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Der Wochen(end)-Rückblick
Josh Kerr läuft Meilen-Weltrekord in London – Drei deutsche Rekorde in nur 90 Minuten

| von Christian Ermert

Es war ein historischer Nachmittag im Londoner Olympiastadion von 2012. Mit deutschen Rekorden für Robert Farken und Emil Agyekum. Und einer 800-Meter-Siegerin, die jetzt eine eigene Nike-Kollektion hat.

Was war das am Samstag für ein fantastischer Leichtathletik-Nachmittag beim Diamond League-Meeting in London. Vor allem die Läuferinnen und Läufer aus dem Gastgeberland Großbritannien glänzten. Aber auch die Deutschen setzten nicht bloß Akzente, sie schrieben Geschichte. Während der Schotte Josh Kerr sein Projekt 222 vollendete und als erster Mensch die Meile in etwas mehr als 222 Sekunden und unter 3:43 Minuten lief, verbesserte Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig) seinen erst zwei Wochen alten Deutschen Rekord um eine Sekunde.

„Nach 800 Metern ist eine Lücke aufgegangen, die ich auf der dritten Runde zulaufen musste. So wurden die letzten 200 Meter schon schwer. Bei der EM will ich um die Medaillen mitlaufen“, sagte Robert Farken am ARD-Mikrofon, nachdem er erfahren hatte, dass er im Vorbeilaufen auch noch seinen eigenen deutschen Rekord über 1500 Meter auf 3:30,09 Minuten verbessert hatte.

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Robert Farken nach zwei deutschen Rekorden in London auf EM-Kurs

Damit blieb er 71 Hundertstelsekunden unter seinem Deutschen Rekord und sparte sich die ersten 1500 Meter eines Deutschen in weniger als 3:30 Minuten für ein Rennen über genau diese Distanz auf, wo das dann auch entsprechend gefeiert werden kann. Der deutsche 5000- und 10.000-Meter-Rekordler Mohammed Abdilaahi (Cologne Athletics) musste das Rennen vorzeitig aufgeben und verzichtet in der Folge auch auf einen Start bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am kommenden Wochenende in Bochum-Wattenscheid.

An der Spitze vollendete Josh Kerr sein „Projekt 222“. Er lief als erster Mensch die 1609,43 Meter in 222 Sekunden. Von den Zuschauern getragen blieb der Brite mit 3:42,66 Minuten eine halbe Sekunde unter der 27 Jahre alten Bestmarke von Mittestrecken-Legende Hicham El Guerrouj (Marokko). Als Bonus strich der in den USA trainierende Josh Kerr 50.000 US-Dollar ein. Rang zwei ging mit 3:45,69 Minuten an Yared Nuguse. Im „Vorbeigehen“ blieb auch Josh Kerr unter seinem britischen Rekord für die 1500 Meter. Er verbesserte die Marke um neun Hundertstel auf 3:27,71 Minuten.

Wie Josh Kerr das alles geschafft hat und welche Rolle seinen neuen Brooks-Spikes dabei spielten, liest du hier.

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Emil Agyekum löst als Zweiter hinter Karsten Holm über 400 Meter Hürden Harald Schmid ab

Gut 90 Minuten vor dem historischen Meilenrennen von London hatte bereit Emil Agyekum (SCC Berlin) vor 60.000 im ausverkauften Olympiastadion von 2012, das mittlerweile London Stadium heißt und die Heimstätte von Westham United in der Premier League ist, deutsche Leichtathletik-Geschichte geschrieben: Über 400 Meter Hürden löschte der 27-Jährige einen der ältesten Deutschen Rekorde auf einer olympischen Laufdistanz aus den Listen. Auf der Außenbahn legte er nahezu optimalen Lauf hin und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als der hinter ihm laufende Weltrekordler Karsten Warholm (Norwegen) an ihm vorbeizog.

Mit 47,45 Sekunden steigerte Emil Agyekum den 44 Jahre alten Deutschen Rekord von Harald Schmid um drei Hundertstelsekunden. Der Gelnhausener war als Europameister 1982 in Athen und als WM-Dritter 1987 in Rom jeweils 47,48 Sekunden gelaufen. „Dieses Stadion und die Weltklassekonkurrenz haben mich extrem gepusht, die Stimmung war krass. Es hat mich sehr beruhigt, dass Karsten Warholm nicht schon direkt an der ersten Hürde neben mir war“, sagte Emil Agyekum nach dem Rennen am ARD-Mikrofon und ergänzte: „Es läuft momentan phänomenal. Für die EM bin ich sehr zuversichtlich.“

Hier geht es zum ausführlichen Bericht über die Diamond League in London auf leichtathletik.de.

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Keely Hodgkinson über 800 Meter vor Femke Broeders-Bol

Das kann auch die Engländerin Keely Hodgkinson sein. Die 800-Meter-Olympiasiegerin von Paris 2024 ist eine der ganz großen britischen Hoffnungen für das Heimspiel bei den Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August). In London setzte sie sich mit 1:56,21 Minuten gegen Femke Broeders-Bol (1:56,46 min) durch. Die Niederländerin hält mit 50,95 Sekunden den Europarekord über 400 Meter Hürden und holte über diese Strecke 2023 und 2025 WM-Gold, bevor sie sich zu einem Wechsel auf die 800 Meter entschied.

