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adidas Evo 3
Der Unter-Zwei-Stunden-Marathonschuh von London

| Text: Christian Ermert | Fotos: adidas

Im ersten Einsatz zur Legende: Der adidas Evo 3. Zwei Läufer liefen mit ihm beim London-Marathon 2026 unter zwei Stunden. Sabastian Sawe und Yomif Kejelcha. Das macht den 97-Gramm-Supercarbonschuh aus.

Für wen ist dieser Schuh geeignet?

Der adidas Evo 3 ist der Schuh, mit dem der erste reguläre Marathon unter zwei Stunden gelaufen wurde. Gemacht für Athletinnen und Athleten, die Höchstgeschwindigkeiten auf langen Strecken erzielen wollen. Ein reiner Rennschuh für den Asphalt. Die hohe Investition von 500 Euro für diesen Schuh lohnt sich, wenn einem eine superschnelle Bestzeit neben dem vielen Training auch der Schuh der Allerbesten wert ist.

Der adidas Evo 3 im Detail

  • für Asphalt geeignet
  • komfortable Dämpfung
  • führt den Fuß kaum in der Abrollbewegung
  • für sehr hohes Lauftempo konstruiert
  • sehr reaktiver Laufschuh
  • Gewicht: 97 g
  • Sprengung: 6 mm
  • UVP des Herstellers: 500 €

Der adidas Adizero Adios Pro Evo 3 ist ab dem 30. April auf adidas.de verfügbar.

Mit dem adidas Evo 3 zu zweit unter zwei Stunden: Sabastian Sawe und Yomif Kejelcha

Wann hat sich schon einmal eine Aussage eines Sportartikel-Herstellers zu einem neuen Laufschuh so bewahrheitet wie an diesem historischen Marathonsonntag von London am 26. April 2026? Wenige Tage vor dem Rennen schrieb adidas in der Verlautbarung zum neuen Adizero Adios Pro Evo 3: „Mit dem Evo 3 definiert adidas neue Maßstäbe im Langstreckenlauf.“

Und genau das ist in London eingetreten. Gleich zwei Läufer hoben den Marathonlauf in eine neue Dimension. Sabastian Sawe aus Kenia und Yomif Kejelcha aus Äthiopien durchbrachen als erste Athleten bei einem regulären Rennen über 42,195 Kilometer die magische Zwei-Stunden-Barriere. Sabastian Sawe unterbot in 1:59:30 Stunden sogar die bisher von Eliud Kipchoge gehaltene Rekordzeit für einen Marathon unter nicht regulären Bedingungen. Der Kenianer war 2019 in Wien mit wechselnden Tempomachern die 42,195 Kilometern 1:59:40 Stunden gelaufen.

Dieser Marke kam an diesem historischen Sonntag in London auch Yomif Kejelcha aus Äthiopien bei seinem Marathon-Debüt ganz nah. In 1:59:41 Stunden unterbot er den alten Weltrekord von Kelvin Kiptum deutlich, der 2023 in Chicago 2:00:35 gelaufen war und wenige Monate später bei einem tragischen Autounfall in Kenia ums Leben kam.

Auch Tigst Assefa läuft im adidas Evo 3 Weltrekord

Und dann waren da ja in London auch noch Tigst Assefa aus Äthiopien, die ihren eigenen Weltrekord für Rennen ohne männliche Tempomacher von 2:15:50 auf 2:15:41 Stunden verbesserte. Zur Erinnerung: Die Äthiopierin war bereits 2023 die Läuferin, die den adidas Evo in seiner ersten Auflage zur Legende machte, als sie den BMW Berlin-Marathon mit dem Schuh in der damals unfassbaren Weltrekordzeit von 2:11:53 Stunden gewann. Dieser Weltrekord für Rennen mit männlichen Tempomachern ist mittlerweile unterboten, aber in London hat sich der Evo von adidas auch dank Tigst Assefa in neue Sphären katapultiert.

Um 50 Prozent leichterer Dämpfungsschaum

Aber was macht diesen Schuh eigentlich aus? Am wichtigsten sein Gewicht: Mit 99 Gramm ist er der erste Superschuh von adidas, der weniger als 100 Gramm auf die Waage bringt. Damit ist er gut 38 Gramm leichter als die erste Version des adidas Evo. Den Entwicklungs- und Innovationsteams bei adidas ist es gelungen, bei einem so leichten Schuh wie dem adidas Adizero Adios Pro Evo 3 noch einmal fast 28 Prozent an Gewicht einzusparen.

Und das, ohne seine Funktionen in Sachen Dämpfung und Energierückgabe einzuschränken. „Wir haben bei dem Schuh nichts weggenommen, die Gewichtseinsparung haben wir fast ausschließlich durch den Einsatz von neuen Materialien erreicht, die leichter sind, aber gleichzeitig mindestens dieselben, meist aber noch bessere Funktionalitäten ermöglichen als bei den Vorgängermodellen“, sagt Charlotte Heidmann, die bei adidas maßgeblich an der Entwicklung aller bisherigen Evo-Modelle beteiligt war.

Entscheidend sind dabei im adidas Evo 3 vier neue Technologien: Die Mittelsohle besteht zum größten Teil aus dem neuen Lightstrike Pro Evo Foam. Er ist der bisher leichteste und reaktionsfreudigste von adidas eingesetzte Dämpfungsschaum. Das Material wiegt 50 Prozent weniger als der bei dem Vorgängermodell eingesetzte Schaum.

Von außen sichtbares Carbon-Element für Top-Laufgefühl

Hinzu kommt ein neues Herzstück aus Carbon: Im Evo 3 löst die innovative Energyrim-Technologie die bisher verwendeten fünfstrahligen Energyrods ab. Das Carbon-Element ermöglicht maximales Schaumvolumen unter dem Fuß sowie optimale Stabilität, indem es bogenförmig zwischen den verschiedenen Schaumschichten der Mittelsohle liegt. Und das hat das Laufgefühl mit Schuh noch einmal verbessert. Man tritt nicht mehr direkt auf das Carbon-Element, sondern die Stabilität und der Vortrieb kommt mehr von der Außenseite des Fußes, was sich einfach angenehmer anfühlt.

Superleichtes Obermaterial

Ergänzt wird die Konstruktion durch ein ultraleichtes, von Kitesurf-Segeln inspiriertes Obermaterial und eine neue Continental-Außensohle, die zeigt, wie sehr der Evo 3 auf die Bedürfnisse von Spitzenläuferinnen und -läufern zugeschnitten ist.

Continental-Gummi nur unter Vorfuß und Ferse

Das abriebfeste und traktionsstarke Gummi kommt nur im Vorfußbereich und ganz hinten an der Ferse zum Einsatz. „Bei unseren Prototypen-Tests mit den besten Athletinnen und Athleten in Kenia und Äthiopien haben wir herausgefunden, dass bei diesen Schuhen der Sohlenteil unter der Mittelsohle nie mit dem Boden in Kontakt kommt und wir deshalb da auf die Außensohle aus Gummi verzichten können“, erklärt Charlotte Heidmann. Bei weniger Schnellen ist das nicht der Fall, so dass der Schuh wirklich nur etwas für die Besten ist.