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London, Hamburg, Düsseldorf
Alles live: Ein irrer Marathon-Sonntag mit Petros, Fitwi und Co. steht uns bevor

| von der Redaktion

Die Schnellsten laufen in London, wo Amanal Petros den deutschen Rekord angreift. In Hamburg will Samuel Fitwi Bestzeit laufen. Und in Düsseldorf geht es um EM-Startplätze. Wo es das alles live gibt.

Ein großes Marathon-Wochenende steht bevor: In London will Amanal Petros in einem ganz starken Feld seinen eigenen deutschen Rekord von 2:04:03 Stunden angreifen. In Hamburg startet mit Samuel Fitwi sein Vorgänger als Rekordhalter. Und in Düsseldorf kämpfen Simon Boch, Deborah und Rabea Schöneborn sowie Nina Reuter um die Startplätze in den deutschen EM-Teams für Birmingham, die vor vier Jahren in München Platz eins (Frauen) und Platz zwei (Männer) belegten.

Der Haspa Marathon Hamburg und der Uniper Düsseldorf Marathon warten außerdem mit Rekordzahlen bei den Anmeldungen auf. Für das Jubiläumsrennen beim 40. Haspa Marathon Hamburg haben sich insgesamt rund 46.000 Menschen angemeldet – so viele wie nie zuvor. Darunter ist die Rekordzahl von 20.000 im Marathon. „Die Startplätze waren schnell ausverkauft, und es sind insgesamt 9000 Anmeldungen mehr als noch im Vorjahr“, sagte der Chef-Organisator des Haspa Marathon Hamburg, Frank Thaleiser.

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London: Mit Sabastian Sawe und Jacob Kiplimo starten die Besten der Gegenwart – Amanal Petros auf Rekordjagd

In London gehen Sabastian Sawe, Jacob Kiplimo und Amanal Petros auf Rekordjagd. Titelverteidiger Sabastian Sawe, der 2025 in 2:02:27 Stunden gewonnen hat, trifft auf Jacob Kiplimo (Uganda), der vor einem Jahr in London bei seinem ersten Marathon lief und Zweiter war. Die beiden besten Marathonläufer der Gegenwart wollen ihre persönlichen Bestzeiten (Sawe; 2:02:05 h/Kiplimo; 2:02:23 h) angreifen. Für sie ist der Streckenrekord möglich, den der Anfang 2024 bei einem Autounfall verstorbene Weltrekordler Kelvin Kiptum (Kenia) 2023 mit 2:01:25 Stunden aufgestellt hat. Der Weltrekord von Kiptum steht bei 2:00:35 Stunden.

Amanal Petros (Hannover 96), der 2025 WM-Silber im Marathon holte, peilt in London seinen eigenen deutschen Rekord an. Im Dezember 2025 war er im spanischen Valencia 2:04:03 Stunden gelaufen. Zuletzt hat er in Berlin Ende März seinen deutschen Halbmarathon-Rekord auf 59:22 Minuten gesteigert. Auch wenn die Londoner Strecke nicht so schnell ist wie die in Valencia oder Berlin, könnte es für Amanal Petros in Richtung des Europarekords gehen, den Bashir Abdi aus Belgien 2021 in Rotterdam mit 2:03:36 Stunden aufgestellt hat. Wie sein Manager Philipp Kopp ankündigte, will Amanal Petros in der zweiten Gruppe laufen, die den Halbmarathon in 61:45 Minuten angehen soll.

Vor dem Männerrennen wird in London das der Frauen gestartet, so dass es hier um den Weltrekord in reinen Frauenrennen geht, den immer noch die Britin Paula Radcliffe mit 2:15:25 Stunden hält – erzielt 2003 in London. Als Favoritin und Titelverteidigerin geht die Olympia- und WM-Zweite Tigst Assefa (Äthiopien) ins Rennen, deren Bestzeit bei 2:11:53 Stunden steht. Ihre größten Konkurrentinnen dürften die Kenianerinnen Joyciline Jepkosgei (Valencia-Siegerin 2025 in 2:14:00 Stunden) und die Olympia-Dritte Hellen Obiri sein.

