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Doping-Fall Shobukhova: Wertlose Siege für Mikitenko?

| dpa/Redakton laufen.de I Foto: imago
Es ist amtlich: Marathonläuferin Liliya Shobukova werden aufgrund ihrer Dopigsperre alle Ergebnisse seit Herbst 2009 aberkannt. Es profitiert Irina Mikite

Es ist amtlich: Marathonläuferin Liliya Shobukhova (das Foto zeigt sie beim Zieleinlauf 2011 in Chicago) werden aufgrund ihrer Dopigsperre alle Ergebnisse seit Oktober 2009 aberkannt. Auf dem Papier profitiert Irina Mikitenko. Doch ob die Deutsche auch das entgangene Preisgeld von mehr als 500.000 US-Dollar erhalten wird, ist mehr als fraglich.

Die Dopingsperre gegen die ehemalige Weltklasse-Marathonläuferin Liliya Shobukhova ist um 14 Monate verlängert worden. Die Russin darf nach einer Entscheidung des Obersten Sportgerichtshofes (CAS) in Lausanne vom Donnerstag nun bis März 2016 nicht starten. Gegen die Zweijahressperre durch den russischen Verband, die im Januar ausgelaufen war, war der Internationale Leichtathletik-Verband wegen erschwerender Umstände vor den CAS gezogen.

Der CAS bestätigte zudem die Aberkennung und Streichung der Titel und Ergebnisse von Shobukhova vom 9. Oktober 2009 an. Darunter fielen unter anderem die Siege 2009, 2010 und 2011 beim Chicago-Marathon sowie Platz eins und zwei 2010 und 2011 in London. 2009/2010 und 2010/2011 hatte die mittlerweile 37-Jährige auch die WMM-Serie für sich entschieden. Damit rückt Irina Mikitenko als Siegerin des Chicago-Marathons 2009 nach. Die deutsche Rekordhalterin hatte damals in 2:26:31 Stunden hinter der Russin (2:25:56 h) Platz zwei belegt. Auch die WMM-Serie 2009/2010 hätte Mikitenko damit gewonnen. Ob sie allerdings das Preisgeld in Höhe von 500.000 US-Dollar bekommt, ist fraglich. Die 42-Jährige müsste gegen die Russin juristische Schritte einleiten.

Shobukhova hatte in der ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht“, die Ende 2014 ausgestrahlt worden war, eingeräumt, dass dem russischen Verband ihre extrem auffälligen Blutwerte der Jahre 2009 bis 2011 vorgelegen hätten. Der Verband hätte diese aber nicht als Dopingverstoß gewertet. Sie sagte in dem Beitrag auch, dass sie sich gegen Zahlung von 450 000 Euro an russische Funktionäre die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London erkauft hätte.

Die Russin könnte nicht der einzige Doping-Fall in der Marathonszene bleiben. Laut Recherchen der ARD und der "Sunday Times" sind von 2001 bis 2012 eine Vielzahl von Top-Läufern mit erhöhten Blutwerten aufgefallen. Die folgende Liste bezieht sich auf die Top-3-Platzierungen der Männer und Frauen bei den einzelnen World Marathon Majors (WMM)-Rennen im Zeitraum von 2001 bis 2012. Auffällige Blutwerte können einen Hinweis auf Doping sein, beweisen dieses aber nicht:

Chicago 31
London 28
New York 27
Boston 19
Berlin 18
Tokio 13

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