Bei der EM in Birmingham ist ein superspannendes Rennen zu erwarten, wenn auch Audrey Werro dabei ist. Die Schweizerin ist dieses Jahr mit 1:53,80 Minuten dem Uralt-Weltrekord von Jarmila Kratochvilova (1:53,28 min aus dem Jahr 1983) so nah gekommen wie seit 43 Jahren keine Läuferin. Während die Schweizerin in London nicht am Start war, hat Sponsor Nike gemeinsam mit Keely Hodgkinson passend zu ihren Heimauftritten 2026 bei der Diamond League in London und der EM in Birmingham eine eigene Kollektion mit Wettkampf- und Trainingsschuhen sowie Bekleidung entwickelt.

Die Keely Hodgkinson Collection vereint Laufbekleidung und Schuhe, die sowohl Hodgkinsons sportliche Höchstleistungen als auch ihren zurückhaltenden, eleganten Stil widerspiegeln. Zum Schuhsortiment gehören vier Running-Modelle: der Vomero Plus für Regenerationsläufe, der Pegasus 42 für das tägliche Training, der Wettkampfschuh Vaporfly 4 sowie der Victory 2-Spike für Mittelstreckenrennen auf der Bahn. Alle Modelle sind in einem einheitlichen Design mit schwarzem Obermaterial und goldenen Akzenten gestaltet.

Ergänzt wird die Kollektion durch funktionelle Laufbekleidung. Dazu zählen ein AeroSwift Pocket Crop Top, die AeroSwift Tight 5-Inch Short, das Nike Pro Sculpt Long-Sleeve Top sowie die Nike Pro Sculpt 5-Inch Short. Die Kleidungsstücke setzen auf leistungsorientierte Materialien und Details wie Dri-FIT ADV-Technologie und praktische Taschen für Wettkampf und Training. Die Keely Hodgkinson Collection ist seit dem 16. Juli weltweit auf nike.com sowie bei ausgewählten Händlern erhältlich.

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EM-News: Erik Hille ersetzt Hendrik Pfeiffer im deutschen Marathon-Team

Eine weitere EM-Nachricht gab es vergangene Woche aus dem deutschen Team: Marathonläufer Hendrik Pfeiffer, der wegen eines Ermüdungsbruchs nicht starten kann, wird von Erik Hille (Munich Athletics) ersetzt. Der Deutsche Vizemeister gilt als Bergspezialist. „Somit ist er für die anspruchsvolle Strecke in Birmingham prädestiniert“, sagt Marathon-Bundestrainer Alexander Fromm. Das DLV-Männerteam in Birmingham besteht damit aus Vize-Weltmeister Amanal Petros (Hannover 96), München-Europameister Richard Ringer (LC Rehlingen), dem ehemaligen Deutschen Rekordhalter Samuel Fitwi Sibhatu (Silvesterlauf Trier), Simon Boch (Düsseldorf Athletics), EM-Starter von 2022, dem Deutschen Meister Tom Thurley und dem nun nachnominierten Erik Hille (beide Munich Athletics).

Der Münchner hatte im Dezember 2025 seine Bestzeit in Valencia auf 2:12:09 Stunden gesteigert und die Zeit mit DM-Rang zwei im April in Hannover mit 2:12:22 Stunden bestätigt. Aktuell feilt Erik Hille bereits im Höhentrainingslager in St. Moritz an der Form, um optimal vorbereitet bei der EM zu starten. Der 37-Jährige feiert in Birmingham seine Premiere im Nationaltrikot.

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Franziska Gräter U18-Europameisterin über 2000 Meter Hindernis

Ihre EM bereits hinter sich haben die die unter 18 Jahre alten DLV-Talente. Im italienischen Rieti steuerte der Laufnachwuchs vier Medaillen (einmal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) zu den insgesamt elf deutschen Medaillen bei. Den ersten Titel gewann am dritten Tag der Meisterschaften überraschend Hindernisläuferin Franziska Gräter (TSG Schwäbisch-Hall), die sich mit 15 Jahren in ihrem erst vierten Hindernisrennen gegen die höher eingeschätzte europäische Konkurrenz durchsetzte. Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) und Jonathan Albustin (LG Brillux München) holten über 3000 Meter in 8:09,40 und 8:10,01 Minuten Silber und Bronze. Mila Klein (Berliner SV 1892) wurde in 4:26,49 Minuten Dritte über 1500 Meter.

Einige Entscheidungen waren in Rieti sehr knapp, etwa im Fall von 3000-Meter-Läuferin Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt), die Bronze nur um acht Hundertstel verfehlte. Auch jenseits der Medaillenränge konnten einige Athletinnen und Athleten über sich hinauswachsen. Etwa die Hindernisläufer Emil Oppelt (LG Sempt) und Paul Euskirchen (Eintracht Hildesheim), die in der Meldeliste auf den hinteren Plätzen zu finden waren, aber in Rieti beide im Vorlauf Bestzeit liefen, dieses Niveau im Finale noch einmal bestätigten und sich mit den Plätzen sieben und neun teuer verkauften. Auch 800-Meter-Läufer Ole Steinbach (Dresdner SC 1898) bereitete dem deutschen Team viel Freude, wenngleich er nach seinem vermeintlichen Goldlauf wegen eines Remplers gegen einen britischen Läufer disqualifiziert wurde.