Viele Läufer kennen das Gefühl. Noch vor wenigen Minuten hatte man das Gefühl, man könnte keine 100 Meter mehr laufen. Nur wenige Momente später durchflutet ein Gefühl absoluter Entspannung den Körper. Das Hochgefühl ist dann oft sowohl körperlicher als auch psychischer Natur. Einer der Gründe, weshalb auch viele Hobbyläufer davon sprechen, dass das Laufen sich fast zu einer Sucht entwickeln kann.
Lange Zeit ging man davon aus, dass durch das Laufen Endorphine ausgeschüttet werden, die zu diesem Glücksgefühl und zu einem deutlich Hochsetzen der Schmerzgrenze führen. Studien deuten aber inzwischen auf andere Abläufe in der körpereigenen Chemie hin.
Was genau sagen die aktuellen Studien?
Anbieter wie Canngo bieten die Möglichkeit, online zu erfahren, ob eine Behandlung mit medizinischem Cannabis möglich ist. Studien zeigen allerdings, dass eine körpereigene Reaktion beim Laufen der von Cannabis-Nutzung sehr ähnlich ist.
Tatsächlich kann man davon ausgehen, dass es nicht Endorphine sein können, die das oben erwähnte Glücksgefühl auslösen. Wenn man es genau nimmt, sind es sogenannte Beta-Endorphine, die das Hochgefühl beim Sport auslösen sollen. Doch Forscher weisen im Zusammenhang damit darauf hin, dass diese die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden und somit letztlich für irgendwelche Auswirkungen direkt im Hirn verantwortlich sein können.
Eine andere Substanz, die ebenfalls bei Langstreckenläufen im Körper freigesetzt wird, sind Endocannabinoide. Diese körpereigene Substanz dockt an den gleichen Rezeptoren im Gehirn an, wie der pflanzliche Wirkstoff THC. Die These wurde anhand von Versuchen mit Mäusen untermauert. Weitere Studien zu dem Thema stehen allerdings noch aus.
Wie kann man Cannabis beim Laufen nutzen?
Tatsächlich gibt es auch Läufer, die nicht auf die Ausschüttung körpereigener Substanzen warten möchten. Cannabis wird von diesen Läufern direkt vor dem Training genommen. Studien zeigen dabei jedoch, dass die Leistungsfähigkeit der Läufer durch THC nicht gesteigert wird. Sehr wohl aber der Spaß an der sonst doch eher monotonen Bewegung. Manche Athleten berichten im Zusammenhang davon auch davon, dass es ihnen so leichter fällt, einen wirklich tiefen mentalen Fokus zu finden.
Allerdings verändern sowohl THC als auch CBD die Schmerzwahrnehmung. Dadurch kann es Läufern subjektiv betrachtet leichter fallen, die Strapazen längerer Distanzläufe zu überstehen.
Ein anderer Faktor ist das Thema Regeneration. CBD – der nicht psychoaktiv wirkende Stoff in Cannabis – wird oft in Form von Tapes oder Ölen genutzt. CBD soll eine entzündungshemmende Wirkung haben und den Muskelkater reduzieren. Zusätzlich soll so die Regeneration beschleunigt werden.
Um die Regeneration weiter zu verbessern, nutze manche Sportler Cannabis auch, um die Schlafqualität und damit die Regenerationsfähigkeit des Körpers im Schlaf zu steigern.
Welche Nebenwirkungen bringt die Nutzung von Cannabis beim Laufen mit?
Man darf dabei allerdings auch die Risiken von THC nicht außer Acht lassen. So kann dieser pflanzliche Stoff den Ruhepuls um 20 bis 50 Schläge pro Minute nach oben treiben. Außerdem führt die Einnahme von Cannabis vor dem Laufen zu einer schlechteren Koordination und einer verlangsamten Reaktionszeit.
Darauf sollten Profiläufer bei der Nutzung von Cannabis achten!
Wer an offiziellen Laufwettkämpfen teilnimmt, sollte von Cannabis auf jeden Fall die Finger lassen. Denn THC steht nach wie vor auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur. Auch wenn CBD inzwischen von der Liste gestrichen wurde, ist die Gefahr einer positiven THC-Probe bei der Nutzung von Cannabis-Produkten vor einem Lauf deutlich zu hoch.