Transparenz-Hinweis: Der Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Bauerfeind AG entstanden.
Wer bei Kompressionsstrümpfen zum Laufen zuerst an Regeneration denkt, liegt nicht falsch. Socken und Sleeves werden seit Jahren eingesetzt, wenn sich die Beine nach langen oder intensiven Belastungen erholen sollen. Doch inzwischen sieht man sie immer häufiger dort, wo die Belastung gerade erst beginnt: an der Startlinie eines Marathons, beim Tempotraining oder auf langen Trailrunden.
Genau dort haben wir die verschiedenen Kompressionsprodukte von Bauerfeind Sports getestet. Dabei ging es weniger um die Frage, ob ein Sleeve plötzlich schneller macht. Interessanter war: Wie fühlt sich die Muskulatur damit an? Wie verändert sich die Wahrnehmung beim Laufen? Sitzen die Produkte auch nach vielen Kilometern noch angenehm? Und welche Variante eignet sich für welchen Einsatz?
Kompressionstrümpfe zum Laufen: Spürbarer Druck statt lockerer Passform
Das Erste, was bei den Bauerfeind-Produkten auffällt, ist wenig überraschend: der Druck. Die Sleeves sitzen deutlich enger als normale Laufbekleidung. Deshalb ist die richtige Größe entscheidend. Einfach nach der üblichen Konfektionsgröße zu greifen, reicht nicht. Bauerfeind Sports gibt für seine Produkte konkrete Messpunkte vor, anhand derer die passende Größe mit einem Maßband ermittelt wird.
Ist die gefunden, sitzen die Sleeves körpernah und verrutschen in unserem Test kaum. Bei den Modellen für Ober- und Unterschenkel arbeitet Bauerfeind Sports unter anderem mit zonenspezifischer Kompression. Dazu kommen Taping- und Muskelzonen, die insbesondere die Körperwahrnehmung – die Propriozeption – unterstützen sollen. Haftbänder sorgen dort, wo nötig, für zusätzlichen Halt.
Im Praxistest ist vor allem dieses feste, kompakte Gefühl auffällig. Die Kompression fühlt sich weniger danach an, als würde sie der Muskulatur Arbeit abnehmen. Vielmehr scheint der Druck dafür zu sorgen, dass man den jeweiligen Körperbereich bewusster wahrnimmt.
Für mich vor allem das Gefühl von Stabilität und einer besseren Wahrnehmung der Muskulatur entscheidend. Gerade bei langen oder intensiven Belastungen fühlt sich die Muskulatur für mich kompakter und kontrollierter an. Gleichzeitig nimmt man die eigene Bewegung durch den Druck der Sleeves bewusster wahr.“
Hendrik Pfeiffer, viertbester deutscher Marathonläufer aller Zeiten
Das deckt sich mit den Erfahrungen von Spitzen-Marathonläufer Hendrik Pfeiffer, der dieses Jahr den Boston-Marathon 2:06:34 Stunden gelaufen ist. Der 33-Jährige beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Kompression – nicht nur zur Regeneration, sondern auch während Training und Wettkampf.
Bei den Upper Leg Sleeves für den Oberschenkel empfindet er vor allem „das Gefühl von Stabilität und einer besseren Wahrnehmung der Muskulatur“ als entscheidend. Gerade bei langen oder intensiven Belastungen fühle sich die Muskulatur „kompakter und kontrollierter“ an. Genau hier liegt aus unserer Sicht eine der Stärken der Oberschenkel-Sleeves. Wer darauf achtet, wie sich die Muskulatur nach vielen Kilometern anfühlt, nimmt die Kompression wesentlich deutlicher wahr. Und bemerkt, dass die Produkte das „Flattern“ der Muskulatur eindämmen, welches manche bei jedem Schritt wahrnehmen und das für schnellere Ermüdung sorgen kann.
Das macht lange Läufe zum interessanten Einsatzgebiet. Während eines kurzen lockeren Dauerlaufs ist der Unterschied vergleichsweise schwer zu beurteilen. Nach 20 oder 30 Kilometern lässt sich dagegen besser einschätzen, ob das kompakte Muskelgefühl als angenehm empfunden wird.
Das sagt die Wissenschaft über Kompressionsstrümpfe zum Laufen
Dass dieser Eindruck mehr sein könnte als reine Wahrnehmung, zeigt eine Untersuchung von Eduard Kurz und Christoph Anders vom Universitätsklinikum Jena. Sie untersuchten 22 gesunde, sportlich aktive Männer, die mit 6 km/h gingen beziehungsweise mit 12 km/h auf dem Laufband liefen – jeweils mit und ohne Lower Leg Sleeves für den Unterschenkel von Bauerfeind Sports. Mittels Oberflächen-Elektromyografie wurde die Aktivität verschiedener Muskeln des Unterschenkels gemessen. Beim Laufen fiel der gemessene muskuläre Aufwand mit den Sleeves je nach betrachteter Muskulatur beziehungsweise Messgröße um 4 bis 11,5 Prozent geringer aus, beim Gehen um 9,5 bis 14,5 Prozent. Im Klartext: Für die gleiche Leistung musste weniger Muskelarbeit geleistet werden.
Die Autoren sehen darin einen Hinweis auf eine verbesserte Muskelökonomie und darauf, dass entsprechend konstruierte Sleeves möglicherweise muskulärer Ermüdung entgegenwirken können. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Läuferinnen und Läufer durch Kompression automatisch schneller werden. Die Untersuchung liefert vielmehr einen möglichen physiologischen Erklärungsansatz für das Gefühl, das auch im Praxistest auffällt: Die Muskulatur fühlt sich unter Kompression kompakter an, „flattert“ weniger.
Auf den ersten Blick würde man vielleicht denken, dass Kompression an den Armen für einen Läufer nur eine untergeordnete Rolle spielt, weil die eigentliche Leistung schließlich über die Beine erbracht wird. In meiner Wahrnehmung haben die Arm Sleeves aber einen erstaunlich großen Einfluss darauf, wie stabil und sauber sich mein gesamter Oberkörper und der Armschwung beim Laufen anfühlt.“
Hendrik Pfeiffer über Kompressions-Sleeves an den Armen
Obwohl der Vortrieb beim Laufen hauptsächlich über die Beine entsteht, sind auch die Arm Sleeves interessant. Denn die Arme können gerade bei langen Belastungen eine wichtige Rolle spielen. Mit zunehmender Ermüdung sinkt häufig die Körperspannung, die Schultern fallen nach vorne und die Armführung wird unsauberer. Hendrik Pfeiffer empfindet deshalb auch Kompression an den Armen als hilfreich. Die Sleeves hätten für ihn „einen erstaunlich großen Einfluss darauf, wie stabil und sauber sich mein gesamter Oberkörper und der Armschwung beim Laufen anfühlt“.
Dieser Effekt ist schwer objektiv zu messen, im Test aber durchaus nachvollziehbar: Durch den konstanten Druck nimmt man die Arme stärker wahr. Ob dadurch tatsächlich die Lauftechnik verbessert wird, lässt sich daraus nicht ableiten. Als sensorische Erinnerung an eine aktive Armführung können die Sleeves bei längeren Läufen aber interessant sein.
Erst testen, dann im Rennen damit laufen
Generell gilt bei allen getesteten Produkten: Kompression muss zum Läufer passen. Was sich auf fünf Kilometern angenehm fest anfühlt, kann nach zwei Stunden stören. Umgekehrt können sich mögliche Vorteile beim Muskelgefühl erst bei längeren Belastungen bemerkbar machen. Das bestätigt auch Carola Meyerhofen. Die 34 Jahre alte Hobbymarathonläuferin hat Kompressionssocken zuletzt beim Hamburg-Marathon getragen. „Aber nicht ohne das zuvor bei mehreren Long-Run von 25 bis 35 Kilometern zu testen“, sagt sie. „Die Socken geben mir einfach ein besseres Gefühl.“
Genau so sollte man sich unserer Erfahrung nach an Kompression herantasten. Ein lockerer Dauerlauf zeigt, ob Passform und Komfort stimmen. Beim Tempolauf lässt sich ausprobieren, wie sich der Druck bei höherer Intensität anfühlt. Und der Long Run zeigt schließlich, ob man das Produkt auch nach zwei oder drei Stunden noch gerne trägt.
Für wen können moderne Sportbandagen sinnvoll sein?
Im Test zeigt sich außerdem ein Vorteil, der mit der eigentlichen Kompressionswirkung wenig zu tun hat: Sleeves können beim Temperaturmanagement praktisch sein. Marathonläuferin und Laufcoach Lisa Hahner, die 2016 den Olympiamarathon von Rio de Janeiro gelaufen ist, nutzt sie bei kühlen Temperaturen oder Wind als zusätzliche Schutzschicht, ohne dafür beispielsweise eine komplette lange Hose tragen zu müssen.
Bei Hitze lässt sich der Effekt umkehren. Hahner empfiehlt ihren Athletinnen und Athleten, Sleeves nass zu machen und die Verdunstungskälte zur Kühlung zu nutzen. Hendrik Pfeiffer geht noch einen Schritt weiter und schiebt bei Hitze gelegentlich Eisstücke unter die Sleeves.
Gerade Arm Sleeves erweisen sich dadurch als erstaunlich vielseitig: Sie lassen sich schnell hoch- oder herunterziehen, können vor Sonne und Wind schützen und bei entsprechender Anwendung zur Kühlung genutzt werden.
- ihr Bewegungsgefühl verbessern möchten
- auf unebenem Untergrund unterwegs sind
- bei langen Läufen Wert auf ein konstantes Körpergefühl legen
- intensive Trainingsphasen absolvieren
- ihre Bewegung auch unter Ermüdung möglichst kontrolliert wahrnehmen möchten
Und natürlich für alle, die Bandagen nach Verletzungen mit medizinischer Indikation einsetzen.