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Der Wochen(end)-Rückblick
Mohamed Abdilaahi jetzt überall besser als Baumann – Sawe kommt nach Berlin – Das Team für den EM-Marathon

| von Christian Ermert

Mohamed Abdilaahi hat sich den letzten deutschen Rekord geholt, den Lauflegende Dieter Baumann im Freien noch hielt. Sabastian Sawe kommt nach Berlin. Und der DLV nominiert zwei starke EM-Teams.

Was war das am Samstag für ein Saisonauftakt von Mohamed Abdilaahi! In starken 7:25,77 Minuten entthronte der Läufer von Cologne Athletics auch über 3.000 Meter die deutsche Lauflegende Dieter Baumann als Rekordhalter. Und das als Sieger vor der versammelten Weltklasse beim ersten Rennen der Diamond League im chinesischen Keqiao im Großraum Shanghai!

Ende März hatte der 27-Jährige bereits den deutschen 10.000-Meter-Rekord von Dieter Baumann pulverisiert und war als erster Deutscher überhaupt unter 27 Minuten geblieben. Jetzt hält er die deutschen Rekorde über 3.000 bis 10.000 Meter auf der Bahn sowie über 10 Kilometer auf der Straße. Sein Vorgänger als deutscher Rekordler auf den 3000, 5000 und 10.000 Metern auf der Bahn war Dieter Baumann, der 1992 in Barcelona den Olympiasieg über 5000 Meter geholt hatte.

Der 27-Jährige ist in der internationalen Spitze angekommen – und kann 2026 zu seinem größten Jahr überhaupt laufen. Bei den Europameisterschaften in Birmingham will er diesen Sommer endlich beweisen, dass er auch in Meisterschaftsrennen zu Großem fähig ist.

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So will Mohamed Abdilaahi jetzt auch bei Meisterschaften glänzen

Doch hinter den Rekorden steckt viel mehr als schnelle Zeiten: Zweifel, Rückschläge, harte Lehren – und ein Athlet, der gelernt hat, nicht mehr gegen sich selbst zu laufen. Das alles kannst du jetzt in einem großen Porträt auf laufen.de lesen

  • wie ihn sein Vater zurück auf Kurs gebracht hat
  • warum er heute ruhiger trainiert als früher
  • weshalb die EM 2026 seine große Chance werden könnte
  • und warum der Marathon noch warten muss.
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Sabastian Sawe beim BMW Berlin-Marathon 2026

Vor dem Wochenende standen die Marathon-Asse im Mittelpunkt, obwohl sie nicht liefen. Aber mit der Benennung des ersten Stars für den BMW Berlin-Marathon sowie die Nominierung des deutschen Marathon-Teams für die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham standen die Straßenläufer im Mittelpunkt.

Eine tolle Nachricht kam dabei aus Berlin: Sabastian Sawe kehrt nach seinem ersten Marathon unter zwei Stunden zum Berlin-Marathon zurück. Der 31-jährige war vor drei Wochen in London als erster Läufer einen rekordkonformen Marathon unter zwei-Stunden gelaufen: In 1:59:30 Stunden erreichte er das Ziel am Buckingham Palace in London. Es war sein vierter Marathon. Und alle hat er in Zeiten von unter 2:02:30 Stunden gewonnen. Nach Berlin kommt er als Titelverteidiger. Im vergangenen Jahr erzielte Sabastian Sawe beim in Berlin trotz warmer Bedingungen mit Temperaturen von bis zu 25 Grad Celsius die damals neuntschnellste je gelaufene Zeit. Die Rede war von einem „Warmwetter-Weltrekord“. Mit der Jahresweltbestzeit von 2:02:16 Stunden gewann er 2025 das Rennen in Berlin. Da die Berliner Strecke schneller als die in London ist, kann Sabastian Sawe sicherlich seinen Weltrekord weiter verbessern.

„Ich freue mich sehr, zum BMW Berlin-Marathon zurückzukehren und möchte meinen Titel verteidigen. Viele fragen sich vielleicht, welche Ziele ich dieses Mal habe. Nach meinem Sieg in London und meinem Weltrekord kann ich nur sagen, dass ich mich – wie immer – so gut wie möglich vorbereiten werde, um dann in Berlin so schnell wie möglich zu laufen möchte. Ich freue mich auf die fantastische Atmosphäre des Rennens“, sagte Sabastian Sawe, der am 27. September beim BMW Berlin-Marathon starten wird.

„Wir freuen uns außerordentlich, Sabastian Sawe erneut beim BMW Berlin-Marathon zu begrüßen. Mit seiner beeindruckenden Entwicklung und seinem historischen Weltrekord hat er Sportgeschichte geschrieben“, sagte Race-Direktor Mark Milde. „Dass Sabastian sich für Berlin entschieden hat, ist eine große Auszeichnung für den weltweiten Stellenwert unserer Veranstaltung. Wenn am Renntag alle Bedingungen stimmen, das Wetter mitspielt und Sabastian in Topform an der Startlinie steht, ist vieles möglich.”

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Titelverteidiger Richard Ringer führt deutsches EM-Team im Marathon an

Unterdessen hat der Deutsche Leichtathletik-Verband jene zwölf Läuferinnen und Läufer benannt, die bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham am 16. August im Marathon für Deutschland antreten werden. Angeführt wird das Team von Titelverteidiger Richard Ringer (LC Rehlingen), dem Vize-Weltmeister und deutschen Amanal Petros (Hannover 96) und dem Jahresschnellsten Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier e.V.), der sich zuletzt in Hamburg auf 2:04:45 Stunden steigerte. Hinzu kommen Hendrik Pfeiffer, Simon Boch (beide Düsseldorf Athletics) und Tom Thurley (Munich Athletics).

Bei den Frauen schickt der DLV mit Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg), Fabienne Königstein (Hannover 96) und Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics) die Nummer zwei, drei und fünf der ewigen deutschen Bestenliste ins Rennen um die EM-Medaillen. Ergänzt wird das Team mit Nina Reuter (Frankfurt Athletics), Tabea Themann (Hamburg Running) und Katharina Saathoff (Braunschweiger Laufclub).

Vor vier Jahren in München hatten die deutschen Marathon-Teams Gold (Frauen) und Silber (Männer) gewonnen, hinzu kam Einzel-Gold für Richard Ringer. „An diese Erfolge möchten wir gern in Birmingham anknüpfen“, sagt Bundestrainer Alexander Fromm. „Wir hoffen, dass möglichst alle Nominierten eine gute Vorbereitung haben und rechtzeitig zur EM in Top-Form sind.“

Da einige deutsche Läuferinnen und Läufer mit erfüllten Marathon-Nominierungsanforderungen beim internationalen Höhepunkt auf anderen Strecken starten wollen oder nicht zur Verfügung stehen, dürfen sich auch Newcomer wie der Deutsche Marathon-Meister Tom Thurley (Munich Athletics) über die Nominierung freuen.