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Der adidas Agravic Speed Ultra Evo im Test
Ein Superschuh für die Trails

| Text: Finn Lenzen | Fotos: adidas

Der adidas Agravic Speed Ultra Evo im Test: Leicht, stabil und dynamisch - adidas bringt das Trail-Pendant zum Rekord-Straßenschuh Adizero Adio Pro Evo 3.

Für wen ist dieser Schuh geeignet?

Der adidas Agravic Speed Ultra Evo ist ein leichter Wettkampf-Trailschuh, der auf hohes Tempo und lange Distanzen in anspruchsvollem Gelände ausgelegt ist. Er verbindet die Dynamik eines Straßen-Superschuhs mit der Stabilität und dem Grip, die es auf technischen Trails im Hochgebirge braucht. Damit ist er vor allem als High-End-Modell für schnelle Ultratrail und alpine Rennen gedacht.

Der Adidas Agravic Speed Ultra Evo im Detail

  • für unbefestigte, harte und weiche Böden geeignet
  • überaus komfortable Dämpfung
  • führt den Fuß moderat bis zum Abdruck
  • erlaubt ein flottes Lauftempo
  • sehr reaktiver Laufschuh
  • Gewicht: 250g (unisex)
  • Sprengung: 6 mm
  • UVP des Herstellers: 500

Unser ausführlicher Testbericht zum adidas Agravic Speed Ultra Evo

Schneller, leichter, dynamischer – lange Zeit war das vor allem die Maxime bei der Entwicklung neuer Wettkampfschuhe für den Straßenlauf. Beim Traillauf gelten dagegen andere Voraussetzungen. Auch hier zählen natürlich geringes Gewicht und Dynamik, gleichzeitig müssen Trailschuhe aber Stabilität, Agilität und direkten Bodenkontakt bieten, wenn es mit hohem Tempo über anspruchsvolles Gelände geht.

adidas will diese beiden Welten mit dem Agravic Speed Ultra Evo nun ein Stück weit zusammenbringen. Der Schuh ist gewissermaßen das Trail-Pendant zum Adizero Adios Pro Evo 3, den unter anderem Sabastian Sawe beim London Marathon 2026 zum Weltrekord von 1:59:30 Stunden trug. Einige der Technologien des Rekordschuhs hat adidas im neuen „Trailsuperschuh“ übernommen und an die besonderen Anforderungen des Geländes angepasst.

Wir wollten nicht einfach den Evo nehmen und ihm eine robustere Außensohle verpassen. Stattdessen haben wir das Produkt bis ins letzte Detail zerlegt und jedes Element gezielt auf das zugeschnitten, was Athletinnen wie Ruth auf einem Kurs wie dem UTMB wirklich brauchen.

Korbinian Lehner, Senior Manager Concepts im Innovationsteam von adidas

Etwa 250 Gramm – so viel bringt der Agravic Speed Ultra Evo auf die Waage und ist damit nochmal rund fünf Prozent leichter als das bisherige adidas Topmodell, der Agravic Speed Ultra 2. Damit der Schuh trotz des geringen Gewichts auch den Anforderungen eines langen und anspruchsvollen Traillaufs gerecht wird, hat Adidas über mehrere Jahre gemeinsam mit 13 Athletinnen und Athleten an der Entwicklung gearbeitet – unter ihnen auch die letztjährige UTMB-Siegerin Ruth Croft.

Zwei Energyrims statt einer Carbonplatte

Das Herzstück des Ultra Evo ist seine Mittelsohle. Hier kombiniert adidas den leichten Lightstrike-Pro-Schaum mit der sogenannten Dual-EnergyRim-Technologie.

Lightstrike Pro kommt bereits in verschiedenen adidas-Wettkampf- und Trainingsschuhen zum Einsatz. Der Schaum ist leicht und bekannt für seine extrem hohe Energierückgabe. Beim Agravic Speed Ultra Evo wirkt er im Zusammenspiel mit zwei seitlich in die Mittelsohle integrierten Carbon-Elementen, den sogenannten EnergyRims.

