint und bieten freie Sicht, wenn sie hinter einer Wolke verschwindet.

Laufsocken
Sie sind in den entscheidenden Zonen leicht gepolstert, atmungsaktiv und sorgen für guten Halt im Schuh. Weil sie keine Nähte haben, können an den entsprechenden Stellen keine Blasen entstehen. Und sogenannte Kompressionsstrümpfe verbessern die Durchblutung der Waden. Keine Frage: Laufsocken sind eine sinnvolle Anschaffung. Aber natürlich geht es auch ohne. Du solltest nur darauf achten, dass die Socken keine dicken Nähte haben – so vermeidest du Blasen.

Trinkgürtel und Co.
Es gibt noch einiges mehr an Equipment für Läufer: Gürtel zum Beispiel, in denen man Trinkfläschchen verstauen kann und ähnliches mehr. Solche Utensilien werden dann interessant, wenn du größere Abenteuer angehst – dich zum Beispiel auf deinen ersten Marathon vorbereitest. Am Anfang aber gilt: Das brauchst du erst einmal nicht. Wenn du nicht länger als eine Stunde läufst, bist du mit zwei, vor dem Lauf getrunkenen Gläsern Wasser bestens versorgt.