Ob Arbeit, Einkaufen, Bankgeschäfte oder soziale Kontakte: Vieles, was früher Bewegung ganz selbstverständlich in den Alltag brachte, lässt sich heute bequem von zu Hause aus erledigen. Eine neue globale Studie von ASICS zeigt, welche Folgen diese Entwicklung haben kann – für unseren Körper ebenso wie für unseren Kopf.
Für die Untersuchung wurden im Juli 2026 rund 34.000 Menschen in 31 Ländern zu ihrem Bewegungsverhalten und ihrem psychischen Wohlbefinden befragt. Das Ergebnis: 53 Prozent der Erwachsenen erreichen bereits heute nicht das empfohlene Maß an Bewegung. Setzt sich der aktuelle Trend fort, könnte dieser Anteil bis 2035 auf 56 Prozent steigen. Das entspräche rund 2,3 Milliarden Erwachsenen in den untersuchten Ländern.
Besonders deutlich wird der Bewegungsmangel bei der Betrachtung des gesamten Tages: 86 Prozent ihrer Wachzeit verbringen die Befragten nach eigenen Angaben ohne Bewegung. Fast zwei Drittel (64 Prozent) empfinden es zudem als einfach, aufgrund der Bequemlichkeit des modernen Lebens einen kompletten Tag mit kaum Bewegung zu verbringen.
Weniger Bewegung, schlechteres Wohlbefinden
Die Studie deutet zugleich auf einen Zusammenhang zwischen Bewegungsniveau und psychischem Wohlbefinden hin. Menschen, deren Aktivitätsniveau als „gefährdet“ eingestuft wird, erreichen im sogenannten State of Mind Index durchschnittlich 60 von 100 Punkten. Bei den „aktiven“ Befragten liegt der Wert bei 71 Punkten.
Auch beim persönlichen Empfinden zeigen sich Unterschiede: Menschen mit geringerem Bewegungsniveau fühlen sich nach eigenen Angaben weniger energiegeladen und ausgeglichen, sind weniger konzentriert und berichten häufiger von Stress.
Besonders betroffen sind junge Erwachsene. 57 Prozent der 18- bis 24-Jährigen geben an, die empfohlenen Bewegungsmengen nicht zu erreichen. 92 Prozent von ihnen berichten dabei von negativen Auswirkungen wie schlechter Stimmung, erhöhtem Stress oder Schlafproblemen.
Der Komfort des modernen Lebens
Die Studie macht vor allem einen Faktor für den Bewegungsmangel aus: die zunehmende Bequemlichkeit des Alltags. 41 Prozent der Befragten erledigen regelmäßig Besorgungen online, statt dafür das Haus zu verlassen. 39 Prozent kommunizieren häufig per Telefon oder Video, anstatt Menschen persönlich zu treffen.
Bei den 18- bis 24-Jährigen zeigt sich auch der Einfluss neuer Technologien besonders deutlich: 41 Prozent nutzen inzwischen KI für Aufgaben, die sie früher selbst erledigt hätten.
Wer regelmäßig einen ganzen Tag zu Hause verbringt, weist laut Studie ebenfalls ein geringeres mentales Wohlbefinden auf. Der durchschnittliche State of Mind Index liegt bei diesen Menschen bei 62 von 100 Punkten – bei denjenigen, die regelmäßig nach draußen gehen, dagegen bei 71 Punkten. Gleichzeitig ist der Anteil der Menschen mit einem als „in ernster Gefahr“ eingestuften Bewegungsniveau unter denjenigen, die häufig zu Hause bleiben, doppelt so hoch.
Schon 15 Minuten können einen Unterschied machen
Die gute Nachricht: Um etwas zu verändern, braucht es offenbar nicht immer ein großes Trainingsprogramm. Untersuchungen von ASICS zeigen, dass bereits 15 Minuten Bewegung einen messbaren positiven Effekt auf die psychische Verfassung haben können.
Dabei muss es nicht zwingend ein intensives Workout sein. Ein Spaziergang, eine kurze Laufrunde, Radfahren oder andere Formen von Bewegung können helfen, Aktivität wieder stärker in den Alltag zu integrieren.
„Wir haben eine Welt geschaffen, in der Bewegung zur Option geworden ist“, sagt David Raichlen, Professor für Anthropologie. Unser Körper und unser Geist seien jedoch weiterhin auf regelmäßige Bewegung angewiesen. Entscheidend sei deshalb, Bewegung wieder stärker in den Alltag einzubauen.
ASICS startet „Movement Conservation Project“
Anlässlich des World Mental Health Day am 10. Oktober startet ASICS das sogenannte „Movement Conservation Project“. Ziel der Initiative ist es, Menschen zu mehr Bewegung zu motivieren und auf die Bedeutung körperlicher Aktivität für Körper und Geist aufmerksam zu machen.
Dazu hat ASICS gemeinsam mit Experten den „Movement Conservation Status“ entwickelt. Er ordnet das wöchentliche Bewegungsniveau anhand international anerkannter Empfehlungen in drei Kategorien ein: „Aktiv“ bei mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche, „Risikogruppe“ bei 30 bis 149 Minuten und „Gefährdet“ bei weniger als 30 Minuten.
Begleitet wird die Kampagne vom Kurzfilm Human Nature. Mit einem Augenzwinkern zeigt der Film, wie Sofas, Bildschirme und moderne Bequemlichkeit Bewegung aus unserem Alltag verdrängen.
Kurzfilm Human Nature: Warum wir uns immer weniger bewegen
Bewegung für Körper und Kopf
Der World Mental Health Day am 10. Oktober soll daran erinnern, wie wichtig es ist, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten. Die ASICS-Studie liefert dafür einen einfachen Impuls: mehr Bewegung in den Alltag bringen.
Ob 15 Minuten Laufen, ein Spaziergang in der Mittagspause oder die Treppe statt des Aufzugs – kleine Bewegungseinheiten können ein Anfang sein. Denn Bewegung muss nicht immer Training bedeuten. Sie kann ganz einfach wieder zu einem selbstverständlichen Teil unseres Tages werden.