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Gold, Bronze, Gold: Deutsche U20-Läuferinnen räumen ab

| Wolfram Marx/sim I Foto: imago
Am Sonntag geht's bei der Cross-EM um die letzten Lauf-Medaillen des Jahres. Gute Aussichten auf Edelmetall haben die deutschen U20-Starterinnen.

Was für ein traumhafter Auftakt bei der Cross-EM in Hyères (Frankreich): Gleich im ersten Rennen sammelten die deutschen U20-Athletinnen am Sonntag drei Medaillen. Neue Cross-Europameisterin der U20 ist Konstanze Klosterhalfen.

Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) zeigte von Anfang an, dass sie die Stärke und den Willen hat, vorne mitzulaufen und um eine Medaille zu kämpfen. Sie hielt sich stets in der Spitzengruppe auf, die ein nicht sonderlich hohes Tempo anschlug. Alina Reh (TSV Erbach) dagegen wurde am Start behindert. „Ich musste in der Innenbahn laufen und immer wieder nach außen ausscheren, um Plätze aufzuholen“, erklärte sie. So lag die als Mitfavoritin eingestufte zweifache U20-Europameisterin (3.000 und 5.000 m) nach der Startrunde überraschend nur auf Platz 21.

Die folgende kurze Runde über die Pferderennbahn an der Mittelmeerküste beendete Klosterhalfen auf Platz zwei, Reh versuchte als Fünfte zur Spitze aufzuschließen, hatte aber einen Rückstand von rund zehn Metern. Die Berglauf-Europameisterin der U20 Sarah Kistner (MTV Kronberg) machte ebenfalls Platz um Platz gut. Das Team hielt sich genau an die Vorgabe von Bundestrainer Andreas Michallek: anfangs im Feld halten, nicht zu sehr attackieren. „Sie haben das alles super gemacht, Konstanze sollte vorne mitlaufen, selbst aber kein Tempo machen.“

Konstanze Klosterhalfen mit dem besten Finish

Eine Vierergruppe mit der Spanierin Célia Anton, den Britinnen Harriet Knowles-Jones und Bobby Clay sowie Konstanze Klosterhalfen führte das Feld schließlich auf die letzte Runde. Auf der Zielgeraden konnte Klosterhalfen ihre Stärke als 1.500-Meter-Läuferin ausspielen und Knowles-Jones, die den ersten Antritt gewagt hatte, noch überspurten. „Ich bin so glücklich, damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe nur auf einen Platz in den Top Ten gehofft. Ich musste den anderen nur folgen“, sagte die frischgebackene Cross-Europameisterin der U20 im Ziel.

Alina Reh wurde nach einer starken Aufholjagd Dritte, auch Sarah Kistner und Franziska Reng (LG Telis Finanz Regensburg) zeigten eine starke zweite Hälfte: Platz sechs und zehn. Die herausragende Teamleistung sicherte den Nachwuchskräften die Team-Goldmedaille mit 20 Punkten vor Großbritannien (40) und Dänemark (62). „Wir hätten sogar Gold geholt, wenn alle Fünf gewertet worden wären“, meinte eine lachende Anna Gehring (SC Itzehoe) im Ziel. Sie vervollständigte als 17. den glänzenden Auftritt der deutschen U20-Athletinnen, den ein Video des Europaverbands EAA dokumentiert.

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U20-Läufer werden Sechste

Eine Medaille wurde von den Läufern der männlichen U20 nicht erwartet. Sie mussten während des Rennens im Feld wesentlich stärker kämpfen und hielten sich zumeist in Bereichen ab Platz 30 auf. Auf diesem Rang beendete schließlich auch der beste deutsche Athlet Patrick Karl (TV Ochsenfurt) das Rennen. Das Team landete auf Rang sechs.

Auf der 5.947 Meter langen flachen Strecken, die durch einige Hindernisse wie Hügel und Baumstämme abwechslungsreich gestaltet war, sorgte eine Spitzengruppe von rund acht Läufern für das Tempo. Eingangs der letzten Runde setzte sich der Italiener Yemaneberhan Crippa deutlich vom Feld ab. Sein zwischenzeitlicher Vorsprung von 150 Metern schrumpfte zwar im Verlauf der Runde, doch er konnte sich ins Ziel retten und wurde mit sechs Sekunden Vorsprung U20-Europameister. Im Spurt um Silber setzte sich der Franzose Fabien Palcau gegen den Spanier El Madhi Lahoufi durch.

Patrick Karl fehlt Tempohärte

Patrick Karl, im Sommer Vize-Europameister der U20 über 3.000 Meter Hindernis, musste im Ziel feststellen: „Ich habe mir das anders vorgestellt.“ Allerdings habe er in den drei Wochen zuvor nur wenig trainieren können. „Mir ist beim Darmstadt-Cross jemand mit den Spikes auf den Fuß getreten, ich musste zehn Tage komplett aussetzen. Mir hat die Tempohärte gefehlt. Ich bin nicht zufrieden.“

Ein ordentliches Rennen machte der Dortmunder Leif Gunkel, der als 34. nur vier Sekunden nach Patrick Karl ins Ziel kam. Die weiteren deutschen U20-Junioren Markus Görger (LC Breisgau), Lukas Eisele (LG Filder) und Marvin Heinrich (Neuköllner SF Berlin) schlossen die Cross-EM auf den Plätzen 37, 40 und 62 ab.