Weltrekordler Dennis Kimetto: Comeback beim Wien-Marathon

| Text: Jörg Wenig | Foto: Veranstalter

Dennis Kimetto steht im Blickpunkt beim Vienna City Marathon. Am Sonntag will sich der kenianische Weltrekordler über die klassische Distanz zurückmelden. In Berlin lief der 34-Jährige vor vier Jahren die nach wie vor aktuelle Rekordzeit von 2:02:57 Stunden. Doch seitdem kam er nur noch zweimal ins Ziel eines Marathonrennens und kämpfte mit einer Serie von Verletzungen. Bei voraussichtlich warmen Wetterbedingungen könnte es bei den Frauen eine Jagd auf den Streckenrekord geben. Diese bereits 18 Jahre alte Bestmarke von 2:23:47 hält die Italienerin Maura Viceconte. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, haben für den Vienna City Marathon 41.047 Athleten gemeldet. Darunter sind 8.236 Marathonläufer. Das Rennen wird am Sonntag ab 8.30 Uhr live auf der Webseite des Wien-Marathons gezeigt.

Dennis Kimetto war seit 2015 ständig verletzt

Nach einer Serie von sensationellen Resultaten inklusive zweier Weltrekorde - neben der Marathon-Bestzeit hält Kimetto nach wie vor auch die 25-km-Marke, die er mit 1:11:18 Stunden in Berlin im Mai 2012 aufstellte - kam der Kenianer in den vergangenen drei Jahren nur zweimal ins Ziel eines Marathons. 2015 war er Dritter in London mit 2:05:50, ein Jahr später kam er dort nicht über Platz neun in 2:11:44 hinaus. „Nach dem London-Marathon 2015 war ich immer wieder verletzt“, erzählt Dennis Kimetto, der nach einem Wechsel des Physiotherapeuten im vergangenen Winter jetzt endlich wieder fit ist.

Was Zeitziele angeht, hielt sich Dennis Kimetto am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Wien jedoch zurück. Vor einigen Wochen noch galt der Streckenrekord des Äthiopiers Getu Feleke, der 2014 in 2:05:41 Stunden gewonnen hatte, als Ziel. Doch bei voraussichtlich warmem Wetter dürfte das Anfangstempo etwas vorsichtiger sein. „Ich denke, eine Zeit zwischen 2:07 und 2:08 Stunden wäre gut für mich“, sagte Dennis Kimetto. So groß ist das Interesse in Österreich am Start des Weltrekordlers, dass TV-Sender ORF die Pressekonferenz sogar live übertrug.

Zu den Gegnern von Dennis Kimetto zählen der Vorjahres-Zweite Ishmael Bushendich und Nicholas Rotich (beide Kenia), während der Äthiopier Dino Sefir kurzfristig verletzungsbedingt passen musste. „Dennis ist der Favorit“, sagte Bushendich, der mit einer Bestzeit von 2:08:20 ins Rennen gehen wird. Obwohl er erst 2:20:16 gelaufen ist, könnte Rotich für eine Überraschung sorgen. Denn er gehört zur Trainingsgruppe von Marathon-Olympiasieger Eliud Kipchoge und konzentriert sich inzwischen auf die Marathondistanz. „Ich würde gerne eine Zeit von 2:07 erreichen“, sagte Rotich.

Bei den Frauen geht es um den Streckenrekord

Bei den Frauen geht es einmal mehr darum, den Streckenrekord von 2:23:47 zu brechen. Dabei könnte es zu einem Duell zwischen Titelverteidigerin Nancy Kiprop (Kenia), die im vergangenen Jahr in Wien bei ungünstigen Wetterbedingungen mit 2:24:20 ihre Bestzeit lief, und Helen Tola kommen. Die Äthiopierin ist mit einem persönlichen Rekord von 2:22:51 die schnellste Athletin auf der Startliste. Für eine Überraschung sorgen könnte Celestine Chepchirchir. Die Kenianerin hat eine Bestzeit von 2:31:41, die sie allerdings in Nairobi in Höhenlage aufstellte. Vor kurzem lief sie beim Paris-Halbmarathon als Fünfte 68:35 Minuten und zeigte gute Form.

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