Anders als bei einem klassischen Carbonschuh gibt es dabei keine durchgehende Carbonplatte unter dem Fuß. Die beiden EnergyRims verlaufen getrennt voneinander an der linken und rechten Seite der Mittelsohle. Dazwischen liegt der Lightstrike-Pro-Schaum direkt unter dem Fuß. Der Gedanke dahinter: Der Schaum kann sich beim Aufprall ungehindert komprimieren und die dabei aufgenommene Energie beim Abdruck wieder abgeben. Laut adidas ermöglicht diese Konstruktion eine um rund zehn Prozent höhere Energierückgabe als beim Vorgänger Agravic Speed Ultra 2.

Im Test: Adidas Agravic Speed Ultra Evo

Der erste Eindruck war einfach die Stabilität. In der Vergangenheit hatte ich das Gefühl, dass man bei Schuhen mit Energyrims immer ein bisschen Stabilität geopfert hat. Aber hier fühlt es sich einfach überzeugend an – auch auf technischerem Terrain.

Ruth Croft, UTMB-Siegerin 2025

Gleichzeitig sorgen die beiden seitlichen Carbon-Elemente für zusätzliche Stabilität. Und weil sie nicht– wie zum Beispiel beim Straßen-Evo – miteinander verbunden sind, können die linke und rechte Seite des Schuhs unabhängig voneinander auf den Untergrund reagieren. Das ist gerade auf Trails interessant: Anders als auf der Straße landet der Fuß häufig schräg, auf einer Wurzel oder nur halb auf einem Stein. Die getrennten Energyrims sollen dem Schuh ermöglichen, solche Unebenheiten besser auszugleichen, ohne auf die stabilisierende Wirkung der Carbonkonstruktion zu verzichten.

Auch die Geometrie der Mittelsohle hat adidas im Vergleich zum Agravic Speed Ultra 2, überarbeitet. Die Sohlenplattform ist etwas breiter geworden, was dem Schuh mehr Stabilität geben soll. Gleichzeitig wurde die Rockerform leicht angepasst, damit der Übergang vom Aufsetzen zum Abdruck noch flüssiger läuft.

Eng am Fuß, ohne einzuengen

In Sachen Obermaterial und Passform hat sich beim Agravic Speed Ultra Evo im Vergleich um Agravic Speed Ultra 2 ebenfalls einiges getan. adidas setzt auf das neue Trailock-Upper, ein weiches, gewebtes Material, das sich gezielt nur in eine Richtung leicht dehnen lässt. Der Stoff gibt dort etwas nach, wo der Fuß Bewegungsspielraum braucht, bleibt ansonsten aber stabil. Dadurch soll der Schuh eng und sicher am Fuß sitzen, ohne unangenehm zu drücken.

Dazu kommt ein sockenartiger Schmutzschutz am Knöchel, der verhindert, dass ständig kleine Steinchen oder Staub in den Schuh gelangen. Ansonsten verzichtet adidas, wo es möglich ist, auf Nähte. Gerade bei längeren Läufen kennt das wohl jeder: Eine kleine Reibestelle, die auf den ersten Kilometern kaum auffällt, kann nach mehreren Stunden richtig unangenehm werden.

Grip – auch bei schwierigem Untergrund?

Bei der Außensohle fällt vor allem das aggressive Stollendesign des Agravic Speed Ultra Evo ins Auge. Das Ziel: möglichst viel Halt auf unterschiedlichen Untergründen – schließlich soll der Schuh sowohl auf Geröll im Hochgebirge als auch auf schlammigen Wegen im Bergwald funktionieren.

Die Stollen selbst bestehen aus einer speziellen Continental-Gummimischung, die adidas auch bei anderen Trailschuhen einsetzt und die für guten Halt auf wechselnden Untergründen sorgt.

Zunächst nur in limitierter Stückzahl

Wer den Agravic Speed Ultra Evo einmal selbst ausprobieren möchte, muss sich zunächst allerdings gedulden – oder rund um den UTMB in Chamonix sein. adidas bringt den Schuh zum Start nur in begrenzter Stückzahl und ausschließlich bei ausgewählten Händlern vor Ort auf den Markt. Weitere Verkaufsaktionen sind im Laufe des Jahres geplant.

Exklusiv ist der Agravic Speed Ultra Evo allerdings nicht nur bei der Verfügbarkeit: Mit 500 Euro liegt auch sein Preis deutlich über dem, was für die meisten Trailschuhe aufgerufen wird.