Laufschuhe für Läufer mit neutralem Abrollverhalten (Pronation)
Menschen mit einem „Normalfuß“ haben in der Regel ein neutrales Abrollverhalten. Normalfußläufer berühren beim Fußaufsatz erst mit der Außenseite der Ferse den Boden und rollen dann über die gesamte Fußsohle ab. Dieses „Einrollen“ des Fußes (auch Pronation genannt) ist ein natürlicher Dämpfungsmechanismus des Körpers. Normalfußläufer sollten Neutralschuhe wählen, die das Abrollverhalten des Fußes kaum beeinflussen.
Laufschuhe für „Supinierer“
Mit Supination ist gemeint, dass man beim Laufen verstärkt über die Außenkanten des Fußes abrollt. Meist ist das mit einer O-Bein-Stellung verknüpft. Supinierer haben oft ein überdurchschnittlich hohes Fußgewölbe. Der Fuß hinterlässt lediglich im Vor- und Rückfußbereich einen Abdruck, weil Hohlfußläufer in der Landephase nicht nach innen abrollen. Aufgrund dieser Unterpronation (auch Supination genannt) entfällt der natürliche Aufprallschutz des Fußgewölbes. Geeignet sind Schuhe mit guten Dämpfungseigenschaften und großer Flexibilität.
Laufschuhe für „Überpronierer“
Typisch bei der Überpronation ist, dass der Fuß in der Abrollbewegung übermäßig nach innen knickt. Das kann Überlastungsbeschwerden provozieren. Läufer mit niedrigem Fußgewölbe sind in der Regel mit Schuhen gut bedient, die die Überpronation mithilfe einer speziellen Stabilitätsstütze einschränken. Handelt es sich nur um eine leichte Überpronation, kann auch auf eine solche Stütze verzichtet werden.
Obermaterial
Der Schaft eines modernen Laufschuhs wird aus strapazierfähigen Kunstledermaterialien und sogenannten Meshstoffen produziert. Meshmaterialien sind extrem luftdurchlässige und atmungsaktive Kunstfasergewebe, die den Fuß angenehm belüften. Verstärkungselemente an den hoch belasteten Stellen verbessern den Halt im Schuh. Wenn sie denn vorhanden sind! Schuhe, die nur aus flexiblem Obermaterial gefertigt werden, habe eine tolle Passform, führen die Füße schwerer Läufer aber deutlich weniger. Immer häufiger werden verschiedene Stretchgewebe eingesetzt. Das sind Stoffe mit elastischer Dehnung, die unter Verwendung von Elastomerfaserstoffen oder speziellen Garnen gewebt oder mit chemischen Zusätzen elastisch gemacht werden. Solche Obermaterialien bieten eine sockenähnliche Passform, aber weniger Halt.
Pronationsstütze
Zur Unterstützung bei überbeweglichen Füßen wird bei bestimmten (nicht bei allen!) Schuhmodellen eine sogenannte Pronationsstütze auf der Innenseite der Zwischensohle integriert. Diese verhindert durch einen höheren Härtegrad das Einwärtskippen des Schuhs und teilweise auch des Fußes. Oft sind diese Stützen erkennbar, weil sie anders eingefärbt sind als der Rest der Zwischensohle. Bei manchen Modellen erkennt man diese „Stütze“ nicht mehr. Eine andere Option, den Fuß stärker zum Abdruckpunkt zu führen und gleichzeitig das Einwärtskippen abzuschwächen sind verstärkende Elemente zwischen Schaft und Zwischensohle, die wie eine Art Leitplanke für den Fuß agieren sollen. Sie stützen weniger stark als die klassische Pronationsstütze, übernehmen aber eine ähnliche Aufgabe.
Mittelfußbrücke
Im Mittelfußbereich finden sich technische Konstruktionsmerkmale, die die Verdrehung von Vor- und Rückfuß ermöglichen, während sie den Schuh für den Abrollvorgang stabil halten.
Fersenkappe
Die Fersenkappe verbessert Ihren Halt im Schuh. Sie umschließt Ihr Fersenbein fest – wichtig insbesondere für Läufer mit Überbeweglichkeiten im Sprunggelenk.
Dämpfungselemente
In die Zwischensohlen integriert sind Dämpfungssysteme im Vor- und Rückfußbereich, zum Beispiel Gel- oder Luftkissen. Diese Dämpfungssysteme sorgen für eine zusätzliche Dämpfung, wobei der wesentliche Teil der Dämpfung der Schuhsohle vom Grundmaterial (meist EVA oder PU) übernommen wird.
Zwischensohle
Fast alle Laufschuhe (bis auf wenige „Barfuß“-Modelle) besitzen eine Zwischensohle. . Man unterscheidet zwischen stark dämpfenden Sohlen - meist aus Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA) hergestellt - und solchen, die einen hohen Rebound-Effekt – meist auf Basis von Polyurethan (PU) produziert - ermöglichen. Die Forschung steht hier nicht still. Zum einen soll das Zwischenmaterial maximal leicht sein, aber auch wahlweise komfortabel oder Energie rückführend. Grundsätzlich hat das Zwischensohlenmaterial die Aufgabe nach der Kompression durch die Landung schnell wieder in die Ausgangsposition zu bringen.
Außensohle
Die Außensohle des Laufschuhs besteht aus karbonisierten Gummimischungen, die langlebig sind und einen griffigen, rutschfesten Kontakt zum Untergrund herstellen. Je leichter, dünner und griffiger die Materialien, beispielsweise für Straßenrennen, desto schneller verschleißen sie. Langlebige Sohlen halten länger, laufen sich aber nicht so »direkt«. Die Kontaktflächen und Kerbungen beeinflussen das Abrollverhalten. Die Außensohle sollte sich an den anatomischen Gegebenheiten orientieren und die Flexibilität deines Fußes unterstützen.
Weitensysteme
Einige Hersteller bieten zusätzlich zur Schuhgröße auch Schuhweiten an. Die Leisten in unterschiedlichen Weiten werden mit 2A, B, D, 2E und 4E bezeichnet. D ist die Standardweite, B und 2A bezeichnen besonders schmale Modelle, und die Leisten 2E und 4E sind für besonders breite Füße. Es ist ein überaus sinnvolles Unterfangen, den verschiedenen Fußbreiten bei gleicher Länge auch unterschiedliche Weiten zur Verfügung zu stellen. Dies ist allerdings häufig nur in der Theorie der Fall: Praktisch wird bei Schuhweiten oft geschummelt. Aus wirtschaftlichen Gründen wird dann nur das Obermaterial in der Passform verändert, nicht aber die Sohle in ihrer Breite! Achte beim Schuhkauf umso mehr darauf, ob der Schuh wirklich passt: sowohl Obermaterial als auch Sohle!