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Im Laufschritt den Durchblick behalten
Wie du deine Augen mit Laufen fit hältst

| Text: Dr. Stefan Graf | Foto: Adobe Stock/Artem

„Grauer Star“ und die „Altersabhängige Makuladegeneration“ sind häufige Augenerkrankungen im Alter. Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass Laufen das Erkrankungsrisiko senken kann.

Gutes Sehen ist wichtig für sturzfreies Laufen. Umgekehrt entfaltet regelmäßiges Laufen präventive Wirkungen gegen die zwei häufigsten Ü50-Augenleiden – den „Grauen Star“ (Trübung der Augenlinse) und die „Altersabhängige Makuladegeneration“ (AMD: Absterben von Netzhautzellen).

Über sieben Jahre sammelten kalifornische Wissenschaftler Daten zu Augengesundheit, Training und Lebensweise von 41.000 Läuferinnen und Läufern. Ergebnis: Laufen unterstützt wirksam den Struktur- und Funktionserhalt von Augenlinse und Netzhaut. Zwischen gelaufenen Wochenkilometern und Schutzwirkung zeigte sich eine direkte Korrelation. Statistisch senkt jeder regelmäßig gelaufene Tageskilometer das Erkrankungsrisiko um zehn Prozent.

So verringert sich das AMD-Risiko bei einem Tagespensum von über vier Kilometern um 45 bis 54 Prozent. Beim Grauen Star profitieren „Fleißige“ mit mindestens 64 Wochenkilometern von 35 Prozent niedrigerer Erkrankungswahrscheinlichkeit im Vergleich zu Läufern mit nur 16 Wochenkilometern.

Moderates Training ist gut. Überlastung schadet

Damit nicht genug, zeigte eine Untersuchung von 4000 Einwohnern der US-Stadt Beaver Dam, dass bei bereits an AMD Erkrankten das Fortschreiten aufgehalten wird. Studien
mit genetisch und lebensstilidentischen Mäusen belegen, dass die Wirkungen tatsächlich vom Laufen ausgehen.

Als zentrale Faktoren werden die entzündungshemmende Wirkung vom Myokinen („Muskelhormone“), Senkung von Blut- und Augeninndruck, Freihaltung der feinen Netzhautgefäße und verbesserte Metabolitenentsorgung angesehen. Aber Achtung! Positiveffekte gehen nur von moderatem aerobem Training aus. Ständige Überlastung verkehrt die Wirkung ins Gegenteil.