Der London-Marathon wird am Sonntag ab 9:45 Uhr im kostenpflichtigen Programm von HBO max live übertragen.

Hamburg: Samuel Fitwi peilt seine Bestzeit und einen Podiumsplatz an – Aaron Bienenfeld vor Debüt

Für den mit Abstand größten und schnellsten deutschen Frühjahrs-Marathon, der am Sonntag eine Stunde früher als zuletzt um 8.30 Uhr gestartet wird, wurde vom Team um Organisator Frank Thaleiser wieder ein sehr starkes internationales Feld verpflichtet. Die Kenianer Bernard Koech und Rebecca Tanui führen mit Bestzeiten von 2:04:09 beziehungsweise 2:21:06 Stunden die Startlisten an. Koech will das Rennen zum dritten Mal gewinnen und peilt eine Zeit von unter 2:04:00 an, während Tanui unter 2:20:00 laufen möchte.

Zum ersten Mal wird Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) in Hamburg starten. Der zweitschnellste deutsche Läufer aller Zeiten, der mit 2:04:56 Stunden zeitweilig auch der nationale Rekordhalter war, hat sich rund drei Monate lang in Addis Abeba auf den Haspa Marathon Hamburg vorbereitet. „Ich konnte in Äthiopien gut trainieren und will versuchen, meine Bestzeit zu unterbieten – zumindest hoffe ich auf eine Zeit im Bereich von 2:05 Stunden. Ich werde versuchen, einen Platz auf dem Podium zu erreichen“, sagte Samuel Fitwi.

Das Männer-Feld ist erneut sehr stark besetzt. Sechs Läufer gehen mit Bestzeiten von unter 2:06:00 Stunden ins Rennen, sechs weitere sind bereits unter 2:07 gelaufen. Bernard Koech kehrt zu seinem Lieblings-Marathon zurück, den er zweimal gewonnen hat: Vor drei Jahren stellte er hier mit 2:04:09 seinen persönlichen Rekord ein, und 2024 gewann er mit 2:04:24. Jetzt möchte er auch bei seinem dritten Hamburg-Start als Sieger ins Ziel laufen. Die Tempomacher sollen die erste Hälfte des Rennens in 62:00 Minuten laufen.

Zu den Rivalen von Bernard Koech zählen Gashau Ayale und Abdisa Tola. Ayale stammt aus Äthiopien und startet für Israel. Vor eineinhalb Jahren lief er seine Bestzeit von 2:04:53 in Valencia, 2025 war er EM-Zweiter im Marathon. Abdisa Tola ist der Bruder des aktuellen Marathon-Olympiasiegers Tamirat Tola. Er gewann sein Marathon-Debüt in Dubai 2023 mit 2:05:42.

Mit Kennedy Kimutai ist kurzfristig noch ein Trainingspartner und Freund von Bernard Koech ins Hamburger Elitefeld gerückt, der ebenfalls zu den Favoriten zu zählen ist. Der 26-Jährige, der eine Bestzeit von 2:05:27 aufweist, sollte eigentlich am vergangenen Montag den Boston-Marathon laufen. Doch aufgrund von Visa-Problemen startet er nun in Hamburg.

Sein Marathon-Debüt läuft Aaron Bienenfeld (Düsseldorf Athletics), der sich im Januar in Houston im Halbmarathon auf 61:15 Minuten verbessert hatte. „Ich wollte immer in Deutschland mein Marathon-Debüt laufen. Ich weiß, dass die Strecke in Hamburg schnell ist“, sagte der 28-Jährige, der in den USA lebt. Bienenfeld will sich beim Debüt nicht zurückhalten und möchte mit einer geplanten 64:00-Halbmarathon-Zwischenzeit ein 2:08:00-Stunden-Tempo einschlagen.

Mit ihrer Bestzeit von 2:21:08 Stunden führt Rebecca Tanui (Kenia) das Frauen-Elitefeld an. Drei Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:23:00 sind ihre voraussichtlich stärksten Konkurrentinnen: Kasanesh Baze (2:22:06), Muluhabt Tsega (beide Äthiopien/2:22:21) und Marion Kibor (Kenia), die ihre Bestzeit von 2:22:35 vor drei Jahren als Fünfte in Hamburg gelaufen war.

Der 40. Hamburg Marathon wird am Sonntag ab 8:15 live im NDR-Fernsehen übertragen.

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Düsseldorf: Für die Schöneborns und andere geht es um die Startplätze im Marathon-Team für die Europameisterschaften

Nach seinem Comeback im vergangenen Jahr sind bei der zweiten Auflage des von der städtischen D.SPORTS -Agentur in Eigenregie organisierten und durchgeführten Uniper Düsseldorf Marathon mehr als 23.000 Teilnehmende dabei. Mit mehr als 5000 Anmeldungen für den Marathonlauf und 11.000 Anmeldungen für den Halbmarathon gibt es auch in diesem Jahr in den einzelnen Disziplinen wieder Rekordzahlen für Düsseldorf zu vermelden. Der Halbmarathon ist bereits seit einiger Zeit ausgebucht.

Im Blickpunkt stehen dabei Deborah und Rabea Schöneborn aus dem Marathon-Team Berlin. Die Zwillingsschwestern wollen sich nach einer längeren Durststrecke ohne Top-Marathon-Ergebnisse für das deutsche Marathon-Team empfehlen, das bei der Leichtathletik-EM in Birmingham als Titelverteidiger antreten wird. Vor vier Jahren in München gehörten beide der Mannschaft an, die Gold gewann. „Ich bin zwar nicht in Form, um meine Bestzeit zu pulverisieren“, erklärt Deborah Schöneborn, „aber die Vorbereitung lief gut, und es soll Richtung 2:28:30 Stunden gehen.“ Die 32 Jahre alte Ärztin lief ihre Marathon-Bestzeit von 2:24:54 Stunden 2024 im texanischen Houston. 2021 belegte sie beim Olympiamarathon im japanischen Sapporo einen sehr guten 18. Platz. Eine starke Konkurrentin in Düsseldorf ist Nina Reuter von Frankfurt Athletics, die vergangenes Jahr in Hannover schon 2:29:43 Stunden gelaufen ist und sich zuletzt beim Barcelona-Halbmarathon auf 71:09 Minuten steigerte.

Bei den Männern hat mit Simon Boch ein Top-Läufer aus dem heimischen D.Running-Team seine Meldung abgegeben. „Ursprünglich war das Ziel, mit einer persönlichen Bestleistung zu gewinnen, aber nach einem langen und erfolgreichen Trainingslager in Kenia war ich zuletzt etwas krank, jetzt muss ich am Sonntag schauen, wie es läuft. Aber auf eine Zeit von um die 2:08 Stunden will ich auf jeden Fall anlaufen“, sagt der 32-Jährige, der sich vergangenen Dezember in Valencia auf 2:08:55 Stunden gesteigert hatte. Er will sich ebenfalls für einen Platz im deutschen Marathon-Team für die EM empfehlen.

Im Halbmarathontrennen von Düsseldorf gehen am Sonntag mit Hendrik und Esther Pfeiffer auch die Aushängeschilder des Düsseldorfer Uniper D.Running-Team an den Start. Man darf gespannt sein, was von ihnen nur eine Woche nach ihren starken Rennen beim Boston-Marathon (Hendrik) und über zehn Kilometer in Laredo (Esther) zu erwarten ist.

Den Uniper Düsseldorf Marathon kannst du direkt hier im Livestream anschauen.

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