Zusammen mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und laufen.de sucht German Road Races (GRR) auch 2026 wieder die Besten der Besten. Unterstützt wird die Aktion von DATEV. Hier kannst du mitentscheiden! Du stimmst auch ab, wer beim unter 20 Jahre alten Laufnachwuchs im Jahr 2026 am meisten überzeugt hat. Die Redaktion von laufen.de hat gemeinsam mit dem GRR-Vorstand und dem DLV in vier Kategorien insgesamt 27 Athletinnen und Athleten nominiert, die wir für preiswürdig halten. Bei der Nominierung wurden alle Leistungen berücksichtigt, die zwischen der letzten Preisvergabe im November 2025 bis zum Beginn der Wahl am 27. Oktober 2026 erzielt wurden.
Wer folgt auf Esther Pfeiffer und Amanal Petros?
Wer wird Deutschlands Läuferin und Läufer des Jahres 2026? Anders als im Vorjahr, als Amanal Petros nach WM-Silber im Marathon und Esther Pfeiffer nach ihrer Halbmarathon-Bestzeit von 67:28 Minuten die Wahl klar gewannen, gibt es diesmal zahlreiche Favoritinnen und Favoriten.
Amanal Petros krönte sich in Birmingham zum Marathon-Europameister. Frederik Ruppert lief als erster Europäer die 3000 Meter Hindernis unter acht Minuten und gewann ebenfalls EM-Gold. Robert Farken stellte mehrere deutsche Rekorde auf und wurde Straßenmeilen-Weltmeister. Mohamed Abdilaahi brach jahrzehntealte Rekorde und führt die Weltjahresbestenlisten über 3000 und 10.000 Meter an. Gesa Krause feierte ihren dritten EM-Titel über die Hindernisse. Auch Florian Bremm, Olivia Gürth und Karl Bebendorf gewannen EM-Medaillen. Und Blanka Dörfel lief bei ihrem sensationellen Marathondebüt in Frankfurt mit 2:20:46 Stunden auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste.
Jetzt entscheidest du mit! Die Stimmen der laufen.de-Community und der knapp 100 Laufveranstalter von German Road Races sowie eines sportfachlich besetzten DLV-Gremium zählen jeweils ein Drittel. Die Siegerinnen und Sieger werden am 27. November bei der großen Laufgala in Leverkusen ausgezeichnet.
Kandidaten kennenlernen, abstimmen und mit Glück gewinnen
Du kennst dich in der Szene aus und weißt genau, wer deine Favoritinnen und Favoriten sind? Dann stimmst du einfach hier nach dem Log-in direkt ab. Du willst die Kandidatinnen und Kandidaten, die von der laufen.de-Redaktion, vom GRR-Vorstand und vom DLV nominiert worden sind, erstmal näher kennenlernen? Dann liest du zunächst die Porträts weiter unten und stimmst dann ab. Einsendeschluss für die Wahl zu den Läuferinnen und Läufern des Jahres ist der 9. November 2026.
Die Nominierten
Läuferin des Jahres
Sensationelles Debüt
Blanka Dörfel
Was für ein Einstand über 42,195 Kilometer! Bei ihrem Marathon-Debüt in Frankfurt lief Blanka Dörfel (Berlin Athletics Capital Club) sensationelle 2:20:46 Stunden und wurde Zweite. Damit ist die 24-Jährige die zweitschnellste deutsche Marathonläuferin der Geschichte – und das, obwohl sie beim Mainova Frankfurt Marathon bei Regen, Wind und Kälte ohne Laufuhr unterwegs war. Es war das beste Marathon-Debüt einer Deutschen überhaupt.
Blanka Dörfel hat 2026 eine neue Dimension erreicht. Schon im Frühjahr deutete die ehemalige Nachwuchsläuferin des Jahres ihr enormes Potenzial an: Sie gewann den deutschen Meistertitel über 10.000 Meter, steigerte ihre Halbmarathon-Bestzeit in Mainz auf 68:06 Minuten und lief über 5000 Meter 15:11,89 Minuten. Doch was ihr Ende Oktober beim Mainova Frankfurt Marathon gelang, übertraf alle Erwartungen. Bei ihrem ersten Rennen über 42,195 Kilometer trotzte sie Regen, heftigem Wind und eisiger Kälte. Zeitweise konnte sie ihre Energiegels mit den klammen Fingern kaum noch öffnen. Trotzdem wurde sie auf der zweiten Streckenhälfte sogar schneller, kämpfte sich auf Rang zwei vor und erreichte nach 2:20:46 Stunden die Frankfurter Festhalle. Schneller war in Deutschland bislang nur Rekordhalterin Irina Mikitenko (2:19:19). Zugleich lief Dörfel das schnellste Marathon-Debüt einer deutschen Frau aller Zeiten und schob sich auf Platz acht der ewigen europäischen Bestenliste. Besonders bemerkenswert: Die Berlinerin lief wie schon bei ihren früheren Erfolgen ganz ohne Uhr, allein nach Körpergefühl. Hinter diesem Triumph liegen auch schwierige Jahre, in denen gesundheitliche Rückschläge ihre Entwicklung bremsten. Ihr Trainer Dieter Hogen, der einst Uta Pippig in die Weltspitze führte, sieht deshalb noch enormes Potenzial. „Sie hat überall noch große Reserven“, sagt er. Frankfurt könnte für Blanka Dörfel erst der Anfang einer außergewöhnlichen Marathonkarriere gewesen sein.
Berglauf-Europameisterin
Hanna Gröber
Europameisterin im Berglauf, Deutsche Meisterin und eine neue persönliche Bestzeit im Halbmarathon: Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen) feierte 2026 die bislang größten Erfolge ihrer Karriere. Bei den Berglauf-Europameisterschaften in Slowenien triumphierte die 29-Jährige im Up-and-Down-Rennen über 13 Kilometer und ließ die internationale Konkurrenz mit mehr als einer Minute Vorsprung hinter sich.
Die Berglaufspezialistin von der LAV Stadtwerke Tübingen hatte bereits in den vergangenen Jahren mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. 2023 gewann sie bei den Berglauf- und Trail-Weltmeisterschaften in Innsbruck mit dem deutschen Team die Silbermedaille im Uphill. Doch 2026 gelang ihr der endgültige Durchbruch an die europäische Spitze. Schon im Frühjahr zeigte die 29-Jährige, dass sie in hervorragender Form ist. Bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Frankfurt verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit auf 73:07 Stunden und belegte damit den sechsten Platz. Nur wenige Wochen später folgte bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften in Breitungen/Werra der erste große Triumph. Auf der anspruchsvollen Strecke über 13 Kilometer mit 750 Höhenmetern bergauf und 430 Höhenmetern bergab spielte Gröber vor allem auf den technisch schwierigen Abstiegen ihre Stärken aus. In 57:49 Minuten gewann sie den deutschen Meistertitel und hatte im Ziel mehr als eine Minute Vorsprung auf die zweitplatzierte Laura Hottenrott. Den Höhepunkt ihrer Saison erlebte sie aber Anfang Juni bei den Berglauf-Europameisterschaften im slowenischen Kamnik. Dort ging sie im sogenannten Up-and-Down-Rennen über 13 Kilometer an den Start. Schon am ersten langen Anstieg übernahm Gröber die Führung und setzte sich von ihren Konkurrentinnen ab. Auch auf den folgenden Bergauf- und Bergabpassagen ließ sie sich nicht mehr einholen. Nach 1:09:41 Stunden erreichte sie als Erste das Ziel und gewann mit 1:26 Minuten Vorsprung auf die Britin Nancy Scott die Goldmedaille. Auf den letzten Metern konnte sie sich sogar noch eine deutsche Fahne greifen und damit über die Ziellinie laufen. Für Hanna Gröber war es der erste internationale Einzeltitel ihrer Karriere und die Krönung einer außergewöhnlichen Saison, in der sie eindrucksvoll bewies, dass sie zu den besten Bergläuferinnen Europas gehört.
Überraschungs-Bronze
Olivia Gürth
Bronze bei den Europameisterschaften in Birmingham und Silber bei den Deutschen Meisterschaften: Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier e.V.) krönte ihre Saison 2026 mit der ersten internationalen Medaille bei den Erwachsenen. Nach einem schwierigen Saisonstart meldete sich die 24-Jährige eindrucksvoll zurück und sorgte gemeinsam mit ihrer Trainingspartnerin Gesa Krause für einen deutschen Doppelerfolg über 3000 Meter Hindernis.
Was für eine Achterbahnfahrt für Olivia Gürth! Nachdem die Hindernisläuferin 2021 U20-Europameisterin und 2023 U23-Europameisterin geworden war, gelang ihr 2026 auch bei den Erwachsenen der Sprung auf das internationale Siegerpodest. Dabei hatte die Saison für die 24-Jährige alles andere als vielversprechend begonnen. Bei ihren ersten vier Hindernisrennen im Mai und Juni kam sie zweimal nicht ins Ziel, zweimal blieb sie deutlich über der Norm für die Europameisterschaften. Gemeinsam mit ihrem Trainer Wolfgang Heinig entschied sich Gürth deshalb für eine Wettkampfpause und ein Höhentrainingslager in St. Moritz. Mit Erfolg: Mitte Juli meldete sie sich beim Meeting im belgischen Heusden-Zolder in 9:21,73 Minuten eindrucksvoll zurück und erfüllte die EM-Norm. Nur eine Woche später gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid in 9:27,08 Minuten Silber hinter Gesa Krause. Der Höhepunkt ihrer Saison folgte im August bei den Europameisterschaften in Birmingham. Im Finale über 3000 Meter Hindernis entwickelte sich ein packendes Rennen, in dem lange Zeit ihre deutsche Teamkollegin Lea Meyer führte. Während Krause auf der Schlussrunde zum Europameistertitel stürmte, kämpfte Gürth um Bronze. Nach dem letzten Wassergraben, an dem Lea Meyer gestürzt war, verschaffte sie sich die entscheidende Position und sprintete in Saisonbestzeit von 9:15,33 Minuten als Dritte ins Ziel. Für die 24-Jährige war es die erste EM-Medaille bei den Erwachsenen und der bislang größte Erfolg ihrer Karriere. Ende August steigerte sie ihre Saisonbestzeit beim Diamond-League-Meeting in Zürich sogar noch auf 9:15,07 Minuten. Damit krönte Olivia Gürth eine Saison, die nach einem schwierigen Beginn mit einem emotionalen Triumph endete und in der sie endgültig den Anschluss an die europäische Spitze schaffte.
Ultratrail-Überfliegerin
Katharina Hartmuth
Zwei Siege bei internationalen Ultratrail-Klassikern, ein pulverisierter Streckenrekord und als erste Frau überhaupt auf dem Gesamtpodium beim Tor des Géants: Katharina Hartmuth erlebte 2026 eine außergewöhnliche Saison. Die 31-Jährige gewann den legendären Lauf durch die italienischen Alpen über rund 330 Kilometer und 24.000 Höhenmeter in unglaublichen 67:10:09 Stunden – mehr als zwölf Stunden schneller als bei ihrem ersten Sieg 2024.
Katharina Hartmuth gehört seit Jahren zu den besten Ultratrailläuferinnen der Welt. Doch was der gebürtigen Deutschen, die in Zürich lebt und als Klimawissenschaftlerin promoviert hat, 2026 gelang, war selbst für ihre Verhältnisse außergewöhnlich. Schon im April zeigte sie beim Madeira Island Ultra-Trail, dass sie in Topform ist. Auf der anspruchsvollen Strecke über 110 Kilometer und rund 7.200 Höhenmeter setzte sie sich gegen starke internationale Konkurrenz durch und gewann in 14:54:59 Stunden. Ende Juni folgte beim 90 Kilometer langen Marathon du Mont-Blanc mit rund 6.200 Höhenmetern ein vierter Platz. Den absoluten Höhepunkt ihrer Saison erlebte Hartmuth aber im September beim Tor des Géants im italienischen Aostatal. Dort hatte sie bereits 2024 triumphiert und als erste Frau die 80-Stunden-Marke unterboten. Diesmal setzte sie noch einen drauf. Auf der extrem anspruchsvollen Strecke durch die Alpen, die selbst den erfahrensten Ultraläufern alles abverlangt, lief sie von Beginn an ein beeindruckendes Rennen. Über mehrere Tage und Nächte hinweg bewältigte sie steile Anstiege, technisch schwierige Abstiege und die enorme körperliche Belastung nahezu ohne Schwächephase. Nach nur 67:10:09 Stunden erreichte sie das Ziel und verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um mehr als zwölf Stunden. Doch damit nicht genug: Nur zwei Männer waren schneller als sie. Als erste Frau in der Geschichte des Rennens schaffte Hartmuth damit den Sprung auf das Gesamtpodium. Nach Platz zwei beim UTMB 2023, dem Sieg beim Tor des Géants 2024 und Platz drei beim UTMB 2025 war es ein weiterer Meilenstein in ihrer beeindruckenden Karriere. Mit ihren Erfolgen 2026 unterstrich Katharina Hartmuth eindrucksvoll ihre Ausnahmestellung auf den ganz langen und besonders anspruchsvollen Trails dieser Welt.
Stark auf Straße und Berg
Laura Hottenrott
Vizeeuropameisterin im Berglauf, Deutsche Meisterin und Siegerin des legendären Jungfrau-Marathons: Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics) zeigte 2026 ihre außergewöhnliche Vielseitigkeit. Die 34-Jährige überzeugte sowohl auf steilen Bergstrecken als auch über die klassische Marathondistanz. Bei den Europameisterschaften in Birmingham war sie zudem die beste deutsche Marathonläuferin.
Was für eine vielseitige Saison für Laura Hottenrott! Die erfahrene Langstreckenläuferin, die Deutschland bereits bei den Olympischen Spielen 2024 im Marathon vertreten hatte, bewies 2026 einmal mehr, dass sie sowohl auf der Straße als auch im anspruchsvollen Gelände zu den besten deutschen Läuferinnen gehört. Schon im April zeigte sie bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften in Breitungen/Werra ihre Klasse. Auf der 13 Kilometer langen Strecke mit 750 Höhenmetern bergauf und 430 Höhenmetern bergab erreichte sie nach 58:50 Minuten als Zweite hinter Hanna Gröber das Ziel und sicherte sich die Silbermedaille. Der erste große internationale Höhepunkt folgte Anfang Juni bei den Berglauf-Europameisterschaften im slowenischen Kamnik. Im reinen Bergaufrennen über 8,9 Kilometer mit rund 1.280 Höhenmetern kämpfte sich Hottenrott bis auf den zweiten Platz vor und gewann hinter der Britin Morven Goodrum die Silbermedaille. Es war einer der größten internationalen Erfolge ihrer Karriere. Nur gut zwei Monate später stand sie bei den Europameisterschaften in Birmingham erneut im deutschen Nationaltrikot an der Startlinie – diesmal allerdings über die 42,195 Kilometer auf der Straße. Auf dem anspruchsvollen Marathonkurs mit zahlreichen Höhenmetern erreichte sie in 2:31:15 Stunden als beste Deutsche den 16. Platz. Doch damit war ihre Saison noch längst nicht beendet. Anfang September ging Hottenrott beim traditionsreichen Jungfrau-Marathon in der Schweiz an den Start. Auf der spektakulären Strecke mit rund 1.950 positiven Höhenmetern spielte sie ihre Stärken im Bergauflaufen erneut eindrucksvoll aus. In 3:20:56 Stunden gewann sie das Rennen mit mehr als sieben Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz. Und nur eine Woche später folgte der nächste Triumph: Bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften in Bad Kohlgrub bewältigte sie die 7,03 Kilometer lange Strecke mit 639 Höhenmetern in 36:48 Minuten, verbesserte den Streckenrekord um mehr als zwei Minuten und sicherte sich den deutschen Meistertitel. Mit EM-Silber, DM-Gold und dem Triumph beim Jungfrau-Marathon krönte Laura Hottenrott eine Saison, in der sie eindrucksvoll bewies, dass sie zu den vielseitigsten Langstreckenläuferinnen Deutschlands gehört.
Deutsche Rekordlerin
Konstanze Klosterhalfen
Mit einem neuen deutschen Rekord über zehn Kilometer auf der Straße meldete sich Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2026 eindrucksvoll zurück. Im spanischen Laredo verbesserte die 29-Jährige ihre eigene nationale Bestmarke auf 30:37 Minuten. Nach schwierigen Jahren mit Verletzungen und gesundheitlichen Rückschlägen konzentrierte sich die frühere 5000-Meter-Europameisterin in dieser Saison vor allem auf die Straße.
Konstanze Klosterhalfen gehört seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Langstreckenläuferinnen. Doch nach ihrem EM-Triumph über 5000 Meter 2022 in München war die Karriere der gebürtigen Bonnerin immer wieder von Verletzungen, Infekten und Rückschlägen geprägt. 2026 sollte deshalb das Jahr des Neustarts werden. Und schon im Frühjahr zeigte die 29-Jährige, dass sie wieder auf dem Weg zu alter Stärke ist. Im März startete sie beim Halbmarathon in New York und erreichte nach 70:04 Minuten das Ziel. Anfang April folgten starke 15:02 Minuten über fünf Kilometer auf der Straße im französischen Lille. Nur zwei Wochen später gelang ihr dann der sportliche Höhepunkt ihrer Saison: Beim internationalen Straßenlauf im spanischen Laredo lief sie die zehn Kilometer in 30:37 Minuten und verbesserte damit ihren eigenen deutschen Rekord, den sie erst im Vorjahr an gleicher Stelle mit 30:46 Minuten aufgestellt hatte, um neun Sekunden. Es war ein weiterer nationaler Rekord in ihrer beeindruckenden Sammlung, zu der auch die Bestmarken über 1500, 3000, 5000 und 10.000 Meter auf der Bahn gehören. Allerdings verlief auch die weitere Saison nicht ohne Schwierigkeiten. Beim Great Manchester Run im Mai musste sich Klosterhalfen in 32:36 Minuten mit Platz sechs zufriedengeben. Im Sommer entschied sie sich, auf die Deutschen Meisterschaften und die Europameisterschaften in Birmingham zu verzichten, um kein unnötiges Risiko einzugehen und sich ganz auf den Straßenlauf zu konzentrieren. Im September zeigte sie beim hochklassig besetzten Zehn-Kilometer-Rennen in Prag als Achte in 31:49 Minuten erneut eine solide Leistung und war dabei die schnellste Europäerin. Auch wenn 2026 nicht alles nach Wunsch verlief, setzte Konstanze Klosterhalfen mit ihrem deutschen Rekord ein deutliches Ausrufezeichen und bewies, dass mit ihr auf den langen Strecken weiterhin zu rechnen ist.
Historisch schnell
Smilla Kolbe
Deutsche Meisterin über 800 Meter und die schnellste Deutsche seit 1990: Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) gelang 2026 der endgültige Durchbruch in die internationale Spitze. Bei den Europameisterschaften in Birmingham verbesserte die 24-Jährige ihre persönliche Bestleistung auf sensationelle 1:57,80 Minuten. Nur zwei Hundertstelsekunden fehlten ihr später zum Einzug ins EM-Finale.
Nachdem die Mittelstreckenläuferin 2025 erstmals die Zwei-Minuten-Marke über 800 Meter unterboten und sich für die Weltmeisterschaften in Tokio qualifiziert hatte, legte sie 2026 noch einmal eindrucksvoll nach. Schon im Frühjahr zeigte die 24-Jährige, dass sie in Topform ist. Ende Mai gewann sie beim Goldenen Oval in Dresden die 800 Meter in 2:00,02 Minuten und stellte einen neuen Meetingrekord auf. Nur wenige Tage später folgte beim internationalen Meeting in Rom der nächste Sieg. In 1:59,04 Minuten setzte sie sich gegen starke internationale Konkurrenz durch und erfüllte gleichzeitig die Norm für die Europameisterschaften. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid verteidigte Kolbe anschließend ihren Titel über 800 Meter. Doch der Höhepunkt ihrer Saison sollte erst im August folgen. Bei den Europameisterschaften in Birmingham gelang ihr bereits im Vorlauf ein sensationelles Rennen. In 1:57,80 Minuten steigerte sie ihre persönliche Bestleistung um mehr als eine Sekunde und blieb als erste Deutsche seit 1990 unter 1:58 Minuten. Damals waren Sigrun Wodars und Christine Wachtel bei den Europameisterschaften in Split noch schneller gewesen. Mit ihrer neuen Bestzeit schob sich Kolbe auf Platz sechs der ewigen deutschen Bestenliste. Im EM-Halbfinale zeigte sie erneut eine starke Leistung. In 1:58,21 Minuten lief sie die zweitschnellste Zeit ihrer Karriere, verpasste den Finaleinzug aber denkbar knapp. Gerade einmal zwei Hundertstelsekunden fehlten ihr, um als eine der Zeitschnellsten ins Finale einzuziehen. Auch nach den Europameisterschaften bestätigte Kolbe ihre Klasse und blieb beim Meeting in Rovereto in 1:58,91 Minuten erneut unter 1:59 Minuten. Mit ihrem deutschen Meistertitel und ihrer historischen Bestzeit krönte sie eine Saison, in der sie endgültig den Anschluss an die internationale 800-Meter-Spitze geschafft hat.
Das dritte EM-Gold
Gesa Krause
Mit ihrem dritten Europameistertitel über 3000 Meter Hindernis krönte Gesa Krause (Silvesterlauf Trier e.V.) ihre Saison 2026. Acht Jahre nach ihrem letzten EM-Gold triumphierte die 34-Jährige bei den Europameisterschaften in Birmingham erneut. Die dreimalige Läuferin des Jahres (2015, 2016 und 2024) bewies damit einmal mehr ihre außergewöhnliche Klasse und Langlebigkeit.
Was für eine Karriere, was für ein Comeback auf Europas Thron! Bereits 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin hatte Gesa Krause EM-Gold über 3000 Meter Hindernis gewonnen. 2024 war sie in Rom Zweite geworden, nachdem sie nur ein Jahr zuvor ihre Tochter Lola zur Welt gebracht hatte. 2026 folgte nun der nächste große Triumph. Schon bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid zeigte Krause, dass sie rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in Topform war. Sie gewann den Titel über 3000 Meter Hindernis und lief dabei so schnell wie noch nie zuvor bei nationalen Meisterschaften. Entsprechend selbstbewusst reiste sie zu den Europameisterschaften nach Birmingham. Ihr Ziel: 14 Jahre nachdem sie 2012 in Helsinki mit Bronze ihre erste EM-Medaille geholt hatte, wieder Edelmetall holen. Am liebsten Gold. Im Finale entwickelte sich ein spannendes Rennen, das zunächst von ihrer deutschen Teamkollegin Lea Meyer angeführt wurde. Krause hielt sich in der Spitzengruppe und bewies einmal mehr ihre taktische Klasse. Als das Tempo nach gut zwei Kilometern etwas nachließ, blieb sie geduldig und wartete auf ihre Chance. Auf der Schlussrunde setzte sie sich mit einem unwiderstehlichen Spurt an die Spitze und stürmte in 9:12,69 Minuten zum Europameistertitel. Hinter ihr gewann die Französin Alice Finot Silber, während Olivia Gürth als Dritte den zweifachen deutschen Erfolg perfekt machte. Für Krause war es bereits die fünfte EM-Medaille über die Hindernisse seit 2012. Damals hatte sie in Helsinki Bronze gewonnen, 2016 und 2018 folgte Gold, 2024 Silber. 14 Jahre nach ihrer ersten EM-Medaille stand sie nun wieder ganz oben auf dem Podest. Und das als Mutter einer dreijährigen Tochter, die den großen Triumph ihrer Mama in Birmingham miterlebte.
Nummer drei aller Zeiten
Domenika Mayer
Zum dritten Mal in Folge Deutsche Marathon-Meisterin, zum vierten Mal Siegerin beim ADAC Marathon Hannover und eine neue persönliche Bestzeit von 2:21:26 Stunden: Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) gelang 2026 ein herausragendes Rennen. Mit ihrer Zeit schob sich die 35-Jährige auf Platz zwei der ewigen deutschen Marathon-Bestenliste. Bis Blanka Dörfel kam und in Frankfurt in 2:20:46 Stunden noch schneller war.
Domenika Mayer ist seit Jahren die Beständigkeit auf hohem Niveau in Person. Doch 2026 gelang es der 35-jährigen Marathonläuferin, ihre ohnehin schon beeindruckenden Leistungen noch einmal deutlich zu steigern. Bereits im Frühjahr zeigte die Läuferin der LG Telis Finanz Regensburg, dass sie in Topform ist. Im Halbmarathon verbesserte sie ihre persönliche Bestleistung in Barcelona auf starke 68:08 Minuten. Im März gewann sie außerdem den City-Lauf in Dresden über zehn Kilometer in 32:33 Minuten. Den Höhepunkt ihrer Saison erlebte sie aber im April beim Hannover-Marathon. Dort hatte Mayer bereits dreimal gewonnen und sich 2024 und 2025 den deutschen Meistertitel gesichert. Diesmal war die Konkurrenz mit Fabienne Königstein und Laura Hottenrott besonders stark. Doch Mayer ließ vom Start weg keinen Zweifel daran, wer das Rennen gewinnen würde. Bereits zur Halbmarathonmarke lag sie nach 70:31 Minuten klar in Führung. Zwischenzeitlich war sie sogar auf Kurs, die 2:21-Stunden-Marke zu unterbieten. Am Ende erreichte sie das Ziel nach 2:21:26 Stunden und verbesserte ihre bisherige Bestzeit um 1:50 Minuten. Gleichzeitig pulverisierte sie ihren eigenen Streckenrekord und sicherte sich zum dritten Mal in Folge den deutschen Meistertitel. Nach ihrem Triumph in Hannover richtete Mayer den Blick auf die Europameisterschaften in Birmingham. Doch langjährige Probleme mit der Achillessehne machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Nach einer Operation verlief die Rückkehr ins Training langsamer als erhofft, sodass sie ihren EM-Start absagen musste. Trotz dieses Rückschlags war 2026 für Domenika Mayer ein besonderes Jahr: Mit ihrer neuen Bestzeit und dem dritten deutschen Meistertitel in Folge unterstrich sie eindrucksvoll ihre Stellung im deutschen Marathonlauf.
Beste auf dem Halben
Esther Pfeiffer
Deutsche Meisterin über zehn Kilometer, neue Halbmarathon-Bestzeit von 67:24 Minuten und ein weiterer Streckenrekord beim Generali Köln Marathon: Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) gehörte auch 2026 zu den stärksten deutschen Straßenläuferinnen. Nur ihr mit Spannung erwartetes Marathon-Debüt beim BMW Berlin-Marathon endete mit einer bitteren Enttäuschung, weil der selbstgemachte Druck vor dem Rennen zu groß wurde.
Nach ihrer Wahl zur Läuferin des Jahres 2025 wollte Esther Pfeiffer auch 2026 auf der Straße für Furore sorgen. Und die 29-Jährige knüpfte zunächst nahtlos an ihre starken Leistungen des Vorjahres an. Über zehn Kilometer bestätigte sie ihre Klasse und lief im spanischen Laredo mit 30:45 Minuten hinter Konstanze Klosterhalfen auf Rang zwei der ewigen deutschen Bestenliste. Auch im Halbmarathon zeigte sie sich in hervorragender Form. Ihre persönliche Bestleistung, die sie 2025 beim Generali Köln Marathon auf 67:28 Minuten gesteigert hatte, verbesserte sie im Laufe des Jahres noch einmal um drei Sekunden auf 67:24 Minuten. Beim Generali Berliner Halbmarathon war sie in 67:25 Minuten beste Deutsche, beim Generali Köln Marathon gewann sie das Rennen über 21,0975 Kilometer in 67:24. Damit festigte sie ihren dritten Platz in der ewigen deutschen Bestenliste. Doch der große Höhepunkt ihrer Saison sollte im September folgen: Beim BMW Berlin-Marathon wollte Pfeiffer ihr Debüt über die 42,195 Kilometer geben und dabei gleich den deutschen Rekord von Irina Mikitenko angreifen. Die Bestmarke von 2:19:19 Stunden aus dem Jahr 2008 war das erklärte Ziel. Nach ihren starken Leistungen auf den kürzeren Distanzen schien ihr eine außergewöhnliche Premiere durchaus zuzutrauen. Doch der Traum platzte früh. Bereits vor Kilometer 15 musste Pfeiffer das Rennen aufgeben. Der Druck hatte ihr auf den Magen geschlagen. Statt des erhofften Rekordlaufs gab es eine bittere Enttäuschung. Umso beeindruckender war ihre Rückkehr nur wenige Wochen später. Beim Generali Köln Marathon Anfang Oktober gewann sie den Halbmarathon in 67:24 Minuten und verbesserte damit erneut den Streckenrekord. Nach dem Rückschlag in Berlin war es ein versöhnlicher Abschluss einer Saison, in der Esther Pfeiffer trotz aller Enttäuschungen einmal mehr bewies, dass sie zu den besten deutschen Straßenläuferinnen gehört.
Die Nominierten
Läufer des Jahres
Nummer eins weltweit
Mohamed Abdilaahi
Mit zwei deutschen Rekorden über 3000 und 10.000 Meter und zwei Weltjahresbestleistungen stürmte Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics) 2026 endgültig in die Weltspitze. Der 27-Jährige feierte Siege in der Diamond League und blieb als erster Deutscher über 10.000 Meter unter der magischen 27-Minuten-Marke. Nur eine Verletzung verhinderte seinen Angriff auf die EM-Medaillen.
Schon 2025 hatte Mohamed Abdilaahi mit seinem deutschen 5000-Meter-Rekord für Aufsehen gesorgt. 2026 legte er noch einmal eindrucksvoll nach. Ende März gewann er im kalifornischen San Juan Capistrano die 10.000 Meter in sensationellen 26:56,58 Minuten. Damit verbesserte er den fast 29 Jahre alten deutschen Rekord von Dieter Baumann um knapp 25 Sekunden und durchbrach als erster Deutscher die 27-Minuten-Schallmauer. Nur wenige Wochen später folgte der nächste Paukenschlag: Beim Diamond-League-Meeting in Shanghai triumphierte Abdilaahi über 3000 Meter in 7:25,77 Minuten und verbesserte auch über diese Distanz den deutschen Rekord. Mit beiden Zeiten führt er die Weltjahresbestenlisten 2026 an. Auch über 5000 Meter blieb er in 12:57,90 Minuten erneut unter 13 Minuten. Seine herausragenden Leistungen machten ihn zu einem der großen Medaillenfavoriten für die Europameisterschaften in Birmingham. Doch eine hartnäckige Fußverletzung zwang ihn, seinen geplanten Doppelstart über 5000 und 10.000 Meter abzusagen. So blieb die erhoffte EM-Medaille aus. Dennoch war 2026 das Jahr, in dem Mohamed Abdilaahi endgültig bewies, dass er zu den besten Langstreckenläufern der Welt gehört.
Bronze bei der EM
Karl Bebendorf
Karl Bebendorf (Dresdner SC) krönte seine Saison 2026 mit der Bronzemedaille über 3000 Meter Hindernis bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham. In einem packenden Rennen sicherte sich der 30-Jährige hinter seinem deutschen Teamkollegen Frederik Ruppert einen Platz auf dem Podium und feierte damit einen der größten Erfolge seiner Karriere.
Nach einer sportlich starken, aber auch persönlich schweren Saison 2025 meldete sich Karl Bebendorf 2026 eindrucksvoll auf der internationalen Bühne zurück. Bei den Europameisterschaften in Birmingham bewies der Dresdner einmal mehr, dass er zu den besten Hindernisläufern Europas gehört. In einem spannenden Finale über 3000 Meter Hindernis kämpfte er bis auf die Zielgerade um die Medaillen. Nach 8:26,65 Minuten überquerte er als Dritter die Ziellinie und machte damit einen zweifachen deutschen Erfolg perfekt. Denn vor ihm hatte sich Frederik Ruppert in 8:25,33 Minuten zum Europameister gekrönt. Für Bebendorf war es nach EM-Bronze 2024 in Rom bereits die zweite Medaille bei kontinentalen Titelkämpfen. Bebendorf gewann 2026 auch das Diamond-League-Rennen in Paris in persönlicher Bestzeit von 8:05,55 Minuten und wurde in Bochum erneut Deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis. Damit ist er drittschnellster Europäer des Jahres. Eine Belohnung für die kontinuierliche Arbeit der vergangenen Jahre.
Sensationssilber bei EM
Florian Bremm
Mit einer sensationellen Silbermedaille über 5000 Meter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham feierte Florian Bremm (Franconia Athletics) den größten Erfolg seiner Karriere. Zuvor hatte der 25-Jährige als erst dritter Deutscher mit 12:56,80 die 13-Minuten-Marke über 5000 Meter unterboten. Dazu wurde er Deutscher Hallenmeister über 3000 Meter.
Es war das Jahr des großen Durchbruchs für Florian Bremm. Der Langstreckenläufer aus Franken, der seit 2026 für Franconia Athletics startet, steigerte sich nicht nur in neue Leistungsdimensionen, sondern krönte seine Saison auch mit einer überraschenden EM-Medaille. Schon im Frühjahr zeigte er sich in Topform. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund gewann er den Titel über 3000 Meter. Anfang Juni gelang ihm bei den Paavo-Nurmi-Games im finnischen Turku dann ein echter Paukenschlag. In 12:56,80 Minuten gewann er das 5000-Meter-Rennen und blieb erstmals unter der magischen 13-Minuten-Marke. Vor ihm hatten das in Deutschland nur Dieter Baumann und Mohamed Abdilaahi geschafft. Mit seiner neuen persönlichen Bestzeit schob sich Bremm auf Platz drei der ewigen deutschen Bestenliste. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid holte er Silber über 5000 Meter. Den Höhepunkt seiner Saison erlebte er aber bei den Europameisterschaften in Birmingham. Eigentlich hatte er sich dort einen Platz unter den besten Acht vorgenommen. Doch in einem taktisch schwierigen Finale bewies Bremm Nervenstärke und kämpfte bis auf die Zielgerade um den Titel. Erst auf den letzten Metern musste er sich dem norwegischen Superstar Jakob Ingebrigtsen geschlagen geben. In 13:15,60 Minuten gewann Bremm Silber – nur 31 Hundertstelsekunden hinter dem Olympiasieger. Es war die erste deutsche EM-Medaille über 5000 Meter seit Richard Ringers Bronze 2016. Für Florian Bremm ging damit ein Traum in Erfüllung. Aus dem nationalen Spitzenläufer war endgültig ein internationaler Medaillengewinner geworden.
Rekorde und WM-Gold
Robert Farken
Zwei deutsche Rekorde über 1500 Meter und die Meile, der nationale Meistertitel über 1500 Meter und als Krönung Gold bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Kopenhagen über die Meile: Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig) setzte seine beeindruckende Entwicklung auch 2026 fort. Der 29-Jährige gehört inzwischen zu den besten Mittelstreckenläufern der Welt.
Nachdem der Leipziger bereits 2025 mit sechs deutschen Rekorden für Furore gesorgt hatte, legte er 2026 noch einmal nach. Und diesmal gelang ihm auch der ganz große internationale Triumph. Zunächst machte Farken auf der Bahn dort weiter, wo er im Vorjahr aufgehört hatte. Anfang Juli verbesserte er beim Diamond-League-Meeting in Eugene seinen eigenen deutschen Rekord über die Meile auf 3:47,76 Minuten. Nur zwei Wochen später folgte der nächste Paukenschlag: Beim Diamond-League-Meeting in London steigerte er die nationale Bestmarke über die Meile auf 3:46,82 Minuten. Und quasi im Vorbeilaufen gelang ihm noch ein weiterer deutscher Rekord: Seine offiziell gestoppte Zwischenzeit über 1500 Meter von 3:30,09 Minuten bedeutete ebenfalls eine neue nationale Bestmarke. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid verteidigte Farken anschließend souverän seinen Titel über 1500 Meter in 3:35,33 Minuten. Nur bei den Europameisterschaften in Birmingham wollte es nicht nach Wunsch laufen. Als einer der Medaillenfavoriten ins Rennen gegangen, musste er sich im Finale über 1500 Meter mit Platz neun zufriedengeben. Doch Farken ließ sich davon nicht entmutigen. Bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Kopenhagen gelang ihm im September der größte Erfolg seiner Karriere. Über die Meile setzte er sich in einem packenden Rennen gegen die internationale Konkurrenz durch. Mit einem starken Schlussspurt ließ er auf den letzten 100 Metern unter anderem den US-Amerikaner Yared Nuguse hinter sich und stürmte in 3:51,80 Minuten zum Weltmeistertitel. Es war sein erster internationaler Meistertitel und der krönende Abschluss einer Saison, in der Robert Farken erneut bewies, dass er zur absoluten Weltklasse gehört.
Teamsilber bei EM und PB
Samuel Fitwi
Mit einer starken Leistung bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham krönte Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) seine Saison 2026. Im Marathon belegte er in 2:09:47 Stunden den neunten Platz und gewann gemeinsam mit Europameister Amanal Petros und Richard Ringer die Silbermedaille in der Teamwertung. Er ist der schnellste deutsche Marathonläufer 2026.
Nach seinem deutschen Meistertitel beim Hannover-Marathon 2025 konnte Samuel Fitwi auch 2026 auf internationaler Bühne überzeugen. Der 30-Jährige gehörte bei den Europameisterschaften in Birmingham zu einem starken deutschen Marathon-Team, das mit großen Ambitionen an den Start ging. Auf dem anspruchsvollen Rundkurs mit zahlreichen Höhenmetern waren nicht nur schnelle Beine, sondern auch eine kluge Renneinteilung und große Ausdauer gefragt. Fitwi bewies, dass er auch unter schwierigen Bedingungen zu den besten Marathonläufern Europas gehört. Während sein Teamkollege Amanal Petros in 2:09:11 Stunden zum Europameistertitel stürmte, kämpfte sich Fitwi nach 2:09:47 Stunden als Neunter ins Ziel. Richard Ringer komplettierte das starke deutsche Mannschaftsergebnis auf Platz zehn in 2:10:05 Stunden. Gemeinsam sicherten die drei dem deutschen Team die Silbermedaille in der Nationenwertung. Für Fitwi war es ein weiterer bedeutender Erfolg seiner Karriere, nachdem er Ende 2024 mit 2:04:56 Stunden einen deutschen Marathonrekord aufgestellt hatte, der Anfang Dezember 2025 von Amanal Petros auf 2:04:02 Stunden verbessert wurde. Mit seiner Leistung in Birmingham und seinen persönlichen Bestleistungen im Marathon (2:04:45 h in Hamburg) und im Halbmarathon (61:13 min in Lissabon) unterstrich Fitwi einmal mehr, dass er zu den stärksten deutschen Marathonläufern gehört und auch bei internationalen Meisterschaften ein wichtiger Leistungsträger ist. Mit der Zeit von Hamburg ist er der schnellste Marathonläufer des Jahres 2026.
Der Beste auf den Trails
Hannes Namberger
Vierter Triumph beim legendären Lavaredo Ultra Trail, ein neuer Streckenrekord, Platz zwei bei der Transgrancanaria und ein starker sechster Platz beim Ultra-Trail du Mont-Blanc: Hannes Namberger vom SV Ruhpolding erlebte 2026 eine herausragende Saison. Der 37-Jährige bewies auf den anspruchsvollsten Ultratrail-Strecken der Welt einmal mehr, dass er zur internationalen Spitze gehört.
Hannes Namberger ist seit Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Ultratrailläufer. Doch auch 2026 gelang es dem ehemaligen Skirennläufer aus dem Chiemgau, seine beeindruckende Erfolgsbilanz weiter auszubauen. Schon Anfang März zeigte er bei der Transgrancanaria auf Gran Canaria seine Klasse. Bei seinem Debüt über die anspruchsvollen 125 Kilometer mit rund 6.800 Höhenmetern lieferte er sich ein packendes Duell mit dem Briten Jonathan Albon. Nach 13:03:10 Stunden erreichte Namberger als Zweiter das Ziel, nur gut fünf Minuten hinter dem Sieger. Ende Juni folgte beim Lavaredo Ultra Trail in den italienischen Dolomiten der erste große Triumph des Jahres. Dort hatte er bereits 2021, 2022 und 2024 gewonnen. Diesmal setzte er noch einen drauf: Auf der 120 Kilometer langen Strecke mit rund 5.800 Höhenmetern triumphierte er in 11:45:31 Stunden, verbesserte seinen eigenen Streckenrekord und hatte im Ziel fast zehn Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz. Der vierte Sieg bei diesem prestigeträchtigen Rennen machte ihn endgültig zu einer Legende des Lavaredo Ultra Trail. Den nächsten Höhepunkt erlebte Namberger Ende August beim Ultra-Trail du Mont-Blanc, dem wohl berühmtesten Ultratrail der Welt. Auf der rund 174 Kilometer langen Strecke mit fast 10.000 Höhenmetern rund um das Mont-Blanc-Massiv erreichte er nach 19:13:51 Stunden als Sechster das Ziel. Damit blieb er erstmals deutlich unter der 20-Stunden-Marke und war rund 75 Minuten schneller als bei seinem vierten Platz 2024, wobei die Strecke aufgrund der Wetterbedingungen etwas verkürzt worden war. In einem Rennen, in dem die gesamte Top Ten unter 20 Stunden blieb, behauptete sich Namberger erneut gegen die stärksten Ultraläufer der Welt. Mit seinem vierten Lavaredo-Sieg, dem Streckenrekord und zwei weiteren internationalen Spitzenplatzierungen krönte er eine Saison voller sportlicher Höhepunkte.
Gold und zwei Rekorde
Amanal Petros
Europameister im Marathon, Silber mit dem deutschen Team und deutsche Rekorde im Marathon und Halbmarathon: Amanal Petros (Hannover 96) setzte seine beeindruckende Erfolgsgeschichte fort, seitdem er Ende November 2025 zum dritten Mal in Folge zum Läufer des Jahres gekürt worden war. Bei den Europameisterschaften in Birmingham triumphierte er in 2:09:11 Stunden und krönte sich zum schnellsten Marathon-Europameister der Geschichte.
Was für eine Erfolgsserie für Amanal Petros! Nachdem er 2025 bei der WM in Tokio mit einem sensationellen zweiten Platz Marathon-Geschichte geschrieben und im Dezember beim Valencia-Marathon den deutschen Rekord auf 2:04:03 Stunden verbessert hatte (was noch für die Wertung zum Läufer des Jahres 2026 zählt), gehörte der 31-Jährige auch 2026 zu den besten Marathonläufern Europas. Im Frühjahr ging er beim London-Marathon an den Start, wo er in 2:08:31 Stunden den 15. Platz belegte. Doch der Höhepunkt seiner Saison sollte erst im August folgen. Bei den Europameisterschaften in Birmingham ging Petros als einer der großen Favoriten an den Start. Auf dem anspruchsvollen Rundkurs mit zahlreichen Höhenmetern und schwierigen Anstiegen waren nicht nur schnelle Beine, sondern auch eine kluge Renneinteilung gefragt. Petros hielt sich zunächst in der Spitzengruppe, bevor er sich in der entscheidenden Phase des Rennens von seinen Konkurrenten absetzte. In 2:09:11 Stunden stürmte er zum Europameistertitel und verbesserte dabei auch den bisherigen EM-Rekord. Noch nie war ein Marathon bei Europameisterschaften schneller gewonnen worden. Gemeinsam mit Samuel Fitwi, der in 2:09:47 Stunden Neunter wurde, und Richard Ringer, der in 2:10:05 Stunden Platz zehn belegte, gewann er außerdem Silber in der Mannschaftswertung. Für Petros war es nach WM-Silber 2025 der nächste große internationale Triumph. Innerhalb von nur zwölf Monaten hatte er damit zwei Medaillen bei internationalen Meisterschaften gewonnen und einmal mehr bewiesen, dass er zu den besten Marathonläufern der Welt gehört. Und auch zum Abschluss beim Mainova Frankfurt Marathon war er auf Rang zwei bester Deutscher und gewann so das historische Triell der besten Deutschen aller Zeiten im Marathon vor Richard Ringer und Samuel Fitwi.
Top-Boston-Marathon
Richard Ringer
Silber mit dem deutschen Marathon-Team bei den Europameisterschaften in Birmingham, Deutscher Meister im Halbmarathon und ein überlegener Sieg mit Streckenrekord beim Generali Köln Marathon: Richard Ringer (LC Rehlingen) zeigte auch 2026, dass er zu den besten deutschen Straßenläufern gehört. Seine wohl beste Leistung: Beim Boston-Marathon glänzte der 37-Jährige mit einem achten Platz in 2:04:47 Stunden.
Richard Ringer ist auch mit 37 Jahren noch immer für Spitzenleistungen gut. Vier Jahre nach seinem sensationellen Marathon-Triumph bei den Europameisterschaften in München gehörte er auch 2026 wieder zum erfolgreichen deutschen EM-Team. Schon im Frühjahr zeigte der erfahrene Langstreckenläufer seine Klasse. Im März sicherte er sich den deutschen Meistertitel im Halbmarathon. Nur wenige Wochen später folgte beim traditionsreichen Boston-Marathon das nächste Ausrufezeichen. In starken 2:04:47 Stunden erreichte Ringer als Achter das Ziel und blieb damit sogar unter seiner persönlichen Bestzeit von 2:05:46 Stunden. Da die Strecke in Boston aufgrund ihres Höhenprofils und der großen Entfernung zwischen Start und Ziel nicht rekordtauglich ist, wird die Zeit allerdings nicht als offizielle Bestleistung anerkannt. Im August stand mit den Europameisterschaften in Birmingham der nächste große Höhepunkt auf dem Programm. Auf dem anspruchsvollen Marathonkurs mit zahlreichen Höhenmetern zeigte Ringer einmal mehr seine Klasse. In 2:10:05 Stunden erreichte er als Zehnter das Ziel und trug damit entscheidend zum Gewinn der Silbermedaille in der Mannschaftswertung bei. Gemeinsam mit dem neuen Europameister Amanal Petros (2:09:11 h) und Samuel Fitwi (2:09:47 h/Platz neun) sorgte er für ein herausragendes deutsches Mannschaftsergebnis. Dass er auch auf der halben Marathondistanz noch zu den schnellsten deutschen Läufern gehört, bewies Ringer Anfang Oktober beim Generali Köln Marathon. Dort gewann er den Halbmarathon in 61:50 Minuten und pulverisierte damit den bisherigen Streckenrekord, der seit 2010 bei 63:00 Minuten gestanden hatte.
Europas Bester
Frederik Ruppert
Europameister über 3000 Meter Hindernis, neuer Europarekord und der Sprung auf Rang zwei der Weltjahresbestenliste: Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen) setzte seine beeindruckende Entwicklung auch 2026 fort. Nach seinem Diamond-League-Gesamtsieg im Vorjahr krönte der 29-Jährige seine Saison mit dem EM-Titel in Birmingham.
Was für eine Erfolgsserie für Frederik Ruppert! Nachdem der Hindernisläufer 2025 mit deutschem Rekord und dem Gesamtsieg in der Diamond League für Furore gesorgt hatte, legte er 2026 noch einmal nach. Schon früh in der Saison zeigte der 29-Jährige, dass er sich in der absoluten Weltspitze etabliert hat. Beim Diamond-League-Meeting in Monaco gelang ihm dann ein historisches Rennen: In sensationellen 7:57,80 Minuten blieb Ruppert als erster Europäer unter der magischen Acht-Minuten-Marke über 3000 Meter Hindernis und verbesserte den Europarekord. Damit war er 2026 der zweitschnellste Hindernisläufer weltweit. Doch der größte Triumph seiner Karriere sollte erst bei den Europameisterschaften in Birmingham folgen. Dort ging Ruppert als einer der großen Favoriten an den Start. In einem taktisch geprägten Finale bewies er nicht nur seine läuferische Klasse, sondern auch Nervenstärke und ein perfektes Gespür für den entscheidenden Moment. Auf der Schlussrunde setzte er sich gegen die starke internationale Konkurrenz durch und stürmte in 8:25,33 Minuten zum Europameistertitel. Hinter ihm machte sein deutscher Teamkollege Karl Bebendorf in 8:26,65 Minuten als Dritter den deutschen Doppelerfolg perfekt. Für Ruppert war es der erste große internationale Meistertitel und die Krönung einer außergewöhnlichen Entwicklung, zu der 2026 auch ein 5000-Meter-Rennen in 12:57,61 Minuten und der deutsche Meistertitel über die zwölfeinhalb Runden auf der Bahn gehörte.
Die Nominierten
Nachwuchsläuferin des Jahres
Überall top-erfolgreich
Julia Ehrle
Ob Berglauf, Straße oder Bahn: Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) gehört auch 2026 zu den vielseitigsten deutschen Lauftalenten. Die 19-Jährige, die bereits 2025 zur Nachwuchsläuferin des Jahres gewählt wurde, verteidigte ihren europäischen Berglauftitel, gewann zwei weitere EM-Medaillen, fünf nationale U20-Titel und erreichte bei der U20-WM über 3000 Meter einen hervorragenden achten Platz.
Julia Ehrle macht dort weiter, wo sie 2025 aufgehört hat: mit einer beeindruckenden Medaillenjagd. Bei den Berg- und Trail-Europameisterschaften im slowenischen Kamnik gewann sie zunächst Bronze im Uphill-Rennen der U20 und gemeinsam mit Gloria Herold und Hannah Lösel Gold in der U20-Teamwertung. Zwei Tage später krönte sie ihre EM mit dem Sieg im Up-and-Down-Wettbewerb der U20. Auch national war die Schwarzwälderin kaum zu schlagen. Über 3000 Meter in der Halle, 5000 Meter auf der Bahn, zehn Kilometer auf der Straße und im Berglauf sicherte sie sich jeweils den deutschen U20-Meistertitel. Dazu kam Mannschaftsgold über zehn Kilometer. Besonders eindrucksvoll fiel ihr Sieg bei der Berglauf-DM aus: Mit fast vier Minuten Vorsprung auf die nächste Läuferin ihrer Altersklasse gewann sie in 30:57 Minuten und ließ sogar fast alle männlichen U20-Starter hinter sich. Dass sie auch auf der Bahn zur internationalen Spitze gehört, bewies Ehrle bei den U20-Weltmeisterschaften im amerikanischen Eugene. Über 3000 Meter lief sie in 9:13,61 Minuten auf einen hervorragenden achten Platz. Damit unterstrich sie einmal mehr ihre außergewöhnliche Vielseitigkeit und ihre Stellung als eines der größten deutschen Lauftalente.
Hindernismeisterin
Franziska Gräter
U18-Europameisterin und Deutsche Meisterin über 2000 Meter Hindernis: Franziska Gräter (TSG Schwäbisch Hall) gelang 2026 eine sensationelle Saison. Die erst 15-Jährige gewann bei den U18-Europameisterschaften im italienischen Rieti überraschend die Goldmedaille in 6:36,03 Minuten. Besonders bemerkenswert: Es war erst das vierte Hindernisrennen ihrer noch jungen Karriere.
Was für ein Jahr für Franziska Gräter! Die Nachwuchsläuferin aus Schwäbisch Hall hatte erst 2026 auf Anraten ihres Trainers mit dem Hindernislauf begonnen – und war auf Anhieb erfolgreich. Gleich bei ihrem ersten Rennen über 2000 Meter Hindernis im Mai in Pliezhausen unterbot sie in 6:52,40 Minuten die Norm für die U18-Europameisterschaften. Anfang Juli folgte bei den Deutschen U18-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid der erste große Triumph. Mit einem starken Endspurt sicherte sich Gräter in 6:44,52 Minuten den Titel und verbesserte ihre persönliche Bestleistung deutlich. Nur zwei Wochen später erlebte sie bei den U18-Europameisterschaften in Rieti den Höhepunkt ihrer Saison. Schon im Vorlauf überzeugte sie als Zweite in 6:51,90 Minuten und zog direkt ins Finale ein. Dort hielt sie sich geschickt aus den Positionskämpfen heraus und blieb stets an der Spitzengruppe dran. Nach dem letzten Wassergraben entwickelte sich ein packendes Duell mit der Irin Lucie Cawley. Als diese am letzten Hindernis leicht aus dem Tritt kam, nutzte Gräter ihre Chance und sprintete in 6:36,03 Minuten zum Europameistertitel – mit gerade einmal 19 Hundertstelsekunden Vorsprung. Innerhalb weniger Wochen hatte sie ihre Bestzeit um mehr als 16 Sekunden verbessert. Und das, obwohl die 15-Jährige erst seit zwei Jahren intensiv Leichtathletik betreibt und nebenbei noch zwei- bis dreimal pro Woche Fußball spielt. Mit ihrem überraschenden EM-Triumph und dem deutschen Meistertitel krönte Franziska Gräter eine außergewöhnliche Saison, die Lust auf ihre weitere Entwicklung macht.
Vom Eis zu Berg-Gold
Gloria Herold
Erst 2025 wechselte Gloria Herold (Race Erfurt) vom Eisschnelllauf zur Leichtathletik, nur ein Jahr später war die 17-Jährige bereits zweifache Berglauf-Europameisterin. Drei DM-Silbermedaillen und ein Thüringer U20-Rekord über 5000 Meter bei den U20-Weltmeisterschaften in Eugene machten ihre außergewöhnliche Saison perfekt.
Gloria Herold hatte gerade einmal ein Jahr Leichtathletik-Erfahrung gesammelt, als sie im Juni bei den Berg- und Trail-Europameisterschaften im slowenischen Kamnik für eine Sensation sorgte. In ihrem erst zweiten Berglauf kämpfte sie sich auf der knapp vier Kilometer langen Uphill-Strecke mit 425 Höhenmetern an die Spitze. Auf den letzten Metern holte sie die bereits jubelnde Tschechin Anna Kynčlová ein. Beide überquerten nach 21:53 Minuten zeitgleich die Ziellinie und wurden zu Europameisterinnen erklärt. Gemeinsam mit Julia Ehrle, die Bronze holte, und Hannah Lösel gewann Herold außerdem Gold in der U20-Teamwertung. Schon zuvor hatte sie bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften in Breitungen Silber geholt. Auch auf der Bahn zeigte die ehemalige Eisschnellläuferin ihr enormes Potenzial. Bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften in Celle gewann sie in ihrem ersten 5000-Meter-Rennen überhaupt Silber. Bei der U20-DM in Bochum-Wattenscheid folgte über 3000 Meter die dritte Silbermedaille. In 9:28,34 Minuten stellte sie dabei eine persönliche Bestleistung auf. Über 5000 Meter hatte sie bereits zuvor in Karlsruhe mit 16:17,02 Minuten die Norm für die U20-Weltmeisterschaften unterboten. Dort gelang ihr im August im amerikanischen Eugene die nächste Steigerung: In 16:13,75 Minuten verbesserte sie ihren eigenen Thüringer U20-Rekord und belegte bei ihrer ersten WM den 15. Platz. Eine bemerkenswerte Bilanz für eine Nachwuchsläuferin, die erst seit gut einem Jahr auf der Laufbahn und den Trails zu Hause ist.
Gold und Silber bei DM
Mila Klein
Erst 15 Jahre alt und schon eine der besten europäischen Nachwuchsläuferinnen: Mila Klein (Berliner SV 1892) gewann 2026 Bronze über 1500 Meter bei den U18-Europameisterschaften. Dazu kamen Gold und Silber bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Die Berlinerin überzeugte mit beeindruckender Vielseitigkeit und großer Nervenstärke.
Schon 2025 hatte Mila Klein mit einem deutschen U16-Rekord über 1500 Meter Hindernis auf sich aufmerksam gemacht. 2026 setzte sie ihre Entwicklung eindrucksvoll fort. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid sicherte sie sich souverän den U18-Titel über 1500 Meter. Über 2000 Meter Hindernis fehlte ihr in 6:44,53 Minuten gegenüber Franziska Gräter eine einzige Hundertstelsekunde zum zweiten DM-Gold. Ihren größten Erfolg feierte Klein zwei Wochen später bei den U18-Europameisterschaften im italienischen Rieti. Im taktisch geprägten 1500-Meter-Finale reagierte sie auf eine Tempoverschärfung der favorisierten Französin Alice Penciu-Jurin 800 Meter vor dem Ziel und kämpfte auf der Schlussrunde entschlossen um eine Medaille. Während Penciu-Jurin Gold und die Irin Emma Hickey Silber gewannen, setzte sich Klein im Duell um Bronze gegen die Französin Celeste Lardon durch. Nach 4:26,49 Minuten war ihre erste internationale Medaille perfekt – neun Tage vor ihrem 16. Geburtstag. Ein bemerkenswerter Erfolg für ein Lauftalent, das auf den Mittelstrecken ebenso überzeugt wie im Hindernislauf.
Nummer 6 weltweit
Lera Miller
Zwei deutsche Meistertitel und ein glänzender WM-Auftritt: Lera Miller vom VfL Löningen gehörte auch 2026 zu den besten deutschen Nachwuchsläuferinnen. Bei der U20-WM in Eugene erreichte die 19-Jährige als beste Europäerin Platz sechs über 1500 Meter.
Auf nationaler Ebene war Lera Miller über 1500 Meter erneut das Maß der Dinge. Bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften sicherte sie sich zum dritten Mal in Folge den Titel. Im Sommer ließ sie bei der U20-DM in Bochum-Wattenscheid den nächsten Triumph folgen und führte einen Löninger Doppelsieg vor ihrer Vereinskollegin Paula Terhorst an. Schon Ende Mai hatte Miller bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe für ein Ausrufezeichen gesorgt: In 4:11,92 Minuten verbesserte sie ihren eigenen niedersächsischen U20-Rekord und unterbot die WM-Norm um mehr als zwölf Sekunden. Über 800 Meter steigerte sie sich auf starke 2:05,71 Minuten. Den Höhepunkt ihrer Saison erlebte Miller im August bei der U20-Weltmeisterschaft im amerikanischen Eugene. Im 1500-Meter-Finale bewies sie nach einem taktisch geprägten Rennen ihre Stärke auf der Schlussrunde: Mit einem beeindruckenden Endspurt machte sie fünf Plätze gut und erreichte nach 4:23,05 Minuten als Sechste das Ziel. Damit verbesserte sie sich gegenüber ihrem elften Platz bei der U20-WM 2024 deutlich. Ein glänzender Abschluss ihrer internationalen U20-Karriere und ihr bislang größter Erfolg auf der Weltbühne.
Die Nominierten
Nachwuchsläufer des Jahres
U18-Bronze bei EM
Jonathan Albustin
Vier DM-Medaillen, drei Westfalenrekorde und eine Bronzemedaille bei der U18-Europameisterschaft: Jonathan Albustin (LG Brillux Münster) hat 2026 einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt. Der 17-Jährige gehört inzwischen zu den größten deutschen Langstreckenhoffnungen.
Als Jonathan Albustin bei der U18-EM im italienischen Rieti über 3000 Meter an den Start ging, gehörte er nicht zu den großen Medaillenfavoriten. Doch mit einem mutigen Rennen und einer Steigerung auf 8:10,01 Minuten stürmte er sensationell zu Bronze – hinter dem Briten Joseph Scanes und seinem deutschen Dauerrivalen Maximilian Rath. Es war der Höhepunkt einer Saison, in der dem Nachwuchstalent aus Nottuln nahezu alles gelang. Bereits im März gewann Albustin den deutschen U18-Meistertitel über zehn Kilometer auf der Straße in 30:30 Minuten. Dazu kamen DM-Bronze über 3000 Meter in der Halle und über 5000 Meter im Freien – beide Male sogar in der höheren U20-Altersklasse. Bei der U18-DM holte er außerdem Silber über 3000 Meter. Seine Vielseitigkeit unterstrich er mit Bestzeiten von 3:51,84 Minuten über 1500 Meter und 14:39,66 Minuten über 5000 Meter. Drei Westfalenrekorde dokumentieren seine enorme Entwicklung unter Trainer Jörg Riethues. Einen wichtigen Anteil daran hat auch sein älterer Bruder Samuel, mit dem er viele Trainingseinheiten absolviert. 2027 will Albustin bei der U20-EM erneut international angreifen.
Halbmarathon-Rekordler
Benjamin Klonowski
Zwei deutsche Jugendmeistertitel und eine neue deutsche U20-Bestleistung im Halbmarathon: Benjamin Klonowski (TuS Lichterfelde) erlebte eine herausragende Saison. Der 19-Jährige verbesserte beim Generali Berliner Halbmarathon die mehr als 20 Jahre alte nationale Bestmarke um 1:20 Minuten auf beeindruckende 64:47 Minuten.
Benjamin Klonowski gehört zu den größten deutschen Langstreckentalenten. Und 2026 zeigte der Berliner, dass seine Stärken vor allem auf den längeren Distanzen liegen. Schon im Februar sicherte er sich bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen den Titel über 3000 Meter. Nur wenige Wochen später folgte bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften in Uelzen der nächste Triumph. In 29:55 Minuten gewann er U20-Gold über zehn Kilometer und blieb erstmals unter der 30-Minuten-Marke. Ende März gelang ihm beim Generali Berliner Halbmarathon dann ein echter Paukenschlag: In 64:47 Minuten unterbot er die deutsche U20-Bestleistung von Stefan Koch aus dem Jahr 2003 gleich um 80 Sekunden. Bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften in Celle gewann er anschließend Silber über 5000 Meter. Ende Mai steigerte er seine Bestzeit über diese Distanz in Karlsruhe auf 14:14,27 Minuten. Im Oktober setzte Klonowski beim Berliner Grand 10 noch einmal ein Ausrufezeichen: In 29:48 Minuten verbesserte er seine persönliche Bestleistung über zehn Kilometer und verpasste den deutschen U20-Rekord von Tristan Kaufhold um nur acht Sekunden. Mit seinen beiden DM-Titeln und dem Halbmarathon-Rekord unterstrich er sein enormes Potenzial. Sein großes Ziel hat der Berliner bereits fest im Blick: Bei den Olympischen Spielen 2032 in Brisbane möchte er im Marathon an den Start gehen.
51-jährige Marke geknackt
Maximilian Rath
Silber bei den U18-Europameisterschaften über 3000 Meter, zwei deutsche Meistertitel und eine neue deutsche U18-Bestleistung über 5000 Meter: Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) erlebte 2026 eine herausragende Saison. Der erst 17-Jährige unterbot eine nationale Bestmarke, die unglaubliche 51 Jahre Bestand gehabt hatte.
Schon im Frühjahr zeigte der Nachwuchsläufer aus Penzberg, dass er in hervorragender Form ist. Bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften im März gewann er in 30:47 Minuten Silber über zehn Kilometer in der U18 und stellte dabei einen bayerischen Altersklassenrekord auf. Anfang Mai folgte bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften in Celle der erste große Triumph. In einem taktischen Rennen setzte sich Rath mit einem starken Schlussspurt gegen die bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenz durch und gewann in 14:36,86 Minuten den U20-Titel über 5000 Meter. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid holte er anschließend auch Gold über 3000 Meter in der U18. Den ersten internationalen Höhepunkt erlebte er im Juli bei den U18-Europameisterschaften im italienischen Rieti. Über 3000 Meter kämpfte Rath bis auf die Zielgerade um Gold und musste sich dem Briten Joseph Scanes nach einem packenden Duell nur um 21 Hundertstelsekunden geschlagen geben. In persönlicher Bestzeit von 8:09,40 Minuten gewann er Silber. Doch damit war seine Saison noch nicht zu Ende. Anfang August gelang ihm beim internationalen Meeting im belgischen Oordegem ein echter Paukenschlag: In 13:57,37 Minuten blieb er über 5000 Meter erstmals unter der 14-Minuten-Marke und verbesserte die deutsche U18-Bestleistung von Hansjörg Kunze aus dem Jahr 1975 um fast 23 Sekunden. Mit EM-Silber, zwei DM-Titeln und einem historischen deutschen Rekord krönte Maximilian Rath eine außergewöhnliche Saison.
Top Ten bei WM
Levin Saveur
Zwei deutsche Meistertitel an einem Wochenende und Platz zehn bei den U20-Weltmeisterschaften: Levin Saveur (LG Stadtwerke München) erlebte 2026 eine herausragende Saison. Der 19-Jährige überzeugte sowohl über 3000 Meter als auch über die Hindernisse und schaffte bei seiner ersten Weltmeisterschaft auf Anhieb den Sprung ins Finale.
Was für ein Jahr für Levin Saveur! Der Nachwuchsläufer aus Kaufbeuren zeigte schon im Frühjahr, dass er zu den stärksten deutschen Langstreckentalenten gehört. Beim internationalen Läufermeeting in Pliezhausen steigerte er seine Bestzeit über 3000 Meter auf 8:04,99 Minuten und verpasste die U20-WM-Norm über diese Distanz nur um 99 Hundertstelsekunden. Nur eine Woche später gelang ihm beim internationalen Meeting in Brüssel der nächste Leistungssprung: Über 3000 Meter Hindernis verbesserte er seine persönliche Bestzeit um rund zwölf Sekunden auf 8:44,55 Minuten und unterbot damit deutlich die Norm für die U20-Weltmeisterschaften. Bei den Deutschen U20-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid folgte im Juli ein beeindruckender Doppeltriumph. Zunächst sicherte sich Saveur den Titel über 3000 Meter Hindernis, anschließend ließ er auch über 3000 Meter der Konkurrenz keine Chance und gewann sein zweites DM-Gold. Den Höhepunkt seiner Saison erlebte er im August bei den U20-Weltmeisterschaften im amerikanischen Eugene. Dort qualifizierte er sich über 3000 Meter Hindernis in 8:50,12 Minuten für das Finale. Im Endlauf hielt er zunächst Anschluss an die Spitzengruppe und kämpfte sich schließlich in 8:50,91 Minuten auf den zehnten Platz. Damit gehörte Saveur bei seiner ersten WM-Teilnahme auf Anhieb zu den zehn besten Nachwuchs-Hindernisläufern der Welt. Mit zwei deutschen Meistertiteln, einer deutlichen Steigerung seiner Bestzeit und dem WM-Finaleinzug krönte er eine beeindruckende Saison.
Rückblick: Alle Preisträger seit 2004
Alle Läuferinnen des Jahres seit 2012
- 2025: Esther Pfeiffer
- 2024: Gesa Krause
- 2023: Domenika Mayer
- 2022: Konstanze Klosterhalfen
- 2021: Sandra Morchner
- 2020: Melat Yisak Kejeta
- 2019: Anja Scherl
- 2018: Fabienne Amrhein
- 2017: Alina Reh
- 2016: Gesa Krause
- 2015: Gesa Krause
- 2014: Antje Möldner-Schmidt
- 2013: Irina Mikitenko
- 2012: Anna Hahner
Alle Läufer des Jahres seit 2012
- 2025: Amanal Petros
- 2024: Amanal Petros
- 2023: Amanal Petros
- 2022: Richard Ringer
- 2021: Simon Boch
- 2020: Simon Boch
- 2019: Tom Gröschel
- 2018: Tom Gröschel
- 2017: Arne Gabius
- 2016: Richard Ringer
- 2015: Arne Gabius
- 2014: Arne Gabius
- 2013: Homiyu Tesfaye
- 2012: Jan Fitschen
Alle Nachwuchsläuferinnen des Jahres seit 2004
- 2025: Julia Ehrle
- 2024: Julia Ehrle
- 2023: Kira Weis
- 2022: Jolanda Kallabis
- 2021: Blanka Dörfel
- 2020: Anneke Vortmeier
- 2019: Josina Papenfuß
- 2018: Lisa Oed
- 2017: Lisa Oed
- 2016: Konstanze Klosterhalfen
- 2015: Alina Reh
- 2014: Alina Reh
- 2013: Maya Rehberg
- 2012: Maya Rehberg
- 2011: Gesa Krause
- 2010: Corinna Harrer
- 2009: Corinna Harrer
- 2008: Anna Hahner
- 2007: Katharina Heinig
- 2006: Julia Hiller
- 2005: Julia Viellehner
- 2004: Eva-Maria Stöwer
Alle Nachwuchsläufer des Jahres seit 2024
- 2025: Tristan Kaufhold
- 2024: Tristan Kaufhold
- 2023: Tristan Kaufhold
- 2022: Lukas Ehrle
- 2021: Lukas Ehrle
- 2020: Paul Specht
- 2019: Elias Schreml
- 2018: Elias Schreml
- 2017: Markus Görger
- 2016: Markus Görger
- 2015: Patrick Karl
- 2014: Patrick Karl
- 2013: Philipp Reinhardt
- 2012: Homiyu Tesfaye
- 2011: Martin Grau
- 2010: Tom Gröschel
- 2009: Simon Dörflinger
- 2008: Robert Krebs
- 2007: Matti Markowski
- 2006: Thorsten Baumeister
- 2005: Tom Scharff
- 2004: Zelalem Martel
Alle Träger #gemeinsammehrbewegen-Preis
- 2025: Dorstener Spendenlauf | Gegen Brustkrebs kämpfen
- 2024: Running Moms | Helfen mit Leidenschaft und Herzblut
- 2023: Das Kommando Fischfrikadelle | Laufende Superhelden gegen den Krebs
- 2022: Die Laufmützen Usedom | Laufen für todkranke Kinder
Alle (Nachwuchs-)Trainer und -Trainerinnen des Jahres
- 2025: Jörg Riethues
- 2024: Leo Monz-Dietz
- 2023: Ralph Sagasser
- 2022: Armin Beyer
- 2021: Kurt Ring
- 2020: Winfried Aufenanger
- 2019: Henner Misersky
- 2018: Sascha Arndt
- 2017: Sascha Arndt
- 2016: Martin Lütke-Varney
- 2015: Günter Zahn
- 2014: Günther Scheefer
- 2013: Carmen Rehberg
- 2012: Jürgen Eberding
- 2011: Bernd Meuser
- 2010: Andreas Fuchs
- 2009: Kurt Ring
- 2008: Jürgen Stephan
- 2007: Heiner Weber
- 2006: Klaus-Peter Weippert
- 2005: Heinz Reifferscheid
Alle Träger und Trägerinnen Award für das sportliche Lebenswerk
- 2025: Karl Eyerkaufer
- 2024: Kathrin Weßel
- 2023: Sylvia Schenk
- 2022: Manfred und Herbert Steffny
- 2021: Uta Pippig
- 2020: Waldemar Cierpinski
- 2019: Birgit Lennartz
- 2018: Brigitte Kraus
- 2017: Christoph Herle
- 2016: Katrin Dörre-Heinig
- 2015: Charlotte Teske
- 2014: Hans Grodotzki
- 2013: Christa Vahlensieck
Alle Träger GRR-Preis für Organisatoren
- 2025: Spreewaldmarathon
- 2024: Swiss City Marathon Luzern
- 2023: Post SV Tübingen
- 2022: Michael Lederer
- 2021: SCC Events
- 2020: Gustav Jenne
- 2019: Ottmar Berg
- 2018: Horst Milde
- 2017: HAJ Hannover Marathon
- 2016: Wolfgang Kucklick
- 2015: Paderborner Osterlauf
- 2014: BMS Die Laufgesellschaft
- 2013: Alfred Langenbrunner und SCC Berlin
- 2012: Gerd Zachäus
- 2011: Friedhelm Boschulte