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Der Wochen(end)-Rückblick
Richard Ringers Glanzleistung in Boston und zwei Frauen unter dem alten deutschen Zehn-Kilometer-Rekord

| von Christian Ermert

Marathon-Wahnsinn mit Ringer, Pfeiffer und Korir in Boston. Und in Laredo bleiben Konstanze Klosterhalfen und Esther Pfeiffer unter dem deutschen Zehn-Kilometer-Rekord. Mehr zu allem hier.

Heute kommt unser Rückblick aufs Laufwochenende erst am Dienstag. Und das hat einen guten Grund. Am Montag war in den US-Bundesstaaten Massachusetts, Wisconsin und Maine Feiertag. Patriot’s Day. Am dritten Montag im April wird den ersten Schlachten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen England gedacht, der 1775 begann. Traditionell findet an diesem Tag im in Massachusetts gelegenen Boston der älteste Marathon der Welt statt. Und die 130. Auflage war eine ganz besondere.

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John Korir läuft unfassbare 2:01:52 Stunden

Bei Top-Bedingungen mit leichtem Rückenwind über fast die gesamte hügelige Punkt-zu-Punkt-Strecke lief Titelverteidiger John Korir aus Kenia ein unglaubliches Rennen und gewann in 2:01:52 Stunden. Damit pulverisierte er den Streckenrekord, den Geoffrey Mutai 2011 mit 2:03:02 Stunden aufgestellt hatte. Nur vier Marathonläufer waren jemals schneller als der 29-Jährige, dessen Zeit von Boston allerdings nicht in die offiziellen Rekord- und Bestenlisten eingehen kann. Wegen der Punkt-zu-Punkt-Strecke mit zu viel Gefälle (130 Meter) zählen die Ergebnisse aus Boston offiziell nicht – obwohl die vielen Gegenanstiege die 42,195 Kilometer lange Strecke eher hart machen.

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Sharon Lokedi verteidigt den 2025 gewonnen Titel

Und so lief auch Richard Ringer mit 2:04:47 Stunden den schnellsten Marathon seines Lebens und verbessert seine Bestzeit um fast eine Minute, ohne dass diese in die Bestenlisten eingehen wird. Sein achter Platz beim ältesten Marathon der Welt bleibt aber für die Ewigkeit stehen. Der Europameister von 2022 teilte sich das Rennen gut ein und lief auf der zweiten Streckenhälfte Platz um Platz nach vorn. Auch Hendrik Pfeiffer glänzte mit 2:06:34 Stunden und einer starken neuen Bestleistung – er war die komplette erste Hälfte des Rennens ganz vorn gelaufen, fiel dann zwar auf Platz 17 zurück, aber verbesserte seine Bestzeit um elf Sekunden. Bei den Frauen siegte Sharon Lokedi wie schon 2025. In 2:18:51 Stunden blieb sie zwar über ihrem Streckenrekord aus dem Vorjahr, zeigte aber wieder absolute Weltklasse.

Konstanze Klosterhalfen läuft in Laredo zum zweiten Mal deutschen Rekord über zehn Kilometer

Bei den deutschen Läuferinnen stand am Wochenende schon am Samstag die Zehn-Kilometer-Distanz im Mittelpunkt. Im spanischen Laredo blieben gleich zwei unter dem alten deutschen Rekord von 30:46 Minuten: Konstanze Klosterhalfen vom TSV Bayer 04 Leverkusen verbesserte ihre eigene Bestmarke auf 30:37 Minuten. Und Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) verbesserte sich um 54 Sekunden auf 30:45 Minuten, nachdem sie an der Fünf-Kilometer-Marke nur drei Sekunden Rückstand auf die 5.000-Meter-Europameisterin von 2022 hatte, die nach 15:14 Minuten die Hälfte der Strecke gelaufen war.

Das deutsche Duo musste sich in dem spanischen Küstenort nur einer Läuferin geschlagen geben: Die 25 Jahre alte Slowenin Klara Lukan gewann mit einem Europarekord von 29:50 Minuten. Damit ist sie die erste europäische Läuferin, die auf der Straße über 10 Kilometer eine Zeit von unter 30:00 Minuten erreicht hat.

Und dann waren da am Sonntag noch die Deutschen Meisterschaften im Berglauf in Breitungen an der Werra. Bei schwierigen Wetterbedingungen mit kaltem Wind und Regenschauern holten sich Tobias Ulbrich (LG Region Landshut) und Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen) die Titel. Nach 13 Kilometern mit 750 Höhenmetern bergauf und 430 bergab war Hanna Gröber in 57:49 Minuten 61 Sekunden schneller als Marathon-Spezialistin Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics). Eine ganz starke Leistung zeigte die von laufen.de 2025 zur Nachwuchsläuferin des Jahres gewählte Julia Ehrle in der U20: Die U20-Weltmeisterin des Vorjahrs von der LG Farbtex Nordschwarzwald war nicht nur die mit Abstand schnellste U20-Läuferin, sondern musste lediglich vier männlichen U20-Startern  den Vortritt lassen. Den ausführlichen Bericht zur Berglauf-DM gibt's hier auf leichtathletik.de.