Klosterhalfen holt Bronze über 5000 Meter

| Text: Jörg Wenig | Foto: imago images/Beautiful Sports

Konstanze Klosterhalfen hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha über 5.000 m die Bronzemedaille gewonnen. Die 22-Jährige bot einmal mehr in dieser Saison den starken Ostafrikanerinnen Paroli und feierte den größten Erfolg ihrer Karriere. Kenias Titelverteidigerin Hellen Obiri gewann die Goldmedaille mit einem Meisterschafts-Rekord von 14:26,72 Minuten vor ihrer Landsfrau Margaret Kipkemboi (14:27,49). Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) lag mit 14:28,43 klar vor der viertplatzierten Äthiopierin Tsehay Gemechu, die nach 14:29,60 im Ziel war.

Es war das erste Mal, dass eine deutsche Langstreckenläuferin bei einer großen globalen Meisterschaft eine Medaille über 5.000 Meter gewann. Bei Olympischen Spielen gab es weder über 3.000 noch über 5.000 oder 10.000 Meter einen Medaillengewinn einer deutschen Frau.

Zugute kam Konstanze Klosterhalfen sicherlich, dass ihre zeitweilige Trainingspartnerin beim Nike Oregon Project (NOP), Sifan Hassan (Niederlande), sich gegen einen 5.000-Meter-Start und statt dessen für die 1.500-m-Distanz entschieden hatte. Dieses Finale gewann Hassan souverän in erstaunlichen 3:51,95 Minuten. Das ist die sechstschnellste je gelaufene Zeit über die Mittelstrecke. Das NOP erscheint nach der Sperre gegen Cheftrainer Alberto Salazar allerdings in keinem guten Licht.

Es war die Titelverteidigerin Hellen Obiri, die sich frühzeitig an die Spitze setzte und das Tempo bestimmte. Dabei hielt sie die Pace allerdings nicht sehr hoch. Die 2.000-Meter-Marke wurde nach 5:52,48 Minuten passiert. Konstanze Klosterhalfen bewegte sich in dieser Phase zwischen den Plätzen drei und fünf. Als es dann schneller wurde und sich eine sechsköpfige Spitzengruppe formierte, war die Deutsche unmittelbar hinter der Kenianerin und die einzige in dieser Gruppe, die nicht aus Kenia oder Äthiopien kam.

Unberührt von Sperre gegen Alberto Salazar

Auf dem letzten Kilometer waren immer noch alle sechs Läuferinnen zusammen in der ersten Gruppe. Als es in die letzte Runde ging, liefen Hellen Obiri, Konstanze Klosterhalfen und die Kenianerin Lilian Rengeruk, die am Ende Fünfte wurde, fast nebeneinander an der Spitze. Rund 150 Meter vor dem Ziel löste sich Hellen Obiri, die in diesem Jahr auch schon den Crosslauf-WM-Titel gewonnen hatte, entscheidend. Konstanze Klosterhalfen konnte zwar auf der Zielgeraden den zweiten Platz nicht halten, war aber überglücklich über Rang drei und die Bronzemedaille.

„Ich bin stolz auf meine Leistung. Es war schwierig, in der ersten Phase des Rennens ruhig zu bleiben und abzuwarten“, sagte Konstanze Klosterhalfen. „Dass ich dann im Schlusssprint eine Medaille rausholen kann, hätte ich vorher nicht gedacht. Aber ich wollte zeigen, was ich trainiert habe und was ich kann.“

Die Negativ-Schlagzeilen um Alberto Salazar hätten sie nicht abgelenkt, erklärte Konstanze Klosterhalfen. „Mich hat das nicht tangiert, mein Coach ist Pete Julian“, sagte sie gegenüber der ARD. So herausragend diese Leistung von Konstanze Klosterhalfen ist - in der nächsten Zeit wird sie sich mit dem Thema Alberto Salazar auseinandersetzen müssen